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    Mittelalter-Filme sind in den letzten Jahren wieder in Mode, insbesondere Wikinger wurden oft und gerne als Setting herangezogen. Statt als Invasoren in Britannien sind die Nordmänner in „The Last King“ diesmal unter sich, denn der Film erzählt eine bekannte Sage aus Norwegen.

    thelastking_cover

    (c) Koch Media Film
    Laufzeit: 140 Minuten
    ab 22.09.2016 im Handel
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    Der König ist tot, Tod seinem Sohn
    Das Jahr 1204: In Norwegen bekämpfen sich die herrschenden Birkebeiner und die kirchentreuen Bagler. Durch Verrat wird König Hakan ermordet und der Weg für die Bagler scheint frei – doch Hakan hat einen unehelichen Sohn im Babyalter. Die Bagler wollen ihn töten, um die königliche Linie auszulöschen, die beiden Birkebeiner Torstein und Skjervald versuchen ihn zu schützen. Das ist der Beginn einer wilden Hatz durch das winterliche Norwegen, der zu Ehren noch heute alljährlich Langstreckenlangläufe stattfinden.

    Intrigen, Machtspiele und blutige Kämpfe, The Last King bedient sich des derzeit so erfolgreichen Rezepts, das schon Serien wie „Vikings“, „The Tudors“ oder auch Game of Thrones zum Erfolg gemacht haben. Von letztgenannter ist übrigens mit Kristofer Hivju als Torstein ein bekanntes Gesicht (Tormund) dabei. Der Verlauf der Geschichte ist dann auch wenig überraschend. Was den Film aus der Masse der Mittelalterschlachtplatten abhebt, ist sein Setting, denn hier wird auch mal auf mittelalterlichen Skiern mit Speer, Axt und Schwert gekämpft.

    Aber bevor es soweit kommt, nimmt der Film sich Zeit die zerklüftete Landschaft und das Volk vorzustellen. Weniger Zeit ist indes für Informationen zu den Machtverhältnissen, diesbezüglich wird man mit ein paar Texteinblendungen zu Beginn abgespeist, sodass Nicht-Geschichtskenner, die (wie ich) von Birkebeinern und Baglern noch nie gehört haben, wohl ein wenig im Dunkeln tappen werden, wer da warum gegen wen kämpft. Das gilt übrigens auch für die Verortung des ganzen, erst dank Wikipedia weiß ich mittlerweile, das Nidaros der alte Name des heutigen Trondheim ist.
    Aber spätestens wenn die Bagler aufgerufen werden, das Baby gnadenlos zu jagen, sind die Sympathien klar verteilt und man kann alle Unklarheiten beiseite schieben.

    Was folgt ist eine Folge von Kämpfen und Verfolgungsjagden in Eis und Schnee, unterbrochen von einigen Sequenzen, die die Ereignisse am Königshof auf der einen Seite und die Entwicklung der beiden Hauptfiguren auf der anderen befördern. Die Geschichte ist zwar nichts besonderes und hat nur wenige Überraschungen zu bieten, aber das Tempo stimmt, die Schauspieler agieren überzeugend, die Kämpfe sind ordentlich (aber eher unblutig) choreographiert und die Landschaften beeindruckend – insgesamt ein gelungener Mittelalter-Abenteuerfilm.

    Fazit

    Zwar lässt uns der Film hinsichtlich der geschichlichten Zusammenhänge zu Anfang etwas im Dunkeln tappen, aber danach entwickelt sich temporeiche Mittelalter-Action, die sich durch das ungewöhnliche Setting im Schnee und auf Skiern hinreichend aus der Masse abhebt.

    Wertung


    Pro

    • interessantes Setting
    • gute Inszenierung

    Contra

    • geschichtliche Einordnung bleibt arg lückenhaft
    • Verfolgungsjagden wiederholen sich etwas zu oft

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 17.Sep.2016 1.126 x gelesen