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Mit Animal Kingdom (dt. „Königreich des Verbrechens“) hat der australische Regisseur David Michod sofort einen Volltreffer gelandet. Auch mit seinem zweiten Film „The Rover“ bleibt er seiner düsteren Linie treu, diesmal allerdings in einem Endzeit-Setting.

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(c) Senator
Regie: David Michod
Laufzeit: 102 Minuten
ab 31.10.2014 im Handel
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Ein Mann, der nichts mehr zu verlieren hat
Zehn Jahre nach einem nicht näher definierten „Zusammenbruch“ ist das australische Outback ein alles andere als lebenswerter Ort. Die Leute leben von der Hand in den Mund und ein Menschenleben hat nicht viel Wert.
Ein Gangster-Trio auf der Flucht baut vor einer Bar einen Unfall und weil ihr Wagen feststeckt, klauen sie einen anderen. Der gehört dem verbitterten Eric, der sich an die Fersen des Trios heftet. Dabei trifft er auf den etwas unterbelichteten Rey, dessen Bruder zu dem Trio gehört und Rey angeschossen zurückließ. Eric zwingt Rey, ihn zu dessen Bruder zu führen.

The Rover (zu Deutsch „der Vagabund“) ist eine wilde Genre-Mischung. Zunächst denkt man sofort an Mad Max, der weitere Verlauf erinnert aber eher an einen Neo-Western oder ein düsteres Road-Movie. Das ungleiche Duo findet während der Erlebnisse in der kargen, dreckigen Ödnis mit ihren stets gewaltbereiten Bewohnern einen gewissen Draht zueinander, ohne dass dabei viele Worte fallen. Insbesondere Eric bleibt die meiste Zeit über wortkarg. Guy Pearce gelingt es aber meisterhaft, die Emotionen des desillusionierten Einzelgängers mit seiner Mimik auszudrücken. Auch der Rest des Films ist minimalistisch, selbst die Musik. Alles konzentriert sich darauf, eine Atmosphäre der Bedrohung zu erzeugen, jederzeit erwartet man einen neuerlichen Gewaltausbruch.

Erwähnenswert ist auch Robert Pattinson als Rey. Topf-Frisur, Dreck im Gesicht und verfärbte Zähne, dazu noch geistig minderbemittelt, viel weiter kann der Teenieschwarm sich kaum noch von seinem „Twilight“-Image als Schönling entfernen. Er zeigt auch eine durchaus glaubwürdige Leistung, wird allerdings von Pearce locker an die Wand gespielt.

So toll die Darsteller, die Kameraarbeit und die Atmosphäre aber auch sein mögen: Man muss dem Film ankreiden, dass er hinter dieser Stimmung nicht viel zu bieten hat. Wer auf ein durchdachtes Endzeit-Szenario wert legt, wird ebenso enttäuscht, wie jemand, der sich eine packende Geschichte, womöglich noch mit Wendungen erhofft. Die Beweggründe der Figuren bleiben sehr vage, letztlich will Eric nur unbedingt sein Auto wiederhaben und ballert sich dafür rücksichtslos durch das Outback. Wieso Rey sich zu dem abweisenden Mann hingezogen führt bleibt ebenso unklar.

Fazit

Wenige Figuren machen wenige Worte in einer brutalen, lebensfeindlichen Welt. Optisch und atmosphärisch ist der Film wirklich sehenswert, inhaltlich allerdings ähnlich karg wie das Outback. Wen das nicht stört, der bekommt nicht zuletzt dank eines herausragenden Guy Pearce düstere Unterhaltung geboten.

Wertung


Pro

  • herausragende Leistung von Guy Pearce
  • trotz weniger Worte stets düstere Atmosphäre

Contra

  • Story reichlich dünn
  • Endzeit-Szenario nicht durchdacht
  • Figuren verhalten sich wenig nachvollziehbar
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 16.Okt.2014 2.235 x gelesen

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