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Die Grundidee eines alten Hauses mit einem Fluch, der neuen Besitzern zum Verhängnis wird, ist nun wirklich reichlich ausgelutscht. The Canal geht hier aber insofern einen eigenen Weg, als es Geistergrusel mit Psycho-Thriller vermischt. Sind wirklich Geister am Werk, oder ist die Hauptfigur nur dem Wahn anheim gefallen?

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(c) Universum Film
Laufzeit: 94 Minuten
ab 13.03.2015 im Handel
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Unerfreuliche Entdeckungen
Fünf Jahre nachdem er mit seiner Familie in ein schmuckes altes Haus gezogen ist, bekommt Archivar David alte Polizeifilme zur Begutachtung. Dadurch erfährt er, dass in seinem Haus vor hundert Jahren ein Mann seine ganze Familie ermordet hat. Als wäre das nicht schon unerfreulich genug, findet er dazu auch noch heraus, dass seine Frau ihn betrügt.
Kurz darauf verschwindet sie, David gerät natürlich unter Verdacht. Er selbst glaubt jedoch den Mörder von damals gesehen zu haben und fürchtet, dass der seine Frau auf dem Gewissen hat und sein kleiner Sohn das nächste Opfer sein könnte. Verzweifelt versucht er, seine Unschuld zu beweisen und sein Kind zu beschützen.

The Canal verläuft zu Beginn wie ein typischer Geister-Grusel. Es gibt erste Seltsamkeiten, danach wird die Spannungsschraube allmählich angezogen. Auch von der Machart her ist The Canal eher im Horrorgenre verwurzelt, Farbgebung, Kameraarbeit und vor allem Musik erinnern sehr an dieses Genre. Untypisch ist jedoch, dass der Zuschauer im Unklaren gelassen wird, ob David sich all die unheimlichen Begebenheiten nur einbildet, oder ob sie wirklich stattgefunden haben. Eine eigentlich recht spannende Prämisse, die aber zunächst recht träge in die Gänge kommt. Hier dümpelt der Film etwas dahin, wird eher zum Drama und lässt das Tempo zu sehr schleifen.

Dann aber zieht Regisseur Ivan Kavanagh in Sachen Grusel und Tempo mächtig an, der Film driftet deutlich mehr in die Horror-Schiene ab und weiß atmosphärisch noch einige Pluspunkte zu sammeln. Leider hat Kavanagh es sich bei der Auflösung aber ein bisschen zu einfach gemacht, viel Zufall und wenig Logik trüben hier das Gesamterlebnis. Zwar bleibt The Canal trotzdem ein kurzweiliges Mystery-Horror-Erlebnis, das Elemente von Psycho-Thriller und Geistergrusel recht interessant vermengt und spannend unterhält, zu einem großen Wurf reicht es so aber nicht mehr.

Fazit

The Canal ist kein Geister-Grusel von der Stange, sondern hat mit seiner Beimengung von Elementen des Psycho-Thrillers durchaus seine Eigenständigkeit. Vor allem die etwas zu simple Auflösung lässt den ansonsten anspruchsvoll inszenierten Streifen aber im gehobenen Durchschnitt steckenbleiben. Genrefans sollten dennoch einen Blick riskieren.

Wertung


Pro

  • interessante Mischung aus Geister-Grusel und Psycho-Thriller
  • gelungene Inszenierung
  • dichte Atmosphäre

Contra

  • zu Beginn etwas lahm
  • Auflösung zu simpel geraten
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 13.Mrz.2015 1.691 x gelesen