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    Der britische Regisseur Jon Wright wollte einen Familienfilm machen, der an die 80er-Filme von Steven Spielberg und Konsorten erinnert, E.T, Die Goonies usw. Um dennoch modern zu sein, wählte er das derzeit hippe Genre Dystopie und versuchte mit einem schmalen Budget, seine Idee in die Tat umzusetzen. Mission erfüllt?

    robotoverlords_cover

    (c) Koch Media
    Laufzeit: 90 Minuten
    ab 27.08.2015 im Handel
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    Roboter-Besatzung
    Vor drei Jahren haben Roboter binnen weniger Tage die Erde erobert. Die überlebenden Menschen wurden in ihre Häuser gesperrt, die sie nicht verlassen dürfen. Wer sich weigert, wird terminiert. Nur einige Kollaborateure dürfen sich frei bewegen, um die Versorgung aufrechtzuerhalten.
    Der junge Sean lebt mit seiner Mutter und den Nachbarskindern zusammen in einem Haus. Voller Widerwillen beobachtet er, wie sich der Kollaborateur Smythe an seine Mutter heranmacht. Laut Smythe soll Seans Vater tot sein, aber der Junge glaubt ihm nicht. Als die Jugendlichen durch Zufall einen Weg finden, die Implantate zu deaktivieren, mit denen die Roboter die Menschen überwachen, machen sie sich auf die Suche nach Seans Vater – und setzen damit umwälzende Ereignisse in Gang.

    Im Grunde hat „Robot Overlords“ mit der ersten Szene schon verloren. Ein Junge muss mitansehen, wie sein Vater, der den Hausarrest bricht, von einer Drohne terminiert wird. Eine durchaus emotionale Szene, die aber wohl mit für die ab 12-Freigabe verantwortlich ist, die der Film mit Recht erhalten hat. Für sechsjährige wären Szenen wie diese zu viel des Düsteren. Aber damit verliert Wright einen Großteil des Publikums, für das er den Film (laut eigener Aussage) eigentlich gemacht hat: Die Kinder vom Spielplatz, die sich mit ihrer Fantasie in diese Welt und vor allem in die jugendlichen Figuren hineinversetzen sollten. Kinder von 6-12 hätten wohl über die allzu offensichtlich einkopierten CGI-Effekte, die oft hölzernen Dialoge, die zusammenhanglose Story mit komplett nebulösen Roboter-Besatzern und allzu simpler Auflösung oder die Figuren aus dem Standard-Baukasten (der Held, die Schöne, der witzige Kerl, das Kind …) hinweggesehen. Aber für die ist der Film aufgrund der dunklen Momente eben nicht wirklich geeignet.

    Ältere Jugendliche, die sich für das Dystopie-Genre interessieren, kennen aber wohl die großen Blockbuster und auch wenn sie „Robot Overlords“ nicht mit Filmkritikeraugen sehen, werden ihnen wohl doch die genannten Mängel auffallen. Außerdem passiert in Sachen Romantik und Action zu wenig und der Humor ist zu oft auf Grundschulniveau, um diese Altersgruppe noch zu erreichen.

    Der erwachsene SF-Fan bekommt erst recht so gut wie nichts geboten, was er nicht schon besser gesehen hat. Zwar mühen sich Ben Kingsley und Gillian Anderson, ihren Rollen Tiefe zu geben, aber die dünne Handlung, die noch dazu recht wirr erzählt wird, gibt einfach nicht viel her. Mehrfach muss der Zufall bemüht werden, damit es überhaupt weitergeht, vor allem aber bleiben die Motive der Roboter völlig nebulös und die Auflösung des ganzen ist einfach zu simpel.

    Fazit

    Zielgruppe verfehlt, muss das Urteil lauten. Eigentlich wäre Robot Overlords ein Film, der im Abendprogramm des Kinderkanals laufen könnte – wären da nicht einige recht düstere Szenen, die die ab 12 Freigabe rechtfertigen. Mit der Dystopie-Konkurrenz in der 12er-Altersklasse kann der Film aber weder in Sachen Handlung noch in Sachen Umsetzung auch nur annähernd mithalten und versumpft so im unteren TV-Durchschnitt.

    Wertung


    Pro

    • eigentlich brauchbare Dystopie für Kinder

    Contra

    • einige Szenen aber für Kinder zu düster
    • Handlung sehr dünn und wirr
    • CGI-Effekte allzu offensichtlich

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 16.Aug.2015 7.481 x gelesen