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    Mit der Twilight-Saga gelang der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer ein Megaerfolg nicht nur in den Buchhandlungen, auch im Kino. Sie begründete das boomende Genre der romantischen Fantasy mit und mit ihrem Werk Seelen versuchte sie sich 2008 auch erfolgreich im Bereich romantische Science-Fiction. Da ließ eine Verfilmung natürlich nicht lange auf sich warten und nun erreicht sie uns auch auf DVD.

    Wegen Seelen seelenlos
    Aliens sind auf der Erde eingefallen. Die sogenannten „Seelen“ nisten sich in den Menschen ein und verdrängen deren Persönlichkeit. Folglich ist unsere Welt nun befriedet, alle leben in Eintracht nebeneinander, die Umwelt wird geschont – doch die Gleichförmigkeit hat die Erde auch seelenlos gemacht.
    Es gibt aber noch einige wenige Menschen, die sich der Übernahme durch die Seelen bislang entziehen konnten. Gejagt von sogenannten Suchern leben sie in entlegenen Gebieten. So auch Melanie (Saoirse Ronan) und ihr kleiner Bruder, die bei ihrem Onkel (William Hurt) nahe der Wüste Unterschlupf gefunden haben. Als sie von Suchern gestellt werden, lenkt Melanie sie ab und will sich zu Tode stürzen, um ihre Familie nicht nach der Übernahme durch eine Seele mit ihren Erinnerungen zu verraten. Sie überlebt jedoch und wird von der Seele namens Wanderer besetzt. Doch Melanie wehrt sich – und Wanderer ist von den starken Gefühlen für ihre Angehörigen zunehmend fasziniert. Tatsächlich gelingt es Melanie, Wanderer zu überreden in die Wüste zu fliehen. Doch als sie die freien Menschen erreichen, sind die alles andere als begeistert, sie wiederzusehen.

    Unter der Regie von Andre Niccol (Gattaca, In Time) präsentiert uns der Film zunächst eine beunruhigende Zukunftsvision. Leisen Anklängen an die bedrohlichen Bodysnatchers zu Beginn folgt der Film jedoch nicht weiter. Stattdessen entwickelt sich Seelen im weiteren zum Drama mit gelegentlichen Actionszenen, die aber nicht im Vordergrund stehen. Es geht vor allem um den inneren Konflikt in Melanies Körper, in dem das Mädchen versucht, ein Mindestmaß an Kontrolle zu gewinnen, während Wanderer, nach Jahrhunderten in verschiedenen Körpern des bisherigen Lebens überdrüssig, zunehmend erkennt, dass seine Rasse nicht im Recht ist. Dem gegenüber steht der Konflikt innerhalb der freien Menschen. Einige wollen Melanie umbringen, weil sie nicht glauben, dass sie noch am Leben ist. Nur ihr Onkel glaubt daran, dass noch ein Rest von Melanie in dem Körper ist. Dazu gesellt sich die latente Gefahr, die von einer besonders ehrgeizigen Sucherin (Diane Kruger) ausgeht.

    Ronan bietet eine tolle Performance, wenn sie zwei Rollen in einem Körper spielt. Auch William Hurt überzeugt und Diane Kruger scheint die Rolle als sinistre Sucherin Spaß zu machen. Niccol hatte auch optisch einige interessante Ideen, lässt die Sucher in chromblitzenden Lotus-Boliden herumfahren und uns manchmal einen winzigen Blick auf die Gesellschaft ganz ohne Neid, Missgunst und Profitgier werfen. So hat der Film einige wirklich gute Momente und aus all dem hätte man eine Menge machen können, doch leider basiert er eben auf einem Meyer-Buch.

    Somit ist die Zielgruppe natürlich eher im minderjährigen Bereich zu suchen. Wie schon in Twilight packt Meyer ihr Liebesdreieck aus: Gleich zwei junge Männer (die im Film nahezu keine Persönlichkeit haben und einfach nur gut aussehen dürfen) buhlen um Melanie, der eine ist in Melanie selbst, der andere in Wanderer verliebt. Schmachtende Blicke, emotional überfrachtete Kuss-Szenen und zum Teil schwer erträgliche Dialoge trüben das Bild (zumindest aus der Sicht eines Erwachsenen) stellenweise doch erheblich. Der Twist zum Ende hin wird auch nicht jedermann gefallen, hier hätte man dem Film seine angedeutete dramatische Note lassen sollen.

    Fazit

    Seelen hat im Kino enttäuscht (48 Mio Einspiel bei 40 Mio Budget) und das wundert nicht. Die bis zur Unkenntlichkeit glattgebügelten Jungs waren wohl allenfalls den Minderjährigen noch gerade als Schmachtobjekt zu vermitteln. Die Zukunftsvision bietet zwar interessante Ansätze, ist aber oft nur Staffage und wird SF-Fans daher nicht überzeugen. So bleibt schlussendlich eine reichlich halbgare Angelegenheit, die jede Menge guter Ansätze nicht weiterverfolgt.

    Wertung


    Pro

    • sehr gute Leistung der Hauptdarstellerin
    • zum Teil interessante Zukunftsvision

    Contra

    • unglaublich blasse Loverboys
    • SF-Background zum Teil nur Staffage
    • einige peinliche Dialoge

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 10.Nov.2013 1.427 x gelesen

    Seelen
    Publisher Concorde
    Regie Andrew Niccol
    Genre Action Romanze
    Länge125 Minuten
    Weitere Infos
    Termine
    DVD/Blu-Ray12.11.2013 Kaufen
    Kino13.06.2013
     

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