• Werbung

  •  
    Anmelden

    Thriller über Serientäter sind nun schon viele Jahre en Vogue. Um in der Masse überhaupt noch aufzufallen, versuchen sich die Macher immer öfter gegenseitig zu überbieten. Es werden immer mehr Opfer, die Methoden immer bestialischer, die Motive der Täter immer abstruser – was der Qualität der Filme nicht immer guttut. Das gilt zum Teil auch für The Factory.

    thefactory_cover

    (c) Studiocanal
    Laufzeit: 100 Minuten
    ab 21.11.2013 im Handel
    Bei Amazon bestellen

    Serientäter im Schnee
    Seit drei Jahren schon jagen Detective Mike (John Cusack, „2012“) und seine Partnerin Kelsey (Jennifer Carpenter, „Dexter“) einen Täter, der in Buffalo Prostituierte entführt. Immer wenn es schneit und kaum jemand auf der Straße ist, schlägt er zu. Nie wird eine Spur der Opfer gefunden, niemand weiß, ob sie noch leben. Mike ist frustriert und vernachlässigt seine Familie.
    Der Fall nimmt eine dramatische Wendung, als Mikes Tochter Abby durch einen Zufall in die Fänge des Täters gerät. Mike und Kelsey setzen alle Hebel in Bewegung, um das Mädchen zu befreien.

    The Factory ist kein Vertreter der WhoDunnit-Fraktion. Wir lernen den Täter noch vor den Detectives kennen und beobachten ihn bei einer Tat. Dennoch bleibt auch für den Zuschauer eine ganze Weile rätselhaft, was der Mann mit den Mädchen macht. Davon zehrt der Film eine Zeit lang, denn die Ermittlungen von Mike und Kelsey kommen allzu schleppend voran. Wenn dann fast alle Geheimnisse auf dem Tisch liegen, hat The Factory einige Minuten einen ziemlichen Durchhänger. Angesichts der Ausgangssituation ist relativ früh klar, auf was es am Ende hinauslaufen wird und es dauert etwas zu lange, bis die Detectives endlich zu Potte kommen. Das Geschehen im Keller des Täters ist derweil durchaus atmosphärisch inszeniert, kann aber beispielsweise einem „Chained“ nicht das Wasser reichen. Abgründe werden zwar aufgezeigt, aber nicht konsequent ausgeleuchtet.

    Während man sich als Zuschauer schon damit abfindet, einen Durchschnitts-Thriller mit ziemlich hanebüchener Tätermotivation gesehen zu haben, trumpft der Film aber mit einem gelungenen Finale auf. Zwar reißt das Ende auch einige Logiklöcher in den Film, dennoch zieht es den Streifen mit Ach und Krach noch aus dem Durchschnittssumpf.

    Fazit

    The Factory setzt durchaus routiniert auf die zwei Gleise „Detectives ermitteln unter Zeitdruck“ und „was erlebt das Opfer in den Fängen des Täters“. Die Darsteller machen ihre Sache ordentlich, das verschneite Buffalo ist mal eine nette Abwechslung, letztlich ist es aber erst das (zwar zum Teil unlogische, aber spannende) Finale, das den Film noch leicht über den Durchschnitt hebt.

    Wertung


    Pro

    • überraschende Geschichte
    • verschneites Buffalo bietet interessante Atmosphäre

    Contra

    • stellenweise langatmige Ermittlungsarbeit
    • Tätermotivation arg überzogen
    • einige Logikprobleme

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , ,

    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 19.Nov.2013 1.770 x gelesen