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    Zum dritten Mal schickt uns James DeMonaco in die von ihm erdachte Welt von „The Purge“, die an den Kinokassen jeweils das Vielfache ihres Minibudets wieder einspielte. Wieder geht es um ein fiktives Amerika, in dem einmal im Jahr eine Nacht lang alle Verbrechen erlaubt sind, auch diesmal verbindet der Film blutige Action mit Gesellschaftskritik. Zieht das Konzept auch im dritten Anlauf?

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    (c) Universal Pictures
    Laufzeit: 105 Minuten
    ab 19.01.2017 im Handel
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    Die Purge muss ein Ende haben
    Mittlerweile gibt es die Purge schon zwanzig Jahre lang und überall im Land formiert sich Protest. Vor allem, weil vielen klargeworden ist, dass der Staat die Purge-Nacht dazu nutzt, Bedürftige wie Obdachlose umbringen zu lassen, damit sie ihm nicht auf der Tasche liegen. Dazu verdienen sich Versicherungen und Waffenindustrie dumm und dämlich – auf Kosten der Armen und Schutzlosen.
    Senatorin Roan, die als Jugendliche einst selbst Opfer einer Purge-Nacht wurde und als einzige ihrer Familie überlebte, will dem ein Ende setzen. Sie liegt aussichtsreich im Rennen um die Präsidentschaft, doch vor der Wahl steht noch eine Purge-Nacht an. Die Gründerväter wollen ihre Idee schützen und Roan beseitigen. Trotz aller Vorkehrungen, die Sicherheitsmann Leo Barnes (bekannt aus Teil 2) für die Senatorin getroffen hat, wird die Nacht für die beiden zum Überlebenskampf.

    Regisseur und Drehbuchautor DeMonaco versucht auch im dritten Teil die Purge-Reihe wieder neu zu erfinden. War Teil 1 ein Home Invasion-Film, ging Teil 2 eher in Richtung Action-Thriller. Der dritte Teil versucht das ganze mit einer Prise Polit-Thrill zu würzen, verläuft aber letztlich sehr ähnlich wie der zweite. Wieder erleben wir zu Beginn, wie sich unterschiedliche Leute auf die Purge-Nacht vorbereiten, wieder bekommen sie es mit abgedrehten Gangs in furchterregenden Maskierungen zu tun und einmal mehr führt das Schicksal die Personen zusammen und lässt sie gemeinsam ums Überleben kämpfen, was in relativ vorhersehbaren Bahnen verläuft.

    Das ist diesmal nicht ganz so spannend wie in Teil 2, was zum einen daran liegt, dass die Charaktere noch austauschbarer wirken als zuletzt. Vor allem Leo (Frank Grillo), der in Teil 2 noch hin- und hergerissen war zwischen eigenen Rachegelüsten und Beschützerinstinkt, ist diesmal einfach der klassische BadAss-Hero. BadAss ist dabei ein gutes Stichwort, denn deMonaco überdreht in diesem Film einige Schrauben doch ziemlich. So ist die Purger-Gruppe um Candygirl eher peinlich als bedrohlich und viele Onliner zünden nicht oder wirken arg gekünstelt und nicht zur Situation der Charaktere passend. Dass die Gründerväter die Purge nun auch noch als religiösen Akt feiern, geht auch zu weit, die Idee, dass Mord-Touristen aus aller Welt zur Purge-Nacht anreisen wird nur am Rande thematisiert. Insgesamt geht die Gesellschaftskritik diesmal etwas unter. Und einmal mehr gilt: SciFi ist hier nur das Szenario, fast alles andere sieht aus wie heutzutage.

    Zwei Trailer zum Film ansehen

    Alles in allem ist der Film als reiner Actioner trotz dieser Mängel noch ganz unterhaltsam, vor allem weil die Atmosphäre stimmt – wenn nicht gerade ein ungelenker Dialog sie stört. Wenngleich die Luft aus der Purge-Idee allmählich raus zu sein scheint, ist ein vierter Teil bereits angekündigt.

    Fazit

    Trotz des Versuchs, die Idee mit einer politischen Ebene zu bereichern, ähnelt der Film doch sehr Teil 2. Das Drehbuch kann in Sachen Story, Charaktere und Dialoge diesmal nicht so recht überzeugen, die Action und die Atmosphäre sind aber wieder gelungen, sodass Purge-Fans ruhig ein weiteres Mal zugreifen sollten. Wer schon die ersten Teile nicht besonders fand, wird mit diesem aber erst recht nicht glücklich werden.

    Wertung


    Pro

    • meist überzeugende Atmosphäre
    • wieder Action und Sozialkritik gut vermischt

    Contra

    • Charaktere sehr eindimensional
    • einige Onliner wirken gewollt cool
    • Storyverlauf bietet kaum Überraschungen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 16.Jan.2017 769 x gelesen