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Man mag von Charlton Heston halten, was man will, aber das Ende des originalen „Planet der Affen“ zählt zu den absoluten Höhepunkten der SF-Filmgeschichte. Bei einem Remake war da Skepsis angebracht, aber „Planet der Affen: Prevolution“ machte nicht den Fehler, das Original nachzuahmen, sondern kümmerte sich stattdessen um die Vorgeschichte der ersten intelligenten Affen. Nun soll mit der Revolution der nächste Schritt zu deren Machtübernahme erfolgen.

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(c) 20th Century Fox
Regie: Matt Reeves
Laufzeit: 130 Minuten
ab 5.12.2014 im Handel
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Die Menschheit am Abgrund
Am Ende von Prevolution verbreitete ein Wissenschaftler ein Virus, die sogenannte Affen-Grippe. Im Vorspann erfahren wir, dass diese die Menschheit fast ausgelöscht hat, einer von 500 überlebte, dazu gab es Aufstände und Kämpfe, die weitere Opfer forderten.
Die Affen-Kolonie um Caesar (Andy Serkis) lebt derweil friedlich in den Wäldern vor San Francisco und hat die Menschen zehn Jahre nach dem Ausbruch des Virus beinahe vergessen. Dann aber tauchen doch einige Überlebende unter der Führung von Malcolm (Jason Clarke) auf, die einen Staudamm reparieren wollen, weil ihrer Kolonie der Strom ausgeht. Es kommt zu einer verhängnisvollen Begegnung mit den Affen, die alte Vorurteile schürt.
Während die Menschen die Affen als wilde Tiere und Überbringer des tödlichen Virus fürchten, erinnern sich auf Affen-Seite viele an die Gräuel, die ihnen in der Gefangenschaft von den Menschen angetan wurden. Trotz des Misstrauens versuchen Malcolm und Caesar eine friedliche Lösung zu finden, die aber von Unverbesserlichen auf beiden Seiten torpediert wird.

PdA: Revolution hätte ein hohles Actionfeuerwerk werden können. Stattdessen ging man einen anderen Weg, setzt die beiden Anführer in den Mittelpunkt, die in ihrem Kampf um die Bewahrung des Friedens mit Betonköpfen auf der jeweils eigenen Seite ringen. Auch die Action ist nicht als belustigende Show, sondern in Antikriegs-Bildern inszeniert, die den Schrecken der Kämpfe zeigen.

Nachdem der Film allenthalben mit Lob überschüttet wurde, will ich mich hier vor allem der Kritik widmen, obwohl PdA: Revolution auch mich gut unterhalten hat. Sicher, die Animationen der Affen sind bahnbrechend (wirken aber in einigen Szenen immer noch nicht wie aus einem Guss), die humanistische Grundhaltung lobenswert und die Action packend in Szene gesetzt. Die Geschichte von den eigentlich friedenswilligen Führern, die einen Krieg wegen hartnäckiger Vorurteile dennoch nicht verhindern können, hat man aber so ähnlich schon oft genug gesehen. Man ersetze z.B. die Affen durch Indianer und die Menschen durch Cowboys, oder man denke an König der Löwen.
Außerdem opfert man dem Drama die Figuren, die Charaktere sind einfach zu flach, viele sind reine Statisten. Kodi Smit-McPhee als Malcolms Sohn hat z.B. eigentlich nur eine wichtige Szene, in der er dem Affen Maurice einen Comic übergibt. Besonders schade ist, dass Gary Oldman sein Können nur in einer kurzen Szene aufblitzen lassen darf und ansonsten kaum eine Rolle spielt, seine Entscheidung am Schluss scheint mir nicht nachvollziehbar.
Nicht zuletzt bringt der Film die Geschichte von der Wandlung zum Planet der Affen kaum voran. Am Ende will man uns mit Bombastmusik und Nahaufnahme vermitteln, dass etwas wichtiges geschehen sei, im Grunde behandelt der Film aber nur einen winzigen Schritt zur weiteren Machtübernahme der Affen.

Aber man soll das nicht falsch verstehen, PdA: Revolution ist ein guter Film, weit über dem dumpfen Action-Bombast eines Transformers. Vor allem die Affen-Darsteller zeigen große Schauspielkunst, Jason Clarke sorgt mit seinem feinen Spiel dafür, dass wir James Franco nie vermissen und das von der Natur zurückeroberte San Francsico ist toll in Szene gesetzt. Aber um in der Liga eines „Avatar“ mitspielen zu können, fehlt dem Film dann eben doch noch etwas.

Fazit

Planet der Affen: Revolution ist sehenswertes Blockbuster-Kino mit bahnbrechender Performance-Capture-Technik und einer spannenden Anti-Kriegs-Geschichte, die actionreich inszeniert wurde. Für den ganz großen Wurf hätte es aber etwas mehr Charakterentwicklung gebraucht, viele Figuren sind reine Stichwortgeber, um die Ereignisse voranzubringen und haben keine Tiefe.

Wertung


Pro

  • verblüffend echt wirkende Affen
  • humanistische Antikriegs-Geschichte
  • toll inszenierte Actionszenen

Contra

  • vielen Figuren mangelt es an Tiefe
  • Geschicht um den Planet der Affen kommt kaum voran
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 3.Dez.2014 2.554 x gelesen

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