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Lego Spiele überfluten mittlerweile den Videospielmarkt. Seit eine Star Wars Persiflage mit Lego-Figürchen Erfolge feierte, wurde nahezu aus jedem Film, zu dem ein LEGO-Paket in die Läden kam, auch ein Videospiel gemacht. Aber warum eigentlich immer Spielfilme als Vorlage? Warum nicht mal einen eigenen LEGO-Film, abseits der kleinen Animations-Episoden, die schon fürs Fernsehen produziert wurden? Gesagt, getan, dachte Warner und schickt nun diesen Big Budget-Animationsfilm in die Heimkinos.

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(c) Warner Bros.
Regie: Phil Lord, Christopher Miller
Laufzeit: 96 Minuten
ab 21.08.2014 im Handel
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Hier ist alles super?
In der Welt von Bauarbeiter Emmet hat Lord Business das sagen und er hat alle gleichgeschaltet. Jeder soll nach Anleitung sein Leben leben, brav seinem Alltag nachgehen und bloß nichts Verrücktes tun. Um seine Pläne perfekt zu machen, plant Lord Business seine Welt im wahrsten Sinne des Wortes zu fixieren.
Doch im Glauben an eine Prophezeiung regt sich Widerstand. Eher zufällig gerät Emmet an diese Rebellen unter denen sich auch Batman, Gandalf und gar Abraham Lincoln befinden, und wird plötzlich für „den Besonderen“ gehalten, der das Unheil noch abwenden kann. Gemeinsam mit seinen neuen Gefährten stürzt er sich ins Abenteuer.

Wirklich originell ist die Geschichte nicht, aber – wie wir im weiteren Verlauf lernen – sie soll ja auch von einem kleinen Jungen erdacht sein, der mit den Figuren spielt. So ist der Verlauf dann auch reichlich chaotisch und total überdreht, führt uns aus der Stadt in den Widlen Westen und nach Wolkenkuckucksheim. Gesellschaftskritik klingt zwar hier und da an, bleibt aber klar im Hintergrund, viel zum Nachdenken gibt es hier nicht. Der Film sprüht zwar vor verrückten Einfällen, bleibt in seiner Grundbotschaft „Du kannst was Besonderes sein/tun, wenn du nur an dich glaubst“ aber recht simpel – wenngleich die Message natürlich sehr gut zu LEGO passt, wo ja wirklich jeder etwas eigenes, besonderes bauen kann und sich nicht unbedingt an die Anleitung halten muss.

Der Look des Films ist konsequent im LEGO-Design gehalten. Der Boden hat also die typischen „Nüppel“ und die Figuren auch das klassische Aussehen und bewegen Arme und Beine abgehackt. Nur die Gesichter sind „richtig“ animiert, um echte Mimik zu erzeugen. Das klingt vielleicht altbacken, fällt aber aufgrund der rasanten Inszenierung kaum negativ auf. Das Gebäude in Legoteile explodieren und Feuer und Wasser auch aus Lego-Teilen bestehen, ist da nur folgerichtig.

Ob der Film auch für Erwachsene geeignet ist, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein. Sicher gibt es viele nette kleine Anspielungen auf andere Filme, der Humor bleibt aber meist eher im kindlich-albernen Bereich. Erst zum Ende hin fühlte ich mich als Erwachsener wirklich „abgeholt“, bis dahin war mir das quietschbunte Dauerfeuer an kindlichen Gags und Action ein wenig zu hysterisch. Leider bleibt in der deutschen Fassung auch der eine oder andere Wortwitz des Originals auf der Strecke – dafür bekommen wir immerhin die Originalstimmen von Batman, Gandalf usw. zu hören.

Fazit

In meinen Augen eher ein Kinder- als ein Familienfilm. Mir als Erwachsenem waren die Story zu simpel und viele Gags zu platt. Mein 10jähriger Sohn fühlte sich gut unterhalten, hatte aber auch schon mal mehr zu lachen und meine Teenie-Tochter war wenig angetan und zwischenzeitlich sogar genervt. Bis zu Pixar-Kleinoden wie Toy Story, Wall-E oder der Monster AG ist also für die LEGO-Reihe noch viel Luft nach oben, um wirklich alle Zuschauer zu begeistern. Für Lego-Fans aber sicher ein gelungener Film.

Wertung


Pro

  • gelungene LEGO-Umsetzung, ohne reiner Werbefilm zu sein
  • einige lustige Einfälle, vor allem in der 2. Hälfte

Contra

  • Gagniveau überwiegend Niedrig
  • Story eher flach und anspruchslos
Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 19.Aug.2014 1.561 x gelesen

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