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    Remakes bekannter Filme sind ja momentan en Vogue, aber das „Patrick“ laut Cover das Remake eines „Kult-Klassikers“ sein soll, wunderte mich dann doch. Auch im horroraffinen Bekanntenkreis hatte noch niemand vom Original aus dem Jahr 1978 gehört, aber ok, Remake wie Original stammen auch aus Australien. Lassen wir uns also überraschen.

    patrick_cover

    (c) Splendid Film
    Regie: Mark Hartley
    Laufzeit: 92 Minuten
    seit 30.05.2014 erhältlich
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    Im Koma, aber nicht tot
    Doktor Roget behandelt in seiner Privatklinik Wachkoma-Patienten, die anderswo aufgegeben wurden. Als Schwester Kathy neu in seiner Klinik anfängt, fällt ihr unter den Patienten vor allem Patrick auf, ein junger Mann, den Roget besonders im Auge hat. Bald stellt Kathy fest, dass Roget unerlaubte Mittel einsetzt, um seine Patienten irgendwie wieder zu Bewusstsein zu bringen – und das Patrick gar nicht so hirntot ist, wie es scheint. Sie beschließt, ihm zu helfen.

    Der Film geht gleich zu Beginn in die Vollen. Düstere Farben, Streicher-Geschrammel der üblichen Art und Kathys Vorgängerin, die offenbar Unerlaubtes im Schilde führt und den Gang der meisten jungen Frauen in Horrorfilmen geht. Als nächstes sorgen dann erstmal grauenhaft schlechte CGI-Bühnenbilder der Klinik für Grausen, ansonsten dümpelt der Film zunächst vor sich hin. Klischee wird an Klischee gereiht. Da haben wir die kaltherzige und finster dreinschauende Oberschwester (Rachel Griffiths, Six feet under), den geheimnisvollen Arzt (Charles Dance, Game of Thrones) und natürlich ein finsteres Gemäuer, das nach Horror schreit. Nichts, was den geneigten Horrorfan wirklich beeindruckt. Hauptdarstellerin Sharni Vinson (You’re Next) macht ihre Sache aber gut und lässt den Zuschauer an ihrem wachsenden Grauen teilhaben.

    Immerhin, die Geschichte verläuft nicht ganz so, wie man das als Nicht-Kenner des Originals vielleicht vermutet. Erst als das auch Kathy so langsam klar wird, nimmt der Film Fahrt auf, während er davor nur mit kleinen Schockmomenten die Zuschauer bei der Stange hält. Nach und nach gibt es dann auch mehr Grusel und auch Schauwerte, die die 18er-Wertung rechtfertigen, doch der Ablauf schwankt ständig zwischen vorhersehbar und hirnrissig. Ohnehin klaffen in der Telekinese-Story einige Logiklöcher (wie kann ein Wachkomapatient etwas im Internet recherchieren, noch dazu ohne den Bildschirm zu sehen), über die man schon großzügig hinwegsehen muss.

    Neben den vielen Klischees stört vor allem die Musik erheblich. Ständig weisen uns die alles andere als unterschwellig eingesetzten Streichinstrumente darauf hin, dass gleich bestimmt was passiert und jeder noch so kleine Schockeffekt wird mit einem Tusch untermalt, damit auch der letzte Zuschauer wieder wach ist. Das geht auch dezenter. Auf der Habenseite sind dafür neben den guten Darstellern noch einige interessante Kameraeinstellungen zu verbuchen, die für Atmosphäre sorgen.

    Fazit

    Das Remake des eher unbekannten „Klassikers“ ist ein klischeebeladener Durchschnitts-Horrorstreifen Marke „Dr. Frankenstein vs. Carrie“, den anzusehen man wohl nicht bereut, an den man aber auch danach keinen Gedanken mehr verschwenden wird.

    Wertung


    Pro

    • gute Darsteller
    • interessante Kameraeinstellungen
    • ab Mitte durchaus spannend

    Contra

    • aufdringliche "gleich passiert was"-Musik
    • klaffende Logiklücken
    • peinliche CGI-Effekte

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 18.Jun.2014 3.563 x gelesen