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Mit „Der Weiße Hai“ lockte Spielberg in den 70ern Zuschauermassen ins Kino – und verunglimpfte den Hai zugleich als blutrünstigen Menschenfresser. Heutzutage wohl undenkbar. Mit „Red Machine“ (im Original schlicht „Grizzly“) wird nun versucht, hippe Öko-Botschaft und Tier-Horror irgendwie in Einklang zu bringen – mit Erfolg?

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(c) Splendid Film
Laufzeit: 90 Minuten
seit 27.02.2015 im Handel
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Zwei Brüder und ein Grizzly
Nach sieben Jahren kehrt Rowan (James Marsden, Cyclops aus X-Men) in seine Heimat in Alaska zurück, um einen verschwundenen Freund zu suchen. Dabei gerät er mit seinem Bruder Beckett (Thomas Jane, The Punisher) aneinander, der bei der Polizei arbeitet. Als sich kurz darauf Hinweise häufen, dass ein Grizzly in der Gegend Jagd auf Menschen macht, raufen sich die Brüder zusammen, denn Becketts Frau, die Naturschützerin Michelle, ist ebenfalls noch in dem abgelegenen Stück Wildnis namens Grizzly Maze unterwegs. Können die beiden die Gesuchten finden, ehe der Bär zuschlägt?

Regisseur David Hackl (SAW V) liefert hier ganz klassischen Tier-Horror. Dennoch versucht er mit der Zeit zu gehen und prangert sowohl Wilderei als auch die ausufernde Holzfällerei an, mit der der Mensch in die Wildnis eingreift. Sogar das Verhalten des Grizzly wird in einigen kruden Dialogen so erklärt. Das Tier sei sauer, manchmal schlage die Natur eben zurück, heißt es – das wirkt dann schon arg an den Haaren herbeigezogen, sodass Nahrungsmangel durch ausbleibende Lachswanderungen als realistischere Begründung noch nachgeschoben wird.

Trotzdem ergibt sich eine spannende Jagd, wobei allerdings meist der Bär der Jäger und die Menschen die Gejagten sind. Dabei wurde im Film sogar meist ein echter Bär eingesetzt und man muss sagen, dass ist wirklich gut gelungen. CGI gibt es nur, wenn es nicht anders geht, aber selbst die Nahkampfszenen sind packend und glaubwürdig inszeniert und gerade im Finale entwickelt der Film die Spannung, die man von so einem Streifen erwarten kann. Splatter-Fans bekommen dazu die eine oder andere abgerissene Gliedmaße zu sehen, technisch ist das alles ordentlich umgesetzt.

Dass der Film letztlich doch nur ordentlicher Durchschnitt ist, liegt weniger an der Jagd, als an der verqueren Hintergrundgeschichte, die die Macher noch unbedingt mit einbauen mussten. So wird lange ein Geheimnis daraus gemacht, warum sich Rowan und Beckett anfangs nichts mehr zu sagen haben, dazu haben auch noch diverse andere Figuren Leichen im Keller. Trotz der vielen recht namhaften Schauspieler (neben den genannten noch Billy Bob Thornton, Piper Perabo und Scott Glenn) ist dieser Teil des Films allerdings mehr eine Spaßbremse als eine Bereicherung, nicht zuletzt weil die Auflösung von Rowans Vergangenheit nach dem Motto „Und wieso konntest du deinem Bruder das nicht früher sagen?“ ausfällt – sprich, arg unglaubwürdig daherkommt.

Fazit

Red Machine ist klassischer Tier-Horror, der immer dann, wenn der Grizzly in Aktion tritt, überzeugend umgesetzt ist. Die Hintergrundgeschichte um die beiden Brüder wirkt indes allzu aufgesetzt und wird noch dazu unglaubwürdig aufgelöst. Dass diesem Part so viel Platz eingeräumt wurde, kostet leider einige Punkte.

Wertung


Pro

  • überzeugend umgesetzte Grizzly-Szenen
  • schöne Naturaufnahmen

Contra

  • unglaubwürdige Rahmenhandlung
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 6.Mrz.2015 2.213 x gelesen