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Die japanische Kultur ist für uns Europäer nicht immer leicht zu verstehen, auch wenn wir einiges von dort importiert haben. So erfreuen sich Mangas auch hierzulande einiger Beliebtheit, wenngleich diese in keiner Weise mit Japan zu vergleichen ist. Umsetzungen als Anime-Filme kommen beim Westpublikum auch gut an, man denke an Filme von Miyazaki oder Klassiker wie Ghost in the Shell.
Dazu wird mit Animes und Mangas in Japan aber auch ein großer Erwachsenen-Markt bedient. Der vorliegende Film ist die Umsetzung eines solchen Erwachsenen-Mangas als Film mit echten Schauspielern. „Erotisch, Faszinierend, Anders“, heißt es als Werbung auf dem Cover. Trifft das zu?

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(c) Tiberius Film
Regie: Ryu Kaneda
Laufzeit: 70 Minuten
ab 08.05.2014 im Handel
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Libidofördernde Parasiten
In einer nicht näher bezeichneten japanischen Stadt fallen immer wieder Frauen auf, die sich am helllichten Tag auf Männer stürzen und mit ihnen Sex wollen. Suzune, Spezialistin für Parasiten, hilft diesen Frauen, die von einem speziellen Parasiten befallen sind, der sich in den Geschlechtsorganen einnistet und die Libido steigert, später wandert und seinen Wirt beinahe unbesiegbar macht.
Die Spur der Parasiten führt Suzune zu einem geheimnisvollen Konzern – und in ihre eigene Vergangenheit, denn ihr Vater scheint mit der Verbreitung der Parasiten zu tun zu haben.

Nach Logik fragt man bei der Geschichte lieber nicht. Das fängt schon damit an, dass die Hauptfigur unter ihrem weißen Kittel ständig ein äußerst knapp geschnittenes Lederkleid trägt, das tief blicken lässt. Weiter geht es damit, dass sie an der Hüfte eine Art Holster trägt, in dem nicht etwa eine Waffe, sondern ein gentechnisch veränderter Frosch beheimatet ist. Der taucht ab und zu unmotiviert auf, oder quakt hin und wieder, spielt aber im Film eigentlich kaum eine Rolle.
Schon witzig, wenn man drüber nachdenkt: Als Anime hätte das wohl weniger gestört, aber als Realfilm wirkt beides einfach total daneben, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Effekte unter aller Kanone sind. Und das gilt nicht nur für die visuellen Effekte, selbst bei den Geräuschen liegt man oft daneben, sie wirken nicht selten übertrieben oder deplatziert. Dazu sind die meisten Darsteller auch noch furchtbar hölzern, die Dialoge oft grenzdebil, eine Handlung kaum vorhanden und die Kampfszenen peinlich.

Was nach einer Vorlage für einen Porno klingt, wird hier zu einer kruden Mischung aus Sex (allerdings in sehr softer Form, die 16er-Freigabe geht vollkommen in Ordnung), Kampfszenen, Horror- und Thrillerelementen vermengt, auch einige peinlich alberne Versuche, Humor einzubauen, fehlen nicht. So muss man sich letztlich fragen, welches Publikum die Macher eigentlich ansprechen wollten. Selbst wenn die Machart nicht so grottig wäre, würden allenfalls Fans des Skurrilen bedient.

Als wäre das alles nicht schon ärgerlich genug, kommt schon nach 68 Minuten der Abspann, ohne das die Geschichte (wenn man das so nennen will) zu einem richtigen Ende gekommen wäre. Stattdessen wird man auf den zweiten Film der Reihe („Evolution“) verwiesen, der auch nur 70 Minuten Laufzeit hat, man hätte also bequem aus beiden einen machen können.

Fazit

Aus einem so skurrilen Manga einen Realfilm zu machen, scheint mir per se schon keine gute Idee zu sein. Wenn es dann aber auch noch an Talent und Budget fehlt, kann nur Käse dabei rauskommen. Zwar bekommt man zuweilen einen Hauch Erotik geboten und „anders“ ist der Film auf alle Fälle, faszinierend aber mit Sicherheit nicht – peinlich oder lachhaft wären passendere Attribute.

Wertung


Pro

  • skurrile Idee

Contra

  • abstruse Geschichte, die nicht zuende erzählt wird
  • hölzerne Darsteller und schwachsinnige Dialoge
  • Effekte und Kampfszenen sehr schwach
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 6.Mai.2014 2.346 x gelesen

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