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    Spanische Filme haben es nicht eben leicht auf unserem Markt. Wenn nicht gerade Meister Almodovar Regie führt, bekommen die Filme hierzulande nur selten Aufmerksamkeit. Dabei hat der spanische Film einiges zu bieten. Gehört auch der Mystery-Thriller The Path dazu?

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    (c) Universum Film
    Regie: Miguel Ángel Toledo
    Laufzeit: 87 Minuten
    ab 20.9.2013 auf DVD/Blu-Ray
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    Die einsame Hütte
    Raul versucht seine kriselnde Ehe zu retten und überredet seine Frau Ana mit ihm und dem gemeinsamen Sohn Nico in die Berge zu fahren, um in einer einsamen Hütte wieder zueinanderzufinden. Als Zeichen des guten Willens gibt der Kettenraucher sein Laster auf und Ana stimmt zu.
    Schon auf dem Weg hat Raul allerdings seltsame Erscheinungen, und als dann der Tischler Samuel auftaucht, mit dem sich Ana und Nico blendend verstehen, wächst in Raul die Eifersucht. Getrieben von seinen Rachefantasien kann er Traum und Realität bald nicht mehr auseinanderhalten.

    Der Film beginnt damit, wie jemand sich erhängt, und nimmt damit eine ganze Menge vorweg. Der geneigte Filmgucker weiß ja auch nur allzu gut, dass es selten eine gute Idee ist, sich in eine einsame Hütte zurückzuziehen – zumindest in Drehbüchern. Der Weg zum erwartbaren Ende ist allerdings nicht so linear, wie man meinen sollte. Immer wieder wacht Raul im Bett auf und der Zuseher fragt sich, ob das, was er eben gesehen hat, nun wirklich geschehen ist oder ob es nur ein Traum war, sodass es dem Zuschauer genauso geht wie Raul.

    Die Intention ist durchaus lobenswert und die Schauspieler transportieren das Ganze auch recht gut, ohne allerdings zu glänzen. Dazu gibt es schöne Winterlandschaften zu sehen, der Regisseur nimmt sich Zeit und bietet gute Bilder und auch die Musik baut Spannung auf.
    Letztlich übertreiben es die Autoren Juan Carlos Fresnadillo (28 weeks later) und Miguel Ángel Toledo aber doch ein bisschen, indem sie Raul auch in die Zukunft träumen lassen und der Zuschauer Dinge sieht, die hätten passieren können. Das sorgt für reichlich Verwirrung, ganz zu schweigen von Logikproblemen, und hinterlässt mit dem dann eher herkömmlichen Ende einen unerfreulichen Nachgeschmack.

    Fazit

    The Path ist eine sehr zweischneidige Sache. Die eher ausgelutschte Grundidee mit der einsamen Hütte wird eigentlich interessant variiert, und der Hauptdarsteller transportiert Rauls wachsende Eifersucht gut. Nur übertreiben es die Autoren meiner Meinung nach mit den kaum erkennbaren Sprüngen zwischen Traum und Realität. Wenn das wirkliche Ende dann wenigstens besonders einfallsreich gewesen wäre, hätte man über die entstehende (und ja durchaus auch beabsichtigte) Verwirrung noch hinwegsehen können, so aber ist man letztlich eher enttäuscht, obwohl der Film eigentlich nicht schlecht ist.

    Wertung


    Pro

    • guter Hauptdarsteller
    • Realitätsverlust wird gut auf den Zuschauer übertragen

    Contra

    • ausgelutschte Grundidee
    • letztlich zu verwirrende Handlung
    • enttäuschendes weil früh absehbares Ende

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 23.Aug.2013 2.559 x gelesen