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    Mit Speck fängt man bekanntlich Mäuse. Im Falle von The Ark ist der Speck wohl der Aufdruck: „Vom Oscar-prämierten kreativen Kopf von Star Wars.“ Da denkt natürlich jeder an George Lucas (der aber nie einen Oscar gewann). Stattdessen geht es um Roger Christian, der für die Ausstattung von Star Wars zuständig war – und offensichtlich nichts von Drehbüchern versteht.

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    (c) Sunfilm 2012
    Laufzeit: 84 Minuten
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    Auf dem Mond in der Falle
    Die Raumstation Ark fördert Rohstoffe auf dem Mond. Drei Männer und eine Frau tun an Bord ihren Dienst. Als ein Meteoritenhagel niedergeht, wird die Anlage schwer beschädigt, Sauerstoff und Energie werden knapp und eines der Rettungsshuttles wird zerstört. Beim Versuch, die Schäden zu beheben, wird einer der Meteoriten gefunden, der seltsame Sporen auf sich trägt. Das Unheil nimmt seinen Lauf.

    Was im Folgenden passiert, spottet inhaltlich jeder Beschreibung. Die Figuren verhalten sich dermaßen unglaubwürdig und dämlich, dass man ihnen bei ihrem Ableben nur nachruft: „Selber Schuld, du Vollidiot.“ Die ganze Geschichte ist dermaßen hirnverbrannt, dass man die Drehbuchautoren (u.a. besagter Roger Christian) selber auf den Mond schießen will. Ein paar Beispiele?
    Es fängt damit an, dass im Angesicht der Notsituation der Station alles andere wichtiger sein sollte, als sofort einen Meteorit zu untersuchen, der noch dazu Sporen trägt, die ja vielleicht gefährlich sein könnten. Dann schneidet sich die Frau bei der Untersuchung am Finger, verschweigt das natürlich, selbst als ihr kurz danach schlecht wird. Obwohl der Stationsarzt feststellt, dass die Sporen sich rasend schnell reproduzieren, glaubt er lieber an eine schnell wachsende Zyste, als die Frau nach wenigen Stunden einen Schwangerschaftsbauch hat wie im sechsten Monat. Im weiteren Verlauf kann er eine Bisswunde nicht von einer Glasverletzung unterscheiden uswusf.

    Die Geschichte ist also absolute Grütze, aber hey, ein guter Horrorstreifen braucht sie ja nicht unbedingt. Eine düstere Atmosphäre und gute Effekte könnten da noch einiges retten. Dumm nur, dass für dieses Machwerk laut Schätzung gerade mal 2 Mio $ Budget zur Verfügung standen, Kanada-$ wohlgemerkt. Das sieht man an allen Ecken und Enden, da hilft dann auch ein für die Ausstattung oscarprämierter Regisseur nichts mehr. Die Mondoberfläche könnte so auch im Miniatur-Wunderland stehen, ansonsten bekommen wir nur düstere Gänge geboten. Und wenn kein Geld für tolle Monstereffekte da ist, was macht man da? Genau, man biegt sich die ohnehin idiotische Story so zurecht, dass das Monster die Gestalt anderer kopieren kann. Da spart man nicht nur Effekte, sondern gleich noch einen Schauspieler ein, wie praktisch.

    Zugegeben, in den 85 Minuten gibt es ein paar Sekunden, wo der Film ansatzweise überzeugen kann und doch mal ein bisschen Geld in die Hand genommen wurde. Aber alles in allem ist das Ganze weder spannend, noch gruselig, leider auch nicht lustig und am allerwenigsten logisch.

    Fazit

    The Ark ist Low-Budget Schund der übelsten Sorte. Er verfehlt seine Zielsetzung Horror oder zumindest etwas Thrill zu bieten in jeder Hinsicht, ist trotz der vollkommen idiotischen Geschichte vorhersehbar und die Tricktechnik weitgehend armselig. Für einen guten Trash-Abend gibt es zu wenig zu Lachen, so kann man nur dringendst raten: Finger weg von diesem Film. Traurig, für was sich Christian Slater mittlerweile hergeben muss.

    Wertung


    Pro

    • ein paar gute Make-Up Effekte

    Contra

    • reichlich ausgelutschte Grundidee
    • völlig unglaubwürdiges/idiotisches Verhalten der Figuren
    • Mondkrater-große Logiklöcher
    • peinliche Effekte
    • vorhersehbar, ungruselig, totlangweilig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror, Science-Fiction
    von Jörg Benne 6.Aug.2013 1.422 x gelesen