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    Gerade eben erst machte die Meldung die Runde, dass ein Computer-Programm den sogenannten Turing Test bestanden hat, mit dem man künstliche Intelligenzen als solche entlarvt. Zwar handelte es sich dabei nur um einen clever programmierten Chat-Bot und keine echt künstliche Intelligenz, dennoch ist das Thema künstliche Intelligenz immer ein Thema, so zuletzt auch im Kino in „Transcendence“. Mit deutlich weniger Budget kam da der britische Indie-Film The Machine aus.

    themachine_cover

    (c) Splendid Film
    Laufzeit: 87 Minuten
    seit 25.04.2014 im Handel
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    Die intelligente Maschine
    Der begnadete Wissenschaftler Vincent arbeitet für das Militär an künstlicher Intelligenz, zunächst um Soldaten mit Kopfverletzungen durch Implantate zu helfen. Als die begabte Ava neu angestellt wird, glaubt er aber sein wahres Ziel erreichen zu können – eine echte künstliche Lebensform. Tatsächlich gelingt das Experiment, doch die Androidin ist weiter entwickelt als gedacht und sich ihrer selbst bewusst. Das Militär betrachtet sie als Gefahr.

    Auf dem Cover und der Rückseite der Packung wird immer wieder auf Blade Runner verwiesen. Tatsächlich könnte man den Film als eine Art Vorgeschichte sehen, quasi die Erschaffung des ersten Replikanten. Und die Macher haben wohl auch bewusst auf diese thematische Ähnlichkeit gesetzt und das Geschehen mit Synthi-Klängen unterlegt, die an den 80er-Klassiker erinnern.

    Eigentlich ist The Machine aber eine Neuinterpretation der klassischen Frankenstein-Geschichte. Dabei ist Caradog W. James (vor allem wenn man das wohl nicht allzu große Budget bedenkt) eine technisch wirklich gute Umsetzung gelungen, was auch an den guten Darstellern liegt. Toby Stephens (Black Sails) liefert eine ordentliche Performance als von Verzweiflung getriebener Wissenschaftler und Caity Lotz (Arrow) überzeugt als Androidin, die nach und nach ihre menschliche Seite entdeckt. Geschickt eingesetzte Special Effects machen den Film auch optisch zum Hingucker.

    Was The Machine zum großen Durchbruch fehlt, ist ein gutes Drehbuch. Zwar bekommt James (der auch das Drehbuch schrieb) die Mischung aus Nachdenklichkeit und Action gut hin, erzählt seine Geschichte aber einen Ticken zu wirr. Was planen z.B. die ganzen Soldaten mit den Implantaten im Geheimen? Immer wieder, auch schon vor Erschaffung der Androidin, hört und sieht man sie in Maschinensprech miteinander tuscheln, worum es dabei geht, bleibt aber im Dunkeln. Hier versucht der Film unnötigerweise auf Thriller zu machen, statt sich auf seinen Kern zu konzentrieren.

    Störend sind auch kleine aber feine Logikfehler. So mag Avas Haut ja kugelsicher sein und selbst panzerbrechender Munition widerstehen, aber warum trägt auch ihre Kleidung keinen Kratzer davon? Und wieso gibt es Quantencomputer und modernste Gadgets, aber man fährt noch Autos, die eindeutig als Modelle unserer Zeit zu erkennen sind? Das klingt nach Kleinigkeiten, stört aber das Bild einer Zukunftsvision doch.

    Fazit

    The Machine ist eine ambitionierte Indie-Produktion, die in Sachen Thematik (und vor allem Musik) an Blade Runner, noch viel mehr aber an Frankenstein erinnert. Die Mischung aus Action und Stoff zum Nachdenken ist dabei genauso gelungen wie die Darstellung der Maschine und die Special Effects. Es hapert allein am Drehbuch, das etwas wirr daherkommt und vor allem zu Beginn zu viele Nebenschauplätze aufmacht, statt sich auf den Kern zu konzentrieren.

    Wertung


    Pro

    • Gute Mischung aus Action und nachdenklicher SF
    • sehr gute Musik im Blade Runner Stil
    • meist gelungene Special Effects

    Contra

    • Story in manchen Bereichen wirr
    • kleine Logikfehler stören die Zukunftsvision

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 12.Jun.2014 3.793 x gelesen