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    Die Morde des Jack the Ripper wurden schon dutzende Male verfilmt, die Faszination für das viktorianische London ist aber ungebrochen. Zeit für etwas Neues – und so liefert uns dieser Film eine weitere Serienkiller-Story in den düsteren Ecken des alten Londons.

    (c) Juan Carlos Medina
    Laufzeit: 105 Minuten
    ab 30.12.2017 im Handel
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    Allein im Weltraum
    London 1880: Der sogenannte Limehouse Golem hat wieder zugeschlagen und eine ganze Familie hingeschlachtet. Die im Dunkeln tappende Polizei schickt Inspektor John Kildare, nicht etwa, weil der einen so guten Ruf genießt, sondern weil man einen Sündenbock braucht. Doch der Inspektor findet rasch eine heiße Spur: In einem Lesezimmer der Bibliothek hat der Golem in einem der Bücher eine Art Tagebuch geführt – und nur vier Personen waren laut Register am Tag der letzten Eintragung in dem Lesesaal. Einer der Männer ist der inzwischen verstorbene John Cree, dessen Frau gerade vor Gericht steht, weil sie ihn vergiftet haben soll. Zufall? Oder hat seine Frau Lizzy, bis vor kurzem noch gefeierter Star des Londoner Varieté, ihn ermordet, weil sie wusste, dass er der Golem ist und will das nun geheim halten, auch wenn sie das an den Galgen bringen kann?

    Der Film beginnt mit dem Besuch des letzten Tatorts und als Zuschauer erwartet man zunächst, dass alles seinen gewohnten Gang geht: Der Serienkiller schlachtet weiter und von Mal zu Mal kommt ihm die Polizei näher, bis sie ihn schließlich erwischt. Doch die Geschichte von The Limehouse Golem verläuft nicht so.
    Stattdessen vertieft sich der Film in die Vergangenheit von Lizzy Cree, von ihren Anfängen als Straßenkind über den Aufstieg im Variete bis sie John Cree kennenlernt. Stück für Stück versucht Kildare aus diesen Rückblenden die Ereignisse zusammenzusetzen, wobei die Tagebucheinträge des Golems mit wechselnden Verdächtigen ins Bild gesetzt werden, sodass auch der Zuschauer sich alle Varianten vorstellen kann – dies sind auch die einzigen Sequenzen, in denen der Film ein wenig in den Bereich Horror abdriftet, ansonsten ist es eher ein historisches Krimi-Drama.

    Herausgekommen ist ein durchaus stimmiges und opulent ausgestattetes Sittengemälde der damaligen Zeit und die Darsteller, allen voran Bill Nighy als Kildare und Olivia Cooke als Lizzy, liefern gelungen Darstellungen der zum Teil schillernden Charaktere (u.a. hat Karl Marx einen Kurzauftritt). Die Spannung bleibt indes manchmal auf der Strecke und die Logik mitunter auch. Hier und da wirkt die Geschichte arg konstruiert und das Verhalten einiger Figuren wirkt zuweilen schwer nachvollziehbar. Dennoch bleibt der Film unterhaltsam.

    An Extras bietet die Blu-Ray neben einem kurzen B-Roll knapp 1 Stunde Interviews mit Darstellern, Regisseur und diversen Mitarbeitern am Set.

    Fazit

    The Limehouse Golem ist ein routiniert inszenierter Thriller im viktorianischen London, der mit opulenter Ausstattung, düsteren Bildern und guten Darstellern punkten kann. All das kann aber nicht über die recht konstruierte Handlung hinwegtäuschen, der es zwischenzeitlich auch an Spannung mangelt.

    Wertung


    Pro

    • Atmosphäre des viktorianischen Londons gut eingefangen
    • Darsteller überzeugend

    Contra

    • Handlung zum Teil arg konstruiert
    • Spannung bleibt zwischenzeitlich etwas auf der Strecke

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme
    von Jörg Benne 27.Dez.2017 743 x gelesen