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    Das ewige Leben ist schon oft Thema von Filmen oder Romanen gewesen. Auch Self/less nimmt sich dieses Themas an und vermengt dabei Science-Fiction, Action und ein wenig Drama.

    selfless

    (c) Concorde Film
    Laufzeit: 112 Minuten
    ab 23.12.2015 im Handel
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    Ein junger Körper für den alten Mann
    Der New Yorker Baulöwe Damian ist schwer krank, die Ärzte geben ihm nur noch wenige Monate. Da eröffnet sich ihm die Chance, sein Leben zu verlängern. Die Firma des Wissenschaftlers Albright bietet ihm an, seinen Geist in den Körper eines jungen Mannes zu übertragen, der extra zu diesem Zweck gezüchtet wurde. Damian willigt in die kostspielige Sache ein und genießt sein neues Dasein zunächst, obwohl er alle Brücken zu seinem früheren – u.a. zu seiner Tochter – abbrechen musste. Doch seltsame Flashbacks lassen ihm keine Ruhe. Als er ihnen nachgeht, erfährt er, dass sein neuer Wirtskörper nicht gezüchtet wurde, sondern vorher ein eigenes Leben hatte. Damian will mehr darüber erfahren – aber das gefällt Albright überhaupt nicht.

    Aus dem Stoff hätte man ein existenzielles Drama machen können, einen philosophischen Science-Fiction-Streifen über die Moral der Möglichkeiten. Die Pastor Brüder (The Last Days, Carriers), die das Drehbuch verfassten, lassen den moralischen Fragen allerdings nur wenig Raum, stattdessen haben sie einen Action-Thriller geschrieben, dessen Prämisse über weite Teile seiner Laufzeit eigentlich keine Rolle spielt. Regisseur Tarsem Singh (Krieg der Götter) hält sich nicht lange mit der Vorgeschichte auf, sodass der Auftritt von Ben Kingsley als alter Damian rasch beendet ist und Ryan Reynolds übernehmen kann. Nach einer kurzen Einführung in sein neues Leben, begegnet er seinem alten und danach wird Damian gejagt, hängt seine Verfolger ab, wird wieder gefunden uswusf. Für ruhige Momente bleibt da kaum noch Zeit, stattdessen gibt es Verfolgungsjagden, Ballereien und Nahkämpfe.

    Reynolds spielt das routiniert, allerdings ohne dass man die zwei Persönlichkeiten unterscheiden könnte. Überhaupt macht die ganze Darstellerriege ihren Job ordentlich, ohne dabei zu brillieren – im Grunde kann man so auch den ganzen Film beschreiben.

    Self/less macht eigentlich nicht viel falsch, ist solide inszeniert, bietet ordentliche Action und auch eine gewisse Spannung, macht aber zu wenig aus der eigentlich spannenden Ausgangslage und ist vor allem nur in 1-2 Momenten überraschend. Ansonsten folgt der Film altbekannten Genrefaden und das Ende ist schon nach einer halben Stunde absehbar.

    Fazit

    Self/less ist zwar ein routiniert inszenierter und gespielter Action-Thriller, an dem wenig zu bemängeln, aber auch nichts hervorzuheben ist. Aus der moralisch interessanten Prämisse hätte man mehr als klassische Actionkost rausholen können. So bleibt ein Durchschnittsstreifen, den man sich gut angucken kann, bei dem man aber auch nichts verpasst, wenn man es nicht tut.

    Wertung


    Pro

    • interessante Prämisse
    • solide inszenierte Action

    Contra

    • trotz guter Storyvorlage nur 08/15-Action
    • wenig überraschender Verlauf der Geschichte

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 20.Dez.2015 3.285 x gelesen