• Werbung

  •  
    Anmelden

    Im Frühjahr lief auf arte die schwedische Science Fiction-Serie Real Humans – Echte Menschen, ohne dabei großes Aufsehen zu erregen. Dabei hat die von der Grundthematik an Blade Runner erinnernde Serie eine Menge zu bieten und verdient ein breiteres Publikum.

    realhumans_cover

    Schweden 2012
    Leufzeit 583 Minuten
    ab 28. Juni 2013 im Handel
    Bei Amazon bestellen

    Maschinen oder doch mehr ?
    In einer alternativen Welt haben die Menschen schon vor mehreren Jahren menschenähnliche Roboter, sogenannte Hubots erschaffen, die sich immer weiter in der Gesellschaft verbreiten. Sie verrichten gefährliche Arbeiten, werden in der Altenpflege eingesetzt, arbeiten als Haushaltshilfe oder als Prostituierte – verdrängen aber auch immer mehr Menschen aus Jobs, sodass sich eine Protestbewegung gegründet hat.
    In Schweden hat sich offenbar eine Gruppe von Hubots weiterentwickelt. Sie wollen frei sein, ziehen durch das Land, immer auf der Suche nach einer Steckdose, um wiederaufzuladen. Woher kommen diese Hubots? Wer hat sie erschaffen und was würde geschehen, wenn alle Hubots auf einmal frei sein wollten?

    Der Grundplot erinnert sehr an Blade Runner und die Replikanten, allerdings gibt es auch gewichtige Unterschiede. So spielt Real Humans in unserer Welt zur heutigen Zeit. Abgesehen von den Hubots gibt es keine Unterschiede, die Leute nutzen normale Handys und fahren normale Autos, nur die Hubots sind neu. Das spart selbstverständlich eine Menge Budget und ist natürlich nicht ganz schlüssig (wieso gibt es Hubots mit hochentwickelter künstlicher Intelligenz und die Leute nutzen dennoch stinknormale Laptops?), hat aber auch den Vorteil, dass man sich voll und ganz auf die Hubots konzentrieren kann – und das ist gut so.

    Denn neben der spannenden Handlung um die Gruppe wilder Hubots und eine ganz normale schwedische Familie, die in die Geschehnisse gezogen wird, werden auch immer wieder ethische Fragen aufgeworfen. Gerade weil alles andere unserer Welt entspricht, können die Zuschauer sich umso besser mit den Figuren identifizieren und sich selber fragen, wie sie wohl reagieren würden, wenn sich z.B. die eigene Tochter lieber von der Hubot-Haushaltshilfe vorlesen lässt, weil die sich mehr Zeit nimmt oder ob man den pflegebedürftigen Vater wirklich von einem Hubot betreuen lassen würde, weil das so viel bequemer ist.

    Einfache Mittel, großartige Wirkung
    Ein weiterer Unterschied zu Blade Runner ist, dass man die gewöhnlichen Hubots sehr wohl von normalen Menschen unterscheiden kann. Eine leicht wächserne Haut, grelle Augen und vor allem eine hölzerne Mimik zeichnen sie aus. Hier muss man vor allem den Darstellern ein Lob aussprechen, insbesondere die Anführerin der Wilden, Niska (Eva Röse), verursacht dem Zuseher mit ihrer nicht vorhandenen Mimik oft Unbehagen.
    Die erste Staffel geht über 10 Folgen a knapp 60 Minuten und bietet (trotz geplanter zweiter Staffel) ein zufriedenstellendes Ende, das die meisten Handlungsfäden auflöst.

    Fazit

    Auch wenn ich regelmäßig arte schaue, ist mir diese Serie entgangen und das wäre ein Verlust gewesen. Real Humans bietet nicht nur gute Unterhaltung, die nicht zuletzt durch die ganz normale Familie im Mittelpunkt hohes Identifikationspotential für den Zuschauer bietet, sie regt auch zum Nachdenken an, wie man selber mit einem Hubot umgehen würde und ob es generell sinnvoll ist, sein Leben mehr und mehr in die Hand der Technik zu legen. Science-Fiction Puristen werden sich vielleicht an der nur um Hubots erweiterten Realität stören, dafür spricht die Serie allerdings alle Zuschauergruppen an und nicht nur SF-Fans.

    Wertung


    Pro

    • interessante Mischung aus Schweden-Krimi, Drama und Science-Fiction
    • Hubots mit wenig Aufwand glaubwürdig inszeniert
    • regt zum Nachdenken über ethische Fragen an

    Contra

    • keine in sich schlüssige SF-Welt

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , , , , ,

    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 17.Jun.2013 3.869 x gelesen