• Werbung
    Aktuelle Phantastik bei Amazon:

    derzeit nur 99 Cent

  •  
    Anmelden

    Captain America wurde in den 40er-Jahren als Propaganda-Held erfunden und trägt nicht umsonst die Stars&Stripes auf seinem Anzug. Obwohl in den Comics später auch sozialkritische Themen angesprochen wurden, sah der Marvel-Held deshalb hierzulande kaum Land. Nur folgerichtig, dass sein Name im etwas sperrigen deutschen Titel seines zweiten Filmabenteuers „The Return of the First Avenger“ gleich mal ganz gestrichen wurde. Dabei hat dieses Abenteuer durchaus was zu bieten.

    returnfirstavenger

    (c) Disney
    Regie: Anthony & Joe Russo
    Laufzeit: 131 Minuten
    ab 14.08.2014 erhältlich
    Bei Amazon bestellen

    Harte Action und politische Ränkespiele
    Seitdem Captain America in der Jetztzeit angekommen ist, arbeitet er wie diverse andere Superhelden für SHIELD. Doch allmählich wachsen seine Zweifel an der Organisation und deren Chef Nick Fury. Als Fury dann Ziel eines Anschlags wird, werden Captain America und seine Partnerin Black Widow selbst zu Gejagten und verfangen sich im Netz einer Intrige, die die ganze Weltordnung bedroht.

    Während der erste Cap-Film noch in der Nazizeit spielte, sind Rückblicke diesmal nur ganz selten zu sehen. Dennoch nimmt sich der Film Zeit, hin und wieder darauf zu blicken, dass es Steve Rogers immer noch schwerfällt, sich in der modernen Welt zurechtzufinden. Eine tolle Idee ist hier sein Notizbuch, in das er Dinge einträgt, die er verpasst hat.

    Dass sind dann aber auch die wenigen ruhigen Momente, die die Gebrüder Russo dem Zuschauer gönnen. Denn dass die beiden Haupthelden Captain America und Black Widow weder fliegen noch Blitze verschießen können und auch nicht das Gadget-Arsenal eines Batman zur Verfügung haben, hat man gekonnt in einen brachialen Actioner umgesetzt, der mit seinen Nahkampfszenen und Verfolgungsjagden an klassische Actionfilme aus den 90er-Jahren erinnert. Nicht umsonst nennen die Regisseure „Heat“ als eines der Vorbilder.

    Die eigentliche Geschichte hat dabei aber neben Action auch noch ernste Themen (u.a. „Sicherheit durch Überwachung“) und politische Intrigen zu bieten, dafür wurde die Humor-Schraube zurückgedreht. Wenn es was zu Schmunzeln gibt, dann meist durch coole Oneliner, wie man sie von Willis, Stallone und Co kennt. Diese bringt gerade Black Widow immer wieder gekonnt ins Spiel, aber die Shield-Agentin darf diesmal auch etwas weniger unnahbar wirken als sonst. Blass bleibt hingegen der im Originaltitel genannte „Winter Soldier“. Er ist eher Handlanger als eigentlicher Antagonist und spricht im ganzen Film recht wenig. Wer sich hinter der Maske verbirgt, ist leider auch schnell durchschaut und eine etwas abgenutzte Idee.

    Während die Action sicher auch Leute anspricht, die mit den Superhelden ansonsten wenig zu tun haben, wird es Neueinsteigern nicht eben leicht gemacht. Zwar wird kurz umrissen, was es mit dem Captain auf sich hat, aber was SHIELD ist und welche Rolle Nick Fury spielt, wird nur angerissen, dazu gibt es immer wieder kurze Verweise auf The Avengers oder den ersten Teil, die nur Leute verstehen, die diese auch gesehen haben.

    Ansonsten ist es den Machern durchaus gelungen, den Captain zu einem Helden für die ganze Welt zu machen, was auch der Erfolg an den Kinokassen (fast doppelt so viel Umsatz wie der erste Film) beweist. Einzig Sprüche wie „Wenn man in den Krieg zieht, trägt man Uniform“ lassen hierzulande noch ein wenig fremdeln.

    Fazit

    Passend zum eher bodenständigen Helden bekommen wir hier einen Actionkracher mit viel Geprügel, Geballer und sogar Verfolgungsjagden geboten, der stellenweise eher an Bourne oder Bond als an Marvel erinnert. Dazu gibt es eine ernste Geschichte und abgesehen vom schwachen Winter Soldier gute Figuren und natürlich jede Menge Actionbombast. Sehenswert, nicht nur für Comicfans.

    Wertung


    Pro

    • hohe Spannungskurve durch Daueraction
    • aktuelle, durchaus ernste Geschichte
    • Chemie zwischen Helden stimmt

    Contra

    • Winter Soldier als Gegner enttäuschend

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , , , ,

    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 13.Aug.2014 4.081 x gelesen