• Werbung

  •  
    Anmelden

    Fantasy ist gerade hipp, doch wenn wir in Film und Fernsehen von Fantasy reden, ist selten ein klassisches Heldenepos a la Der Herr der Ringe gemeint. Das wollten die Macher von Schattenkrieger (im Original: Saga: Curse of the Shadow) ändern, eine Indie-Produktion, die als Proof-of-Concept für eine TV-Serie dienen soll. Ob das Konzept wirklich was taugt?

    schattenkrieger

    USA 2013
    Laufzeit: 101 Minuten
    Verleih: Ascot Elite
    Bei Amazon bestellen

    Ein ungewöhnliches Trio

    Der Schatten geht um, schart Anhänger um sich und bereitet die Rückkehr des Totengottes auf die Welt vor, was deren Ende einläuten würde. Diese widrigen Umstände lassen die Elfe Nemyt, den menschlichen Krieger Keltus und den Ork Kullimon ein vorübergehendes Zweckbündnis eingehen, um dem Schatten Einhalt zu gebieten.

    Wir bekommen hier eine durch und durch klassische (sprich: klischeebeladene) Fantasy-Geschichte geboten, wie sie auch in vielen Videospiel-RPGs zu finden sein könnte. Die Helden suchen ein Artefakt, treffen auf Gegner oder Ungeheuer und liefern sich diverse Kämpfe. Letztere sind recht ordentlich inszeniert und choreographiert, allerdings nehmen sie etwas zu viel Raum im Film ein. Die Entwicklung der Charaktere geht daher recht abrupt vonstatten und die Hintergrundgeschichte um den Totengott auf der einen Seite, und eine geheimnisvolle Prophetin, für die Keltus unterwegs ist, auf der anderen, bleibt recht vage und in Teilen auch unlogisch.

    Trotz Indie kein Trash

    Für eine Indie-Produktion sind die schauspielerischen Leistungen und die Inszenierung durchaus ansehnlich, von einem Trash-Film kann man hier nicht sprechen. Selbst die Special Effects, insbesondere die Orkmasken, können sich sehen lassen, einzig bei größeren Kreaturen gerieten die Macher an ihre Budgetgrenze. Das Ergebnis ist in jeder Hinsicht dem professionell produzierten, aber unsäglich schlecht gespielten Dungeons & Dragons 3 deutlich überlegen – wozu allerdings auch nicht viel gehört.
    Zwar hat man sich bei Schattenkrieger einiges beim Herrn der Ringe abgeschaut (immer mal wieder Kamerafahrten über Gebirgszüge, Aussehen und Sprache der Orks z.B.), bewahrt sich aber sowohl bei der Umsetzung als auch bei den Grundlagen (z.B. Zwerge mit Pulverwaffen) eigene Ideen.

    Fazit

    High Fantasy als Spielfilm, das gibt es abgesehen von den Tolkien-Verfilmungen selten und dann meist auf grottigem Niveau. Für eine Indie-Produktion ist Schattenkrieger ansehnlich und kann ganz gut unterhalten, vorausgesetzt man mag das Genre. Mancher wird sich aber vielleicht wünschen, die Macher hätten ihrer Geschichte ähnlich viel Aufmerksamkeit gegönnt, wie den Choreographien der allzu zahlreichen Kampfszenen.

    Wertung


    Pro

    • gute Inszenierung
    • ansprechende Kampfchoreographien
    • für einen Indie-Film zum Teil sehr gute Effekte

    Contra

    • platte, vor Klischees strotzende Geschichte
    • Figuren haben kaum Raum zur Entfaltung
    • bei großen Ungeheuern eher peinliche Effekte

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema ,

    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 7.Jun.2013 10.766 x gelesen