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    Was war das für eine Geheimniskrämerei. Wen spielt Benedict Cumberbatch im neuen Star Trek Film, fragte man sich? Schaut man heute auf die Rückseite der DVD erfährt man es sofort, von daher halte ich hier auch nicht damit hinterm Berg. Kahn kehrt zurück, der 1982 im damals zweiten Star Trek Film auch den Bösewicht gab. Der ganze Film steckt dann auch voller Reminiszenzen an den damaligen Film, so spielt z.B. auch ein Dr. Marcus wieder eine Rolle. Das Grundgerüst der Geschichte sieht indes anders aus.

    Terroristenjagd
    Ein mysteriöser Terroranschlag auf eine Sternenflotten-Einrichtung in London bringt die Führungsriege der Admiralität im Hauptquartier zusammen. Gesucht wird ein einzelner Mann, John Harrison, der auch weitere Anschläge geplant haben soll und sich nun auf der Heimatwelt der Klingonen versteckt. Kirk und die Enterprise brechen auf, um ihn zu stellen.

    Der Prolog der Geschichte wirkt ein wenig wie eine Reminiszenz an die alten Star Trek Filme. Die Enterprise versucht auf einem abgelegenen Planeten den Ausbruch eines Vulkans zu verhindern, ohne von der einheimischen Bevölkerung entdeckt zu werden – Stichwort: Oberste Direktive. Doch das Thema wird nur gestreift und bald darauf beginnt die Terroristenhatz.
    Action und Ballereien treten in den Vordergrund, die Figuren und ihr Zusammenspiel werden als bekannt vorausgesetzt, sie verharren dann auch in altbekannten Mustern. Kirk ist also wieder der draufgängerische Captain, der sich nicht an Regeln hält, Spock der Logiker, Pille der knurrige Doktor, alles wie gehabt. Das ganze wird für den einen oder anderen launigen Dialog genutzt und man lässt die Beziehungen sich etwas weiterentwickeln.

    Etwas enttäuschend ist, dass die Geschichte einige Logiklöcher aufweist. Ständig können sich Schiffe unbemerkt irgendwo annähern oder auftauchen, kein Mensch scheint irgendwo auf die Radare zu schauen. Khans Herkunft und Motive bleiben ebenso nebulös wie die eines anderen Bösewichts, seine ganze Geschichte erscheint recht dünn, und die Einbeziehung der Klingonen ist wohl allenfalls ein Riesenwink mit dem Zaunpfahl, was im dritten Teil kommt, ansonsten ist ihr Auftritt enttäuschend.
    Diese Löcher übertünchen die Macher mit Schauwerten und beinahe pausenlosen Actionsequenzen, was freilich im Kino besser rüberkommt als auf dem heimischen Fernseher. Während man das noch verschmerzen könnte, ist der zuweilen aus dem Fernseher triefende Pathos schwer zu ertragen – selbst wenn der eine oder andere Scherz diesen zu relativieren versucht.

    In Sachen Effekte kann man dem Film hingegen nichts vorwerfen. Das ist großes Popcorn-Kino ohne Frage, nicht nur, was das Effektfeuerwerk angeht, auch Musik, Kulissen usw. schreien heraus, was der Film gekostet hat.
    Auch die Schauspieler machen ihre Sache gut, was nicht nur für die Hauptriege, sondern ebenso für die Nebendarsteller gilt, wobei das Augenmerk allerdings wie im Original auf Kirk, Spock, Pille und Scotty + Bösewicht liegt, auch wenn die Autoren sich bemühen, Zulu, Chekov und O’Hura etwas mehr Bedeutung zu geben.
    Benedict „Sherlock“ Cumberbatch gelingt es sehr gut, dem Übergewicht an „Guten“ einen starken Bösewicht entgegenzusetzen, dessen Undurchschaubarkeit er gut umsetzt.

    Fazit

    Ohne Frage muss sich JJ Abrams den Vorwurf der Fangemeinde gefallen lassen, viel von dem, was Star Trek mal ausgemacht hat, über Bord geschmissen und statt dessen einen Brachialactioner auf die Leinwand gebracht zu haben, der in seiner Zerstörungswut auch von Kollege Michael Bay stammen könnte. Dass eingefleischte Star Trek Fans den Film „zum schlechtesten Star Trek Film aller Zeiten“ wählten, finde ich allerdings doch etwas übertrieben, man sollte da z.B. auch nicht William Shatners ziemlich verstrahle Reise zum „Rande des Universums“ (Star Trek V) vergessen. Richtig ist aber, dass Star Trek unter Abrams zu einer Popcorn-Franchise geworden ist, in der Schauwerte klar im Vordergrund stehen. Ob man das nun als Befreiung von angestaubtem Ballast oder als Sakrileg an der Marke betrachtet, muss jeder für sich selbst beurteilen. Auf das vor Pathos triefende Ende hätte man meiner Meinung nach – Reminiszenz an Star Trek II hin oder her – aber lieber verzichtet, es hat mir den Filmgenuss nachträglich vergällt.

    Wertung


    Pro

    • bombastische Effekte
    • trotz 127 Minuten nie Langeweile
    • gelungenes Zusammenspiel liebgewonnener Figuren

    Contra

    • sehr dünne, manchmal unlogische Story
    • zuweilen reichlich Pathos

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 11.Sep.2013 1.450 x gelesen

    Star Trek Into Darkness
    Publisher Paramount
    Regie JJ Abrams
    Genre Action
    Weitere Infos
    Termine
    Blu-Ray12.09.2013 Kaufen
    DVD12.09.2013 Kaufen
    Kino09.05.2013
     

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