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    Hinter dem sperrigen Titel „The Girl with all the Gifts“ könnte sich alles möglich verbergen. Vielleicht geht es um ein Mädchen, das bei einer Talentshow gewinnt? Nein, weiter könnte man wohl kaum entfernt sein, denn es handelt sich um einen Zombie-Film, der leider an den Kinokassen (vielleicht wegen des nichtssagenden Titels) nicht die verdiente Aufmerksamkeit bekommen hat.

    girlwithallgifts

    (c) Universum Film
    Laufzeit: 108 Minuten
    ab 23.06.2017 im Handel
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    Letzte Hoffnung Zombie-Kind
    Eine Pilzinfektion hat einen Großteil der Menschheit in Zombies, sogenannte Hungries verwandelt. Die wenigen Überlebenden suchen verzweifelt nach einem Heilmittel und haben dabei einige besondere Kinder im Visier, die halb Zombie, halb Mensch sind. Eins dieser Kinder ist Melanie. Obwohl sie wie ein Monster behandelt wird, begegnet sie den Menschen freundlich und sie liebt ihre Lehrerin Miss Justineau, die Melanie als einzige Menschlichkeit entgegen bringt.
    Als Melanie an der Reihe ist, für die Suche nach dem Heilmittel von der kalten Wissenschaftlerin Dr. Coldwell geopfert zu werden, überrennen die Hungries die Basis.

    Der Film ist eine Umsetzung des gleichnamigen Endzeit-Thrillers (auf Deutsch: „Die Berufene“) von M.R. Carey, hat sich aber in Sachen Szenario offensichtlich stark vom Videospiel The Last of Us inspirieren lassen. Die vom Pilz entstellten Hungries, die von der Natur zum Teil zurückeroberte Stadt, all das erinnert optisch stark an den Playstation-Hit. Auch andere Genrefilme standen Pate, allen voran Romeros Zombie-Klassiker. Was den Film aber aus der Zombie-Masse herausstechen lässt, ist seine Hauptfigur und das Geschick, mit dem die Macher mit den Emotionen des Zuschauers spielen.

    Melanie ist ein sympathisches Kind, freundlich, klug, aufgeschlossen. Es fällt schwer sie nicht zu mögen und so verachtet man die Menschen, die sie wie ein Monster behandeln – bis einem genau dieses Monster vor Augen geführt wird. Dass Melanie (und die anderen Kinder) dieses Monster in sich so realistisch darstellen, macht den Film umso verstörender. Im weiteren Verlauf ist man immer wieder zwischen Zuneigung zu und Angst vor Melanie hin- und hergerissen, wie auch die meisten Figuren, die sie begleiten.

    Der Film hat eine düstere, bedrohliche Atmosphäre und ist durchweg packend inszeniert. Die Hauptdarsteller liefern allesamt gute Leistungen ab, hervorzuheben sind Glenn Close als Dr. Coldwell und vor allem Newcomerin Sennia Nanua als Melanie. Inhaltlich werden sowohl die Anhänger anspruchsvoller Zombie-Filme als auch Freunde blutiger Action (zumindest stellenweise) bedient, wobei die Effekte überwiegend gelungen sind. Einzig bei einigen Totalen sieht man, dass für hochwertige CGI-Effekte wohl das Geld fehlte.

    An Extras bietet die Blu-Ray ein 20minütiges Behind the Scenes und einige Interviews.

    Fazit

    Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich eine Genreperle, die sich kein Zombie-Fan und erst Recht kein Freund des Playstation-Hits „The Last of Us“ entgehen lassen sollte. Packende Atmosphäre, tolle Darsteller und eine Story, die einen noch eine Weile beschäftigt. Pflichtprogramm!

    Wertung


    Pro

    • trotz bekannter Versatzstücke innovative Story

    • packende Endzeit-Atmosphäre

    • geschicktes Spiel mit den Emotionen des Zuschauers

    • großartige Hauptdarstellerin

    Contra

    • kleine Logikmacken im Szenario

    • CGI-Effekte manchmal etwas zu billig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 17.Jun.2017 1.118 x gelesen