• Werbung

  •  
    Anmelden

    Die chinesische Geschichte bietet reichlich Stoff für Verfilmungen. Die Zeit der drei Königreiche wird gern als Hintergrund genommen und für die Figur Cao Cao listet die IMDB allein sieben Verfilmungen in den letzten fünf Jahren, darunter unter anderem John Woos Red Cliff. Auch in „The Assassins“ dreht sich alles um den berühmten Kriegsherrn.

    theassassins_cover

    (c) Universal Pictures
    Regie: Linshan Zhao
    Laufzeit: 103 Minuten
    ab 17.10.2013 im Handel
    Bei Amazon bestellen

    Wirre Geschichte
    Die Geschichte beginnt mit zwei Kindern, die entführt und über Jahre brutal zu Schwertkämpfern gedrillt werden. Das Mädchen und der Junge lieben einander, doch er wird zum Eunuchen gemacht. Endlich erwachsen erhalten beide dieselbe Mission: Sie sollen Cao Cao töten, ohne genau zu wissen warum.
    Zugleich läuft die Prophezeiung eines Astrologen ab, der für die nahe Zukunft das Ende der Han-Dynastie vorausgesehen hat. Der eigentlich kriegsmüde Cao Cao (Chow Yun-Fat) sieht sich von allen Seiten misstrauisch beäugt, da alle erwarten, dass er derjenige sein wird, der den Kaiser tötet und die Macht an sich reißt.

    Der Einstieg in die Geschichte wird dem Zuschauer wirklich nicht leicht gemacht, denn wie die Hauptfiguren tappt er zunächst lange im Dunkeln, warum Ling Ju und Mu Shun den Kriegsherrn eigentlich töten sollen. Dessen Rolle und geschichtliche Bedeutung wird auch nur marginal erläutert, sodass eine gewisse Kenntnis der Zeit der drei Königreiche von Vorteil ist.
    Die von langer Hand eingefädelte Intrige, durch die die Assassinen in den Hof Cao Caos eingeschleust werden, dient aber auch nur dazu, Cao Cao aus der Sicht von Ling Ju betrachten zu können, die ihn einerseits hasst, ihn aber auch bewundert.

    Chow Yun-Fat spielt den Kriegsherren mit gewohnter Präsenz, während die beiden Assassinen eher blass bleiben – was sowohl die Darsteller als auch die Figuren an sich angeht. Alles andere als blass sind hingegen die farbenfrohen Kostüme, so wie generell die Ausstattung sehr opulent ausgefallen ist. Die Kamera fängt das Geschehen meist in schönen Bildern ein, optisch muss sich der Film wirklich nicht viel vorwerfen lassen – aber das gilt ja für die meisten der zahlreichen historischen Epen aus China.

    Das Hauptproblem dieser Charakterstudie eines kriegsmüden Despoten liegt hauptsächlich in der eher öden und arg verworrenen Assassinen-Geschichte, die um Cao Cao herum gewoben wurde.

    Fazit

    The Assassins ist zwar ein Hingucker, die Geschichte bleibt aber zu lange zu undurchsichtig und neigt zur Melodramatik. Letztlich bietet der Film von allem ein bisschen: Höfisches Intrigenspiel, Romanze, auch ein paar ordentlich choreografierte Kampfszenen sind dabei, aber wer ein Schlachtenepos a la Red Cliff erwartet, wird hier enttäuscht. Was bleibt, ist die Charakterstudie einer historischen Figur, die aber zu viel (bei den meisten Europäern nicht vorhandenes) Wissen über die chinesische Geschichte voraussetzt, um der verworrenen Geschichte folgen zu können.

    Wertung


    Pro

    • opulente Ausstattung
    • Chow Yun-Fat gewohnt präsent

    Contra

    • eigentliche Geschichte verworren
    • historische Zusammenhänge werden kaum erklärt
    • zuweilen allzu melodramatisch

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , ,

    Kategorien: Abenteuer, Filme
    von Jörg Benne 14.Okt.2013 1.235 x gelesen