• Werbung

  •  
    Anmelden

    Comicverfilmungen stehen weiter hoch im Kurs. Dabei müssen es nicht immer Superhelden sein. Der deutsche Regisseur Robert Schwentke hat mit „R.E.D. – Älter, härter, besser“ bereits entsprechende Erfahrung und bleibt mit R.I.P.D. sowohl den Comics als auch den Action-Komödien und den Buchstabenkürzeln treu. Als weniger treu erwies sich indes der Erfolg, denn der blieb Schwentke diesmal verwehrt: R.I.P.D. floppte an den Kinokassen. Zurecht.

    Untote Men in Black
    Cop Nick hat Mist gebaut. Er hat bei einem Einsatz Gold gefunden und sich von seinem Partner überreden lassen, es einzustecken, statt den Fund zu melden. Als er es doch noch tun will, legt sein Partner ihn kurzerhand um. Nick landet im Rest in Peace Department und bekommt eine zweite Chance. Zusammen mit seinem schrulligen Partner, dem Western-Sheriff Roy, soll er auf der Erde andere Tote aufspüren, die sich weigern, ihr Schicksal zu akzeptieren und wegen ihrer verrottenden Seelen zu Monstern werden.
    Gleich beim ersten Einsatz erweist sich allerdings, dass es mit dem Gold, das Nick zum Verhängnis wurde, mehr auf sich hat.

    RIPD erinnert stark an Men in Black. Geheime Ordnungshüter, ein neuer Rekrut, der einem alten Haudegen zugeteilt wird – nur sind es hier eben nicht Aliens, sondern Untote, die unentdeckt unter den Menschen wandeln. Was aus der Vorlage gemacht wird, ist dann auch recht ähnlich: Action satt, Effekte ohne Ende und jede Menge Sprüche. Das Rezept ging bei Men in Black voll auf, hier jedoch nicht. Woran liegt’s?

    Das Hauptproblem ist ohne Frage das Drehbuch. Die Grundgeschichte vom Cop, der von seinem korrupten Kollegen über den Haufen geschossen wird, ist schon ausgelutscht genug, dann noch ein magisches Artefakt, dass zusammengesetzt die Welt zu vernichten droht – meine Güte, wie oft hat man das eigentlich schon gesehen? Dass das dann auch noch – welch Zufall – alles mit Nicks Ableben zusammenhängt, setzt der Story die Krone auf.
    Aber ok, würden die Gags zünden, könnte man darüber hinwegsehen. Tun sie aber größtenteils nicht, die meisten sind Rohrkrepierer, die wenigen gelungenen kennt man meist schon aus den Trailern. Dabei sind einige Ideen, wie z.B. das Aussehen der beiden Cops in der realen Welt, gar nicht übel, werden aber zu inkonsequent eingesetzt.

    Auch die Besetzung ist nicht der Hit. Zunächst ist Jeff Bridges als Roy noch ganz witzig, aber ihm werden einfach zu viele Western-Zoten in den Mund gelegt, sodass er mit seinem Genuschel bald schon dezent nervt. Ryan Reynolds bleibt gänzlich blass, was weniger an ihm, sondern an seiner langweiligen Figur liegt. Man wünschte sich zeitweise, statt der beiden wären die ganze Zeit ihre Avatare zu sehen. Und Kevin Bacon spielt dieselbe Rolle wie eh und je. Dass er der Bösewicht ist, weiß man schon, wenn man ihn das erste Mal sieht.

    Dass RIPD nicht gänzlich den Bach runtergeht, verdankt es allein den Actionszenen. Als Actionfilm ist der Streifen durchaus brauchbar, es gibt einige gelungene Sequenzen, in denen ordentlich die Post abgeht, nicht zuletzt, weil comictypisch reichlich übertrieben wird.
    Insgesamt muss man R.I.P.D. aber als recht seelenlos bezeichnen – was angesichts der Thematik nicht einer gewissen Ironie entbehrt.

    Fazit

    R.I.P.D. scheitert vor allem daran, dass es witzig sein will, es aber - von einigen wenigen Gags abgesehen - nicht wirklich ist. Deshalb zieht es im Vergleich zum sehr ähnlich angelegten Men in Black in nahezu allen Belangen den Kürzeren, einzig einige Actionszenen und die Effekte können sich sehen lassen. Bleibt unter dem Schnitt eine Action-Komödie mit ausgelutschter Grundidee und nur wenigen gelungenen Gags. Kann man sich angucken, tut man es nicht, hat man aber auch nichts verpasst.

    Wertung


    Pro

    • gute Effekte
    • einige gelungene Actionsequenzen

    Contra

    • blasse Hauptfigur
    • ausgelutschte Grundstory
    • die meisten Gags zünden nicht

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema ,

    Kategorien: Fantasy, Filme, Horror
    von Jörg Benne 9.Jan.2014 2.389 x gelesen

    R.I.P.D.
    Publisher Universal
    Regie Robert Schwentke
    Genre Action Komödie
    Länge92 Minuten
    Altersfreigabeab 12 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    DVD/Blu-Ray09.01.2014 Kaufen
    Kino01.08.2013
     

    Artikel

    R.I.P.D. – Erster deutscher Trailer zur...

    vom 16.Mai.2013 4 Kommentare