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    Das Serienkillergenre bietet mittlerweile eine große Vielfalt mit vielen Facetten. Man kann differenzieren zwischen dem Outfit des Mörders, der Art, wie er die Morde begeht (z.B. mithilfe einer bestimmten Waffe) oder auch der Motivation, mit der er sein Treiben begründet. Neben klassischen Slashern, in denen der Bösewicht öfter selbst in der Szenerie anwesend ist, sind besonders auch jene Geschichten interessant, in denen er eher als mysteriöse Hintergrundgestalt fungiert und die Ermittler (und Opfer) verzweifeln lässt. Der britische Thriller „Shame the Devil“ bedient sich Letzterem, lädt sich aber auch den Vergleich mit gewichtigen Genrekollegen auf, da er mit ähnlichen Motiven hantiert. Hat man sich da vielleicht zu viel zugemutet?

    shamethedevil

    (c) Ascot Elite
    Regie: Paul Tanter
    Laufzeit: 90 Minuten
    ab 10.12.2013 im Handel
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    Wenn du lügst, bist du tot
    In London und New York geschehen zeitgleich brutale Morde. Die Taten laufen stets nach dem gleichen Muster ab. Die Opfer werden gefesselt und an einen Lügendetektor angeschlossen. Wer die Wahrheit sagt, überlebt, wer lügt, wird auf teuflische Weise hingerichtet. Ist es ein Serienkiller, eine Sekte oder ein Pakt mit dem Teufel? Der Londoner Detective James Trent untersucht den Fall. Die Spur führt nach New York, wo sich seine Ex-Freundin niedergelassen hat und als Expertin von ihm zurate gezogen wird. Gemeinsam finden sie heraus, dass zwischen ihnen und den Mordopfern eine Verbindung besteht. Die Zeit läuft ab und sie könnten die nächsten sein. Eine blutige Jagd beginnt …

    Der Druck durch erfolgreiche Kollegen
    Shame the Devil schafft es in Rekordzeit, Assoziationen zu berühmten Werken des Genres herzustellen. Ein Serienmörder, der sich von religiösen Motiven leiten lässt und danach handelt, schreit nach David Finchers exzellentem Thriller Sieben und auch das weniger bekannte Christopher Lambert-Vehikel Resurrection kommt dem Genrefan schnell mal in den Sinn. Darüber hinaus erlegt der Killer seinen Opfern auch noch die Aufgabe auf, nicht zu lügen. Schaffen sie dies, winkt ihnen das Überleben. An welche berühmte Horrorserie jüngeren Datums das wohl erinnert? Richtig. Die SAW-Filme. All das bedeutet natürlich nicht, dass diese Zutaten in Zukunft nicht in anderen Filmen angewandt werden dürften, aber man muss sich diesen Vergleichen dann natürlich stellen. Schafft ein Film es, dann noch eine eigene Note hinzuzufügen, hat er das clever gelöst und die potentiellen Probleme, die er sich zuvor ins Haus geholt hat, glaubwürdig umschifft.

    Dass Shame the Devil allenfalls mit einem geringen Budget auskommen musste, ist da gar nicht mal so entscheidend. Atmosphäre kann man auch durch Beleuchtung, Soundtrack und spannende Momente im Drehbuch erzeugen. Und genau hier hapert es enorm. Die wenigen Morde, die auch nicht übermäßig brutal daher kommen, packen den Zuschauer genauso wenig wie die anschließende Aufklärungsarbeit unter Führung des dicklichen Polizisten James. Der Film sendet außerdem verschiedene Signale aus, die am Ende stark am Logikverständnis kratzen. Einerseits wird suggeriert, dass der mysteriöse Mörder seine Opfer anhand von religiösen Motiven aussucht und richtet, andererseits wird aber auch eine Verbindung zu James hergestellt. Diese ist es auch, die das Ganze etwas zerfasern lässt, denn dieser Handlungsstrang verlegt den Schauplatz in die USA und nimmt der Mördersuche, bei der der Zuschauer immer auch selbst miträtseln will, damit also nicht nur die räumliche Enge, sondern auch die denkbaren Optionen, wer denn der Verdächtige sein könnte.

    Der Thriller wirkt über weite Strecken behäbig. Wenn ein Killer so abstrakt und aus dem Schatten heraus handelt, muss trotzdem das Gefühl der ständigen Bedrohung präsent sein. Warum kann er nicht mal einen Fehler machen, der zwischenzeitlich das Tempo verschärft oder auf eine falsche Fährte führt, die den Zuschauer mitfiebern lässt? Verfolgungsjagden, Schusswechsel oder gefährliche Nachforschungen in bedrohlicher Kulisse sind es meist, die bei der Stange halten. Stattdessen beobachtet man hier distanziert, wie die Protagonisten von einer Mutmaßung zur nächsten springen.

    Fazit

    Shame the Devil ist eine britische Produktion und solchen hält man oft zugute, dass sie etwas unterkühlt und nüchtern daher kommen. Gerade bei den oft glitzernden und schrillen US-Werken ist dieser Ton an sich eine wohltuende Abwechslung. Hier mündet das aber leider darin, dass das Geschehen über weite Strecken langweilig vor sich hin dümpelt, es an Tempo und echten Überraschungen mangelt. So hat man natürlich wenig zu bieten, wenn man sich gleichzeitig thematisch so stark bei die besten Genrekollegen anlehnt. What a shame.

    Wertung


    Pro

    • thematische Nähe zu Sieben und SAW...

    Contra

    • ...von denen er sich nicht ansatzweise emanzipieren kann
    • spannungsarm
    • Logiklöcher, die gerade in diesem Genre schwer wiegen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Roman Beele 5.Dez.2013 3.026 x gelesen