Werbung

Registrieren Anmelden

Erfolgreiche deutsche Filme? Da fallen einem vor allem Komödien a la „Der Schuh des Manitu“ oder zuletzt „Fack ju Goethe“ ein, vielleicht noch Dramen wie „Das Leben der Anderen“ oder „Der Untergang“. Aber ein Genrefilm? Nein. Trotzdem versuchen sich immer wieder deutsche Regisseure daran. So auch Maximilian Erlenwein (Schwerkraft), der zu Stereo auch das Drehbuch schrieb und mit Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu namhafte Hauptdarsteller für sein Projekt verpflichten konnte.

stereo

(c) Eurovideo
Laufzeit: 93 Minuten
ab 20.11.2014 im Handel
Trailer ansehen / Film bestellen

Der Feind in meinem Kopf
Das Leben von Erik (Jürgen Vogel) in der brandenburgischen Provinz ist beschaulich. Er betreibt eine kleine Motorrad-Werkstatt, ist mit einer alleinerziehenden Frau liiert, die ihn trotz der Vorbehalte ihres Vaters liebt – alles geht seinen betulichen Gang. Bis eines Tages einige Männer auftauchen, die Erik von früher kennen. Und mit ihnen erscheint mit einem Mal Henry (Moritz Bleibtreu), ein imaginärer Begleiter, den nur Erik sehen kann und der ihm das Leben schnell zur Hölle macht. Erik versucht ihn loszuwerden, doch die Schatten seiner Vergangenheit holen ihn unerbittlich ein.

Stereo beginnt ruhig, erzeugt aber mit Henrys zunächst sporadischem Auftauchen schnell eine angespannte Atmosphäre und hält den Zuschauer eine Weile mit dem Rätsel bei der Stange, was es mit der imaginären Gestalt und Eriks Vergangenheit auf sich hat. Gar so simpel, wie man sich das vielleicht denkt, ist das nämlich nicht. Dabei changiert der Film zwischen heiler Welt, Spannung und Humor – was nicht immer ganz passend wirkt, aber doch für Überraschungen sorgt. Da verzeiht man dem Film auch das eine oder andere Klischee.

Erlenwein inszeniert das zunehmend finstere und brutale Geschehen in ebenso düsteren Bildern, sehr gut untermalt von den treibenden Rhythmen der Elektro-Musik. Insbesondere Jürgen Vogel läuft zu Hochform auf und mimt ebenso überzeugend den kinderlieben Softie wie den brutalen Macho. Bleibtreu füllt seine Rolle als imaginärer Quälgeist mit dem ihm eigenen Charme.

Trotz all dieser Qualitäten: Auch Stereo blieb ein Erfolg an den Kinokassen verwehrt. Platz 10 in der 2. Woche war das Maximum, keine 100.000 Zuschauer konnte der Film in die deutschen Kinos locken. Vielleicht kommt der durchaus verdiente Erfolg ja nun im Heimkino, sonst wäre es in kommerzieller Hinsicht ein weiterer Fehlversuch des deutschen Genrekinos.

Fazit

Stereo ist eine gelungene Mischung aus Mystery und klassischem Thriller, der den Zuschauer zu fesseln und auch zu überraschen weiß. Tolle Hauptdarsteller, treibende Rhythmen und gute Bilder sorgen trotz einiger Klischees für spannende Unterhaltung.

Wertung


Pro

  • Geschichte mit überraschenden Wendungen
  • atmosphärisch passende Musik
  • gut aufgelegte Hauptdarsteller

Contra

  • das eine oder andere Klischee
Weitere Artikel zu den Tags: , ,

 

Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 6.Nov.2014 2.283 x gelesen

Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.