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Remakes sind derzeit schwer in Mode bei den Hollywood-Bossen. So wurden auch dem Brasilianer José Padilha (Tropa de Elite) für seinen ersten US-Film diverse Marken angeboten, er aber wollte einen Robocop-Film machen – und bekam den Zuschlag. Dabei liefert er nicht einfach ein Remake des Verhoeven-Klassikers, sondern bringt durchaus eigene Ideen ein.

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(c) Studio Canal
Laufzeit: 113 Minuten
ab 07.06.2014 im Handel
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Maschinen für die Sicherheit
Zu gern würde Omnicorp seine Drohnen und Roboter nicht nur bei Auslandseinsätzen der US-Armee, sondern auch im Inland in Action sehen. Doch der Senat sperrt sich gegen eine entsprechende Gesetzesänderung und obwohl der republikanische TV-Moderator Novak permanent für die Roboter trommelt, ist auch die Mehrheit der Bevölkerung dagegen.
Firmenboss Sellars verfällt deshalb auf die Idee, einen Cyborg zu schaffen, halb Mensch halb Maschine, um mit ihm die öffentliche Meinung zu drehen. Als der Cop Alex Murphy durch einen Bombenanschlag schwer verletzt wird, haben sie auch schon den idealen Kandidaten. Doch je weiter das Experiment voranschreitet, als umso hinderlicher erweist sich aus Omnicorp-Sicht der menschliche Faktor.

Das Remake hat mit seinem bis Ende letzten Jahres noch indizierten Vorbild einige Dinge gemeinsam. So sieht der Robocop nicht nur sehr ähnlich aus, wir befinden uns auch wieder in Detroit. Vieles ist allerdings auch deutlich anders. Während im Original die Stadt quasi schon dem Konzern gehört, ringt Sellars hier gerade um den Einfluss. Und war Murphy im 1987er-Film noch hauptsächlich Polizist, ist er hier auch Familienvater.

So ist es dann auch die emotionale Ebene, die den neuen Film vom alten unterscheidet. Padilha nimmt sich viel Zeit, um die Qualen von Murphy zu zeigen, als dieser erkennt, wie wenig von seiner Menschlichkeit noch übrig ist. Wie soll er in sein „Leben“ zurückfinden, wenn er jederzeit ferngesteuert abgeschaltet werden kann oder seine Emotionalität zu Gunsten der Effizienz heruntergeregelt wird?
Außerdem setzt der Film auch andere Figuren mehr in den Mittelpunkt, insbesondere den Wissenschaftler Norton (Gary Oldman in Hochform), der Robocops Entwicklung vorantreibt, und dabei immer wieder zwischen Forschergeist und Moral hin- und hergerissen wird. So ist der neue Robocop dann auch kein reiner Actioner, sondern weiß wie das Original Science-Fiction, Actionszenen und Gesellschaftskritik geschickt zu verbinden und das ganze noch um Drama zu erweitern. Wer ein Bleigewitter a la „Dredd“ oder blutige Szenen und triefenden Sarkasmus wie im Original erwartet, der liegt hier jedoch falsch.

Technisch ist Robocop sehr gut umgesetzt. Videospieler werden sich des öfteren an „Metal Gear Solid“ erinnert fühlen, auch dem Original wird immer wieder Referenz erwiesen. Neben Gary Oldman spielt auch Michael Keaton groß auf, Samuel L. Jackson überzeugt ebenso, seine Rolle ist allerdings arg überspitzt. Trotz dieser namhaften Nebendarsteller kann auch der kaum bekannte Joel Kinnaman in der Hauptrolle beweisen, dass er mehr als nur hart gucken kann, wie man zu Beginn des Films noch befürchtet.

Fazit

Ich bin kein großer Fan von Remakes, vor allem wenn das Original so gut war. Aber nach eher mauem Beginn hat mich Robocop dann doch überzeugt. Die emotionale Ebene, die Kritik an Fremdbestimmung, Medienhetze und Einfluss der Konzerne, wird sehr gut mit der Action verquickt und liefert einen gelungenen Mix aus Unterhaltung und Stoff zum Nachdenken. Sehenswert.

Wertung


Pro

  • sehr gelungene Effekte
  • gut aufgelegter Cast
  • Erweiterung des Originals um emotionale Ebene

Contra

  • TV-Shows arg überspitzt
  • Musik manchmal recht unpassend
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 31.Mai.2014 2.690 x gelesen

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