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Regisseur Zack Parker dürfte nur eingefleischten Indie-Fans ein Begriff sein. Mit seinem neuesten Film „Proxy“ ist dem bekennenden Kubrick-Fan aber ein Psycho-Thriller gelungen, der mit Recht mit Hitchcock und de Palma verglichen wird – wenn er auch nicht in allen Belangen überzeugen kann.

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(c) Ascot Elite
Regie: Zack Parker
Laufzeit: 122 Minuten
ab 14.10.2014 im Handel
Trailer / bei Amazon bestellen

Im 9. Monat
Esther ist im 9. Monat schwanger und kommt gerade von einer Ultraschall-Untersuchung, als sie hinterrücks niedergeschlagen wird. Der Täter schlägt noch mehrfach auf ihren Bauch ein, ehe er davonrennt. Esther überlebt den Angriff, verliert aber ihr Kind. Die schon zuvor deprimierte und vereinsamte Frau sucht Beistand in einer Selbsthilfegruppe und trifft dort auf Melanie, die ein ähnliches Schicksal zu bewältigen hat. Die Frauen freunden sich an. Doch kurz darauf findet Esther heraus, dass Melanies Sohn gar nicht tot ist …

Proxy nimmt sich viel Zeit für seine Hauptfiguren und hat nach dem krassen Beginn erst mal einen Durchhänger. Erst als nach und nach herauskommt, was hinter Melanies Verhalten steckt, nimmt der Film Fahrt auf und steuert auf einen verstörenden Höhepunkt zu. Der Verlauf der ersten Stunde fesselt vor allem mit seiner Unvorhersehbarkeit und gipfelt in einem „Blutbad“, das wohl kaum einen Zuschauer kalt lässt. Parker geht konsequent Klischees aus dem Weg. Zwar ist die Geschichte nicht immer nachvollziehbar (was angesichts der traumatisierten Hauptfiguren allerdings auch kein Wunder ist), aber sie fesselt und wirkt sehr unangenehm.

Leider gilt das für den zweiten Teil aber nur eingeschränkt. Zwar wartet der Film auch hier noch mit Überraschungen auf, die latente Langatmigkeit wird allerdings zunehmend zur Last, zehn oder zwanzig Minuten weniger Laufzeit hätten sicher nicht geschadet. Denn an der Machart ist kaum etwas auszusetzen, die unbekannten Schauspieler bringen ihre anspruchsvollen Parts überwiegend glaubwürdig rüber, Kamera und Musik sorgen für Atmosphäre. Dass am Ende viele Fragen offen bleiben, dürfte auch nicht jedermanns Gusto sein, sodass Proxy sicher ein Film ist, an dem sich die Geister scheiden werden. Sehenswert ist er aber allemal.

Fazit

Proxy ist ein ambitionierter Indie-Psychothriller, an dem sich die Geister scheiden werden. Die einen werden das langsame Erzähltempo gut finden, weil es die Atmosphäre unterstützt, anderen wird es einfach zu langatmig sein. Dass die Geschichte in der zweiten Hälfte etwas abbaut, ist ein weiterer Kritikpunkt. Dennoch eine sehenswerte Hommage an de Palma, Hitchcock & Co.

Wertung


Pro

  • unvorhersehbare, verstörende Geschichte
  • glaubwürdige Darsteller
  • sehr hochwertige Inszenierung

Contra

  • zuweilen langatmiges Erzähltempo
  • Geschichte baut nach dem Höhepunkt merklich ab
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 5.Okt.2014 2.576 x gelesen

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