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    Superhelden-Filme sind mittlerweile recht zahlreich. Im Schatten der großen Marvel- & DC-Verfilmungen schaffen es auch immer mal wieder Antihelden wie z.B. Kick-Ass oder Hancock auf die Leinwand. Mit Sie nannten ihn Jeeg Robot kommt nun ein Superheld aus Italien in unsere Heimkinos, und der ist so Anti- wie es nur geht.

    jeegrobot_cover

    (c) Pandastorm/Edel Germany
    Laufzeit: 118 Minuten
    ab 03.02.2017 im Handel
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    Kleinkrimineller mit Superkräften
    Enzo ist ein nicht besonders heller, einsamer Gelegenheitsdieb in Rom. Eines Tages rettet er sich vor der Polizei in den Tiber, tritt dabei in ein Giftmüllfass und hat plötzlich übermenschliche Kraft und heilt sehr schnell. Zuerst nutzt er seine neue Macht, um weitere Delikte zu begehen und sich zu bereichern, doch als seine geistig verwirrte Nachbarin Alessia ins Visier der Verbrecher-Clique um den durchgeknallten Gypsy gerät, eilt er ihr zu Hilfe.
    Alessia, die in der Fantasy-Welt des 70er-Jahre Animes „Steel Jeeg“ gefangen ist, sieht in Enzo die Verkörperung des Anime-Helden Hiro und fordert ihn auf, seine Kräfte für das Gute zu benutzen. Davon will Enzo aber zunächst nichts wissen.
    Gypsy wiederum macht nun Jagd auf Enzo, denn er sieht in dessen Kräften die Lösung für seine Probleme mit der neapolitanischen Mafia, der er eine Menge Geld schuldet.

    Der ziemlich unglückliche Titel macht übrigens wenig Sinn. Keiner nennt Enzo Jeeg Robot, er wird meist als Superganove bezeichnet und Alessia nennt ihn Hiro, der sich im Anime in den Cyborg Jeeg Robot verwandelt. Aber sei’s drum, hinter dem Titel verbirgt sich jedenfalls eine ziemlich seltsame Mischung aus klassischer Superhelden-Origin-Story, melancholischem Drama, Mafia-Thriller und Groteske.

    Melancholisch und eher tragisch geht es meist zu, wenn Enzo involviert ist. Der Einzelgänger ist wirklich der Prototyp des Antihelden, da passt es wie die Faust auf’s Auge, dass er seine Kräfte entdeckt, als er sich gerade einen Porno anschaut. Sein Verhältnis zu Alessia ist aber feinfühlig inszeniert und sorgt für ein paar durchaus ergreifende Momente.

    Ganz anders sieht es aber aus, wenn der Film sich mit Gypsy und seiner Gang beschäftigt, der fast genauso viel Screentime bekommt, wie der Held. Gypsy erinnert ein wenig an den Joker, ein publikumsgeiler, sich total selbstüberschätzender Psychopath, der sich schon als großen Unterweltboss sieht, obwohl er nicht mal seine fünf Buddies unter Kontrolle halten kann. Hier schwankt der Film zwischen dreckigem Gangster-Milieu und einer überdrehten Farce, an der auch Quentin Tarantino seinen Spaß haben könnte, kurze Gewaltexzesse inklusive.

    Das Gesamtergebnis hebt sich zwar wohltuend von der Masse der Superhelden-Filme ab und kommt fast gänzlich ohne Pathos aus, andererseits hat der Film aber einige Längen und ist weder richtig komisch noch wirklich spannend. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass die Macher sich nicht recht entscheiden konnten, was sie nun machen wollten. Herausgekommen ist eine Mischung die man entweder erfrischend oder auch halbgar nennen kann, das liegt wohl im Ermessen des Betrachters und vor allem an dessen Erwartungen.

    Enttäuschend sind jedenfalls die Extras der Blu-Ray. Abgesehen von ein paar Trailern gibt es dort nichts zu entdecken.

    Fazit

    Sie nannten ihn Jeeg Robot ist eine ziemlich eigenwillige Genre-Mischung, die Superhelden-Action und Mafia-Thrill mit einem Schuss Tragik und Groteske würzt. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlicher aber nicht unbedingt begeisternder Film. Wer mal was anderes im Superhelden-Genre sehen will, sollte aber vielleicht einen Blick riskieren.

    Wertung


    Pro

    • einige frische Ideen
    • konsequenter Anti-Held
    • einige komische Momente

    Contra

    • Genre-Mischung wirkt unausgegoren
    • Spannung mag nicht wirklich aufkommen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 31.Jan.2017 687 x gelesen