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Ganz ehrlich, von einer Fortsetzung des zwar ordentlichen, aber gerade von der Grundidee nicht wirklich überzeugenden „The Purge“ (Rezension lesen) habe ich nicht viel erwartet. Aber Autor und Regisseur James DeMonaco hat es wirklich geschafft, sich zu steigern.

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(c) Universal Pictures
Laufzeit: 103 Minuten
ab 11.12.2014 im Handel
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Running Men and Women
Die alljährliche Säuberung steht bevor, die Nacht im Jahr, in der in den USA fast alles erlaubt ist, sogar Mord. Während die meisten Bürger sich in ihren Häusern verschanzen, bereiten andere sich auf’s Purgen vor, Gangs ziehen durch die Straßen, selbsternannte Rächer beziehen mit ihren Scharfschützengewehren Position.
Ein Polizei-Sergeant hat seine eigenen Rachepläne für die Nacht und zieht schwer bewaffnet los. Shane und Liz bleiben mit dem Auto liegen und werden von einer Gang verfolgt und Eva und ihre Tochter Cali müssen erfahren, dass ihre Wohnung nicht die Sicherheit bietet, die sie sich erhofft haben.
Sie alle versuchen die Nacht irgendwie zu überleben und müssen erkennen, dass die Säuberung im wahrsten Sinne das Biest in den Menschen zum Vorschein bringt.

Während Teil 1 ein klassischer Home Invasion Horror-Film war, geht The Purge: Anarchy ganz andere Wege, erinnert an eine Mischung aus „Die Klapperschlange“, „Running Man“ und „Mad Max“ und ist eher ein Action-Thriller mit nur kleinen Horror-Anteilen. Dabei ist die zugrundeliegende Idee der Säuberung an sich leider genauso wenig durchdacht wie in Teil 1. Das dieser Irrsinn der Gesellschaft gut tun würde und sich noch dazu auf eine Nacht begrenzen ließe, kann niemand ernsthaft glauben und auch die zweifelhaften wirtschaftlichen Hintergedanken der sogenannten neuen Gründerväter, sind nicht nachzuvollziehen. Immerhin beantwortet DeMonaco diesmal einige Fragen, die Teil 1 noch offen ließ, denn wir erleben die titelgebende Anarchie in den Straßen live mit.
Betrachtet man den Film als ins groteske überzeichnete Kritik an der amerikanischen Waffen-Vernarrtheit und der Zweiklassengesellschaft, kann man über die Schwäche hinwegsehen. SF-Fans werden hier allerdings einmal mehr nicht bedient. Auch wenn der Film im Jahr 2023 spielt, sieht abgesehen von ein paar Gimmicks eigentlich alles aus wie heute.

Dass der Film die Anhänger der US-Waffenlobby zum Nachdenken bringt, darf leider bezweifelt werden, nicht zuletzt weil DeMonaco seine eigentliche Message dadurch torpediert, dass er im Film selbst auf den Gewaltfetisch setzt (die 16er-Freigabe ist hier und da durchaus grenzwertig) und letztlich auch nur Selbstverteidigung mit der Waffe als Lösung aufzeigt.

Davon abgesehen hat der Film aber nach kurzer Einleitung ein hohes Spannungslevel und vermag mit der spürbaren Bedrohlichkeit der Situation zu fesseln, wenngleich es bei den Figuren etwas an Tiefe mangelt. Frank Grillo (The Grey, Captain America 2) mimt den Sergeant, der zwischen Beschützerinstinkt und Rachegelüsten hin und hergerissen noch der interessanteste Charakter ist. Der Rest des Cast spielt seine Rollen überzeugend, auch wenn bekannte Namen fehlen.

Fazit

The Purge: Anarchy enttäuscht zwar wieder die Fans durchdachter Zukunftsvisionen, ist aber ein guter Action-Thriller, der spannend unterhält und dabei gleichzeitig noch Gesellschaftssatire bietet. Sehenswert.

Wertung


Pro

  • beißende Gesellschaftskritik
  • durchweg spannend und bedrohlich

Contra

  • Grundidee weiterhin nicht glaubwürdig
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Kategorien: Filme, Horror, Science-Fiction
von Jörg Benne 6.Dez.2014 2.585 x gelesen

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