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    M. Night Shyamalan hat eine Achterbahn-Karriere hinter sich. Mit gerade mal 29 Jahren hatte er einen Megahit mit „The Sixth Sense“, eilte mit Unbreakable, Signs und The Village von Erfolg zu Erfolg – nur um dann mit The Happening, Die Legende von Aang und vor allem After Earth drei enttäuschende Filme abzuliefern und beinahe wieder in der Versenkung zu verschwinden. So musste er sich mit Low Budget-Produktionen wieder zurück nach oben arbeiten und landete dieses Jahr mit dem gerade mal 9 Mio $ teuren Split wieder einen Hit an den Kinokassen. Wirklich ein gelungenes Comeback?

    split

    (c) Universal Pictures
    Laufzeit: 113 Minuten
    ab 08.06.2017 im HandelBei Amazon bestellen

    In den Händen einer multiplen Persönlichkeit
    Die drei Mädchen Claire, Marcia und Casey werden von einem Mann betäubt, gekidnappt und eingesperrt. Als sei das nicht schon Horror genug, müssen sie auch noch feststellen, dass ihr Peiniger Kevin an einer dissoziativen Identitätstörung leidet und völlig unberechenbar ist.
    Während die drei verzweifelt versuchen, ihrem Gefängnis zu entkommen, ahnt die Psychologin Doktor Fletcher, dass es ihrem Patienten Kevin nicht so gut geht, wie er vorgibt. Sie versucht herauszufinden, was er plant.

    James McAvoy (X-Men, Wanted) spielt Kevin und seine vielen Persönlichkeiten und erweist sich als gute Besetzung. Hervorheben muss man hierbei auch die deutsche Synchronarbeit, die in Sachen Stimmlage bei den unterschiedlichen Personen einen wirklich guten Job macht. Von der Glaubwürdigkeit McAvoys lebt der Film und seine Unberechenbarkeit ist es, die die Spannung aufrecht erhält.

    Dabei schwankt Split zwischen Mystery-, Horror- und Psycho-Thriller und man fragt sich – wie bei Shyamalan eigentlich immer – was da wohl noch kommen mag. Diese Grundstimmung hilft dem Film über manche Länge hinweg, denn mit fast zwei Stunden ist Split doch ein wenig zu lang geraten. Gerade das etwas bräsige Vorgehen der Psychologin bremst den zuweilen durchaus packenden Film immer wieder stark aus. Wenn man die nicht verwendeten Szenen sieht, ist man im Nachhinein froh, dass der Regisseur sich nicht (wie wohl geplant) noch viel stärker auf die Psychologin fixiert hat.

    Der ganz große Wurf ist Split aber letztlich nicht. Sicher, Shyamalan hat natürlich wieder Überraschungen in petto, aber die fallen nun nicht so krass aus, wie seinerzeit bei The Sixth Sense und daran wird er nun mal immer wieder gemessen. Mit diesem Fluch der ersten großen Tat wird er wohl den Rest seiner Filmkarriere leben müssen.

    An Extras gibt es neben dem üblichen Making-Of fast 15 Minuten nicht verwendete Szenen und ein alternatives Ende.

    Fazit

    Dank eines glaubwürdigen James McAvoy und einiger interessanter Ideen von Shyamalan ist Split mehr als nur ein weiterer Teenie-Horrorfilm. Leider wird aber zwischenzeitlich immer wieder das Tempo verschleppt, sodass Split nicht so packend ist, wie er vielleicht hätte sein können.

    Wertung


    Pro

    • großartiger James McAvoy

    • unberechenbare Hauptfigur hält Spannung aufrecht

    • einige Überraschungen ...

    Contra

    • … die aber nicht so groß ausfallen, wie man das vielleicht erwartet

    • Tempo wird zwischenzeitlich zu sehr verschleppt

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 3.Jun.2017 663 x gelesen