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    Alter Schwede, im Herbst wird Dolph Lundgren schon 60. Trotzdem dreht er weiter Filme am Fließband. Mit „The Demon Hunter“ kehrt er dabei zu seinen Wurzeln zurück, denn schon in „Dark Angel“, einem seiner frühen Werke, hatte er es mit einem Dämon zu tun. Ein erfreuliches Wiedersehen?

    demonhunter

    (c) Koch Media
    Regie: Mike Mendez
    Laufzeit: 89 Minuten
    ab 27.04.2017 im Handel
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    Töte es nicht
    Nachdem bei einer Treibjagd ein seltsames Artefakt gefunden wurde, häufen sich in einer amerikanischen Kleinstadt Amokläufe. Seltsamerweise scheint immer derjenige, der den letzten Täter erschossen hat, der nächste Amokläufer zu werden und die erschießen ohne zu zögern sogar die eigenen Kinder. Die FBI-Agentin Pierce und die örtliche Polizei tappen im Dunkeln, doch da taucht Dämonenjäger Woodley auf und liefert ihnen die Erklärung: Die Täter sind von einem Dämon besessen und der fährt immer in denjenigen, der den letzten Wirt tötet. Aber wie hält man den Dämon auf, wenn man seinen Wirt nicht töten darf?

    Die Story vom springenden Dämon kommt euch bekannt vor? Dann habt ihr vermutlich „Dämon“ aus dem Jahr 1998 gesehen. Darin machte Denzel Washington auch Jagd auf einen solchen Springer-Dämon und sollte euch der Sinn nach einem spannenden Thriller mit packender Handlung stehen, dann kramt lieber diesen Film wieder hervor und lest hier gar nicht weiter.

    The Demon Hunter kommt nämlich aus der Trash-Ecke und will seinen Unterhaltungswert daher nicht durch ein intelligente Story steigern, sondern setzt eher auf Witz und Fun-Splatter. Bei den oft grenzdebilen Dialogen hört man besser weg und nach Logik fragt man erst gar nicht. Allein Woodleys Erklärung, wie der Dämon in die Kleinstadt gekommen ist, ist schon so absurd, dass es jedem Logik-Fetischisten die Fußnägel aufrollen wird.

    Das wäre kein Problem, wenn der Film mit Humor punkten könnte. Das gelingt allerdings nur bedingt. Sicher, es gibt hier und da Anzeichen von Selbstironie und der Film kann mit seinem 80er-Jahre Flair punkten, aber zum Lachen ist einem selten zumute und richtige Gags gibt es auch selten. Bliebe noch der Fun-Splatter und da zeigt The Demon Hunter immerhin gute Ansätze, Splatterfreunde werden sich aber wohl wünschen, dass das ganze nicht immer so schlaglichtartig ablaufen würde. So fliegen zwar Gliedmaßen und fließt Blut, aber meist nur für Sekundenbruchteile. Um den Splatterfans eine Freude zu machen, hätte man da auch mal länger draufhalten können.

    Insgesamt merkt man dem Film auch einfach an, dass er in wenigen Tagen zusammengeschustert wurde. Es gibt haufenweise Continuity-Fehler, einige Einstellungen werden offensichtlich wiederverwendet und auch die Effekte sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Da passt es irgendwie ins Bild (oder besser: in den Ton), dass die deutsche Synchronisation zu leise abgemischt wurde, sodass man ständig die Lautstärke regulieren muss, wenn man einerseits die Dialoge verstehen und andererseits bei Actionszenen die Nachbarn nicht auf die Barrikaden treiben will.

    Fazit

    The Demon Hunter ist ein klassischer Trash-Film, der auf Splatter und Selbstironie setzt. Wirklich zündende Gags gibt es allerdings nicht und die durchaus gut gemachten Splattereffekte sind meist nur sehr kurz im Bild. Trotz gut eingefangenem 80er-Jahre-Flair mag der Funke daher nicht so recht überspringen. Hartgesottene Trash-Fans können aber mal einen Blick riskieren.

    Wertung


    Pro

    • gut eingefangener 80er-Jahre Flair
    • hin und wieder Ansätze von Selbstironie
    • ordentliche Splattereffekte...

    Contra

    • ...die aber immer nur sehr kurz im Bild sind
    • keine wirklich zündenden Gags
    • Story und Handlung total hanebüchen
    • schlecht abgemischte Sychronisation

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 22.Apr.2017 1.460 x gelesen