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    Erinnert sich noch jemand an Flatliners? Darin ging es um eine Studentengruppe, die mit Nahtod-Erfahrungen experimentierte. Von der Grundidee erinnert „The Lazarus Effect“ an diesen Streifen, hier allerdings bekommen wir es mit Horror-Kost zu tun, denn die Wiederbelebete ist nicht mehr, wer sie war.

    lazaruseffect_cover

    (c) Euro Video
    Laufzeit: 83 Minuten
    ab 17.09.2015 im Handel
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    Flatliners treffen auf Frankenstein
    Die Wissenschaftler Frank und Zoe haben mit ihrem Team ein Serum entwickelt, mit dem es möglich ist, klinisch Tote wieder zum Leben zu erwecken. Versuche mit Tieren laufen erfolgversprechend, doch dann kommt ihnen ein Pharmaunternehmen in die Quere und erwirbt gegen ihren Willen alle Unterlagen und Ergebnisse von der Universität, das Team soll leer ausgehen.
    Um beweisen zu können, was sie bereits erreicht haben, bricht das Team nachts in die Uni ein und will das Experiment noch einmal durchführen und per Video dokumentieren. Doch dabei geschieht ein Unfall und Zoe stirbt. Verzweifelt beschließt Frank, das Serum an ihr zu testen – ein verhängnisvoller Fehler, denn das Serum hat unerwünschte Nebenwirkungen.

    Mit Horrorfilmen lässt sich derzeit hervorragend Kasse machen. Bei meist kleinem Budget reichen oft schon 100 Mio $ Einspielergebnis um ein vielfaches des eingesetzten Kapitals wieder reinzuholen. Wenn eine große Produktionsfirma wie Lionsgate einen durchaus ordentlich besetzten (u.a. Olivia Wilde (Rush) und Evan Peters (Quicksilver aus X-Men)) Genrebeitrag trotzdem im Direct2Video belässt, ist das schon Grund zur Skepsis. Tatsächlich sind hier auch nicht die Darsteller das Problem, sondern der Nobody auf dem Regiestuhl. Der bisher nur als Dokumentarfilmer in Erscheinung getretene David Gelb gibt hier ein wenig überzeugendes Spielfilmdebüt.

    Warum wenig überzeugend? Weil Gelb keinerlei eigene Ideen hat. Lange Flure in denen Stück für Stück das Licht ausgeht, flackerndes Licht, Jump-Scares die dermaßen altbekannt sind, dass man als erfahrener Zuschauer nicht mal mehr zuckt. Man mag es Hommage nennen, ich nenne es einfallslos. Aber das Drehbuch macht es ihm auch nicht leicht. Für einen Horrorfilm von gerade 80 Minuten nimmt sich der Streifen recht viel Zeit, um in die Gänge zu kommen. Fast die Hälfte der Laufzeit sehen wir das Unheil kommen, was nur leidlich spannend ist, denn schon das Cover verrät, wer hier am Ende der Böse wird und eine frühe Rückblende lässt wenig Zweifel an der Ursache.

    Wenn es dann zur Sache geht, hat der Film außer ein bisschen Telekinese und schwarzen Kontaktlinsen auch nicht viel zu bieten, was Grusel aufkommen lassen könnte. Die unvermeidlichen Tode der anderen laufen dann auch noch recht unspektakulär ab und das Ende überrascht wohl auch nur jemanden, der sehr wenig Genreerfahrung hat.

    Fazit

    The Lazarus Effect mag zwar eine halbwegs neue Grundidee haben, ist letztlich aber nur ein inspirationslos heruntergespulter Horrorfilm von der Stange, der nicht mal mit Splatter punkten kann. Nur wer sehr wenig Genreerfahrung hat, wird sich hier noch ein wenig gruseln, denn die Versatzstücke und Abläufe sind allesamt altbekannt.

    Wertung


    Pro

    • gute Besetzung
    • Grundidee hat Potential

    Contra

    • lange Anlaufzeit
    • altbekannte Jump-Scares
    • unspektaktuläre Kills

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 22.Sep.2015 2.663 x gelesen