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Zeitreise-Filme gibt es mittlerweile einige. Einige wurden zu Klassikern, wie „Zurück in die Zukunft“ oder „Täglich grüßt das Murmeltier“, auf andere hätte man auch gut verzichten können. In welche Kategorie gehört Project Almanac?

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(c) Paramount Pictures
Regie: Dean Israelite
Laufzeit: 103 Minuten
ab 25.06.2015 im Handel
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Gibt es die zweite Chance?
David steht kurz vor seinem Schulabschluss, hat aber ein Problem: Zwar ist er am MIT angenommen worden, wie er es sich immer gewünscht hat, doch ein Stipendium hat er nicht bekommen. Seine Mutter will nun das Haus verkaufen, damit er sich das Studium dennoch leisten kann, aber das will David nicht annehmen. Auf der Suche nach einem Projekt, mit dem er sich für ein Stipendium bewerben könnte, stößt er auf dem Dachboden auf die Videokamera seines verstorbenen Vaters – und macht eine verrückte Entdeckung. Auf den letzten Bildern, die seinen siebten Geburtstag zeigen, sieht er sich selbst im Alter von 17 in einem Spiegel. Wie kann das sein?
Im Keller stößt er auf den Prototyp einer Zeitmaschine und beginnt mit seinen Freunden, diese zu konstruieren und auszuprobieren. Zuerst haben sie Spaß, glauben mit der Maschine ihr Leben besser machen zu können, aber bald tauchen erste Probleme auf, weil David sich nicht an die selbst auferlegten Regeln hält.

Project Almanac ist konsequent im Found Footage-Stil gedreht. Auf extreme Kamera-Wackelei wird dabei zum Glück meist verzichtet, die Frage, warum die aktuelle Szene jemand filmt, stellt man sich allerdings dennoch manchmal. Mehr als das stört allerdings, wie viel Zeit der Film sich nimmt. Fast 45 Minuten sind schon vorbei, bis die Zeitmaschine endlich funktioniert, spannend wird es sogar erst in den letzten 20 Minuten. Bis dahin ist Project Almanac mehr ein Gute Laune-Film über eine Nerd-Clique, die durch das Geheimnis zusammenwächst und viel Spaß hat – die Zielgruppe ist dann sicher auch eher im Teenie-Alter anzusiedeln. Die überwiegend sympathischen Figuren tragen den Film halbwegs bis zur Ziellinie, auch wenn echte Nerds sich über den physikalischen Unfug ärgern werden, der die meiste Zeit von sich gegeben wird. Logik-Fetischisten werden zudem einige Male mit den Augen rollen, denn hier gibt es doch einige Fragwürdigkeiten, mehr noch als beim Zeitreise-Thema ohnehin schon üblich.
Das kompensieren dann aber die letzten 20 Minuten, die wirklich gut unterhalten. Wem das Ende nicht gefällt, dem bietet die Blu-Ray noch zwei Alternativen an.

Auffällig ist die dramaturgische Anlehnung an „Chronicle – Wozu bist du fähig?“. Dort bekamen drei Jungen Superkräfte, hatten damit Spaß, bis einer durchdreht. Hier ist es eben die Zeitmaschine, mit der man sich auf ein Megakonzert beamt, eine verpatzte Prüfung nochmal schreibt – und auch hier ist alles zuerst ganz toll, dann bricht einer die Regeln und es geht schief, was nur schiefgehen kann. Wobei Chronicle da ganz klar die Nase vorn hat, vor allem was Spannung und Action angeht.

Trotzdem ist Project Almanac kein Reinfall. Er setzt allerdings klar auf eine jugendliche Zielgruppe, die sicher mit der ersten Hälfte mehr anfangen kann, als ein Erwachsener.

Fazit

Project Almanac ist ein Action-Thriller für Jugendliche, dem in der ersten Hälfte leider der Thrill vollständig abgeht, dies aber mit seinen sympathischen Figuren und deren Zusammenspiel halbwegs kompensieren kann. Für Teenies insgesamt sicher ganz unterhaltsam, ältere Semester halten sich aber lieber an andere Zeitreise-Filme.

Wertung


Pro

  • ordentliche Effekte
  • sympathische Figuren

Contra

  • Story braucht lange, bis sie in die Gänge kommt
  • erhebliche Logik-Mängel
  • spannend sind nur die letzten 20 Minuten
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 22.Jun.2015 2.904 x gelesen