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Es mag an der Wirtschaftskrise liegen, jedenfalls haben Endzeit-Filme in Spanien offenbar gerade Hochkonjunktur. Kurz nach „Das Ende“ liegt mit „The Last Days“ schon der nächste Endzeit-Thriller von der iberischen Halbinsel vor und wieder wird auf die sonst im Genre ja beinahe unvermeidlichen Zombies verzichtet. Stattdessen ist hier eine irrationale Angst, die um sich greift, die Ursache der Apokalypse.

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(c) Capelight Pictures
Regie: David Pastor, Àlex Pastor
Laufzeit: 99 Minuten
ab 2. Mai im Handel
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Gefangen im Büro
Es beginnt mit einem Jungen in Kanada, der nach Monaten, die er im Haus verbracht hat, vor laufender Webcam Selbstmord begeht. Nach und nach greift die unerklärliche Angst vor dem Draußen weltweit um sich, immer mehr Menschen verbarrikadieren sich in ihren Wohnungen oder auch im Büro, je nachdem, wo sie die „Panik“ befällt. Zwingt man sie dennoch nach draußen, drohen Kollaps oder gar Tod. Die Wissenschaft steht vor einem Rätsel.
Es dauert nicht lange und die Welt, wie wir sie kennen, funktioniert nicht mehr. Das gilt auch für die Stadt Barcelona, in der Marc mit ein paar Kollegen in seinem Büro festsitzt. Da die Vorräte in der Kantine zur Neige gehen, graben die Leute vom Parkhaus aus einen Tunnel in die U-Bahn. Nachdem der Durchbruch gelungen ist, macht sich Marc mit dem Unternehmensberater Enrique, der ihn kurz vor dem Ausbruch der Panik noch feuern wollte, auf, seine Lebensgefährtin zu finden. Im Untergrund treffen sie auf eine neue, heruntergekommene Zivilisation, in der das Recht des Stärkeren gilt.

Wie schon „The Road“ zeigt auch „The Last Days“, dass es keine Außerirdischen oder blutrünstige Zombies braucht, um die Welt untergehen und den Alltag für die Überlebenden zum Horrortrip werden zu lassen. Das machen die Menschen schon ganz allein, spätestens, wenn der Hunger sie antreibt und die Moral über Bord geworfen wird. Auch Marc und Enrique haben damit zu kämpfen und selbst ihr Zweckbündnis droht an Egoismen zu scheitern. Auf ihrer Odyssee durch U-Bahn und Kanalisation treffen sie aber auch auf Menschen, die bei aller Verzweiflung noch Hilfsbereitschaft zeigen.

Viel zu kritisieren gibt es an dem Film nicht, die Macher präsentieren uns ein weitgehend glaubwürdiges Weltuntergangsszenario. Zwar ist die Geschichte nicht durchgehend plausibel (wie überlebt man monatelang und hortet Vorräte, wenn man nicht mehr vor die Tür geht?) und die Computereffekte spielen nicht immer in der höchsten Liga, dennoch ist das Thriller-Drama gut gespielt und packend inszeniert. Vor allem die Locations wissen zu überzeugen und wirken sehr authentisch heruntergekommen.
Wer allerdings ein weiteres Endzeit-Gemetzel mit viel Blutzoll erwartet, liegt hier falsch. In The Last Days geht es um die Gefühle der Menschen, was sie im Angesicht des Untergangs antreibt, wie sie trotz immer mehr in den Vordergrund tretende Überlebensängste doch zusammenarbeiten und sich ihr letztes bisschen Hoffnung bewahren. Gekämpft wird zwar auch, aber das beschränkt sich auf wenige Szenen. Von daher ist der auf dem Cover prangende Vergleich mit „The Road“ in diesem Fall recht passend.

Fazit

The Last Days war für mich eine dicke Überraschung, obwohl schon der Trailer mein Interesse geweckt hatte. Doch der Film ist noch eine ganze Ecke packender, als erwartet, vor allem, weil er auf die üblichen Schauwerte aus dem Horror-Genre verzichtet und stattdessen vermehrt auf die emotionale Ebene setzt. Das hat zumindest bei mir sehr gut funktioniert. Wirklich sehenswert!

Wertung


Pro

  • emotional packende Geschichte
  • glaubwürdiges Untergangsszenario

Contra

  • nicht immer plausibel
  • Computereffekte nicht immer top
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 30.Apr.2014 2.211 x gelesen

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