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    Schon mal von Captain Harlock gehört? Die meisten werden die Frage wohl verneinen, in Japan ist die Serie aber Kult. Schon 1977 als Manga erschienen, gab es kurz darauf eine TV-Serie und auch schon Filme. Nun ist die neueste Umsetzung in Form eines CGI-Anime hierzulande erhältlich.

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    (c) Universum Film
    Regie: Shinji Aramaki
    Laufzeit: 115 Minuten
    ab 22.08.2014 im Handel
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    Die Erde als Sperrzone für die Menschheit
    In ferner Zukunft: Die Menschheit hat sich im ganzen Universum ausgebreitet, doch ihre Zivilisation hat ihren Zenit überschritten. Yama wird von seinem Bruder Isora als Agent an Bord der Arcadia eingeschleust, des sagenumwobenen Raumschiffs des unsterblichen Piraten Captain Harlock, der seit Jahren gegen die herrschende Allianz der Planeten kämpft, die den in der Galaxis verstreuten Menschen die Rückkehr zur Erde verbietet. Tatsächlich gelingt es Yama das Vertrauen des Captain zu gewinnen und dessen Plan zu durchschauen, doch dann beginnt er an Isoras Plänen zu zweifeln.

    Der Film startet mit einem Erzähler, der uns knapp die Situation zu schildern versucht. Warum die Menschheit sich im Niedergang befindet wird dabei allerdings genau so wenig klar, wie die Rolle des Captain Harlock, der im weiteren ohnehin eher eine Nebenrolle spielt. Was es mit dessen Unsterblichkeit und seinem besonderen Schiff auf sich hat, bleibt ebenso nebulös. Insgesamt hat man den Eindruck, dass der Film nicht unbedingt darauf angelegt ist, Neueinsteiger zu begeistern. Doch selbst für Kenner dürfte die eigentliche Geschichte um den etwas seltsamen Plan des Captains reichlich wirr bleiben und das zuweilen überhandnehmende, pseudophilosophische Geschwalle wird für Kopfschütteln sorgen.

    Dabei ist der Film technisch durchaus beeindruckend. Zwar ist die Optik im Vergleich zur Konkurrenz nicht mehr ganz so beeindruckend wie seinerzeit bei „Final Fantasy: Die Mächte in dir“, aber gerade die Gestaltung der Arcadia und der Raumszenen sind wirklich gelungen und auch musikalisch passend untermalt. Auch die Figuren sehen toll aus, die Animationen sind allerdings nicht immer ganz flüssig und insgesamt eher auf dem Niveau, dass man heutzutage von CGI-Sequenzen aus Videospielen kennt.

    Letztlich ist es aber das Drehbuch, dass dem Film schadet. Neben der wirren Story, sind es vor allem die erst nach und nach in Rückblenden enthüllten wahren Motive der Figuren, die zwar einerseits für mehr Klarheit sorgen, andererseits aber den in Actionsequenzen durchaus unterhaltsamen Ablauf ausbremsen.

    Fazit

    Es ist wie so oft bei Umsetzungen von Mangas: Optisch ist der Film eine Wucht und hätte jede Menge Potential, die wirre Geschichte, der schwere Einstieg für Nicht-Kenner der Vorlage und die vielen Hänger im Ablauf lassen Captain Harlock aber im Durchschnitt versumpfen.

    Wertung


    Pro

    • beeindruckende Technik
    • einige gute Actionszenen

    Contra

    • für Neueinsteiger bleibt vieles nebulös
    • Geschichte insgesamt wirr
    • viel pseudophilosophisches Geblubber

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 15.Aug.2014 4.376 x gelesen