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    Bei Comic-Verfilmungen denkt man eigentlich immer zuerst an die zahlreichen Superhelden-Streifen, vielleicht noch an „The Walking Dead“. Im gleichen US-Verlag wie die Zombie-Reihe erschien auch „The Scribbler“, eine Graphic Novel um psychisch gestörte Menschen, die nun verfilmt wurde.

    thescribbler

    (c) Splendid
    Regie: John Suits
    Laufzeit: 86 Minuten
    ab 31.10.2014 im Handel
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    Gestörte im Hochhaus
    Suki leidet unter einer multiplen Persönlichkeit. Mit Hilfe einer neuen Elektrotherapie sollen diese weiteren Persönlichkeiten nach und nach eliminiert werden. Nach ersten Behandlungserfolgen wird sie in den Juniper Tower entlassen, eine offene Zwischenstation für Psychiatrie-Patienten auf dem Weg der Besserung. Dort soll sie die Therapie mit einem transportablen Modul selber fortführen.
    Suki lernt einige der gestörten Bewohner kennen und trifft in Hogan auch einen alten Bekannten wieder. Wenn sie aber ihr Therapiegerät benutzt, verliert sie jedes mal für einige Stunden die Besinnung. Scheinbar übernimmt dann eine ihrer Persönlichkeiten, der sogenannte Scribbler (Kritzler) die Kontrolle, hinterlässt ihr Nachrichten an den Wänden und modifiziert das Therapie-Modul – und jedes mal springt währenddessen eine der Bewohnerinnen des Tower in den Tod. Hat der Scribbler sie umgebracht?

    Dass The Scribbler auf einem Comic basiert, merkt man dem Film von der ersten Sekunde an. Das Setting, die Farbgebung, die Kameraführung und die Figuren transportieren die Atmosphäre der gleichnamigen Graphic Novel sehr gut und erinnerten mich im Look ein wenig an „Watchmen“. Dadurch gelingt es dem Film auch hervorragend, den Zuschauer in die verworrene Welt von Suki zu ziehen, in der nichts vorhersehbar ist. Die Story, die als Rückblende erzählt wird, vermag den Zuschauer dann auch durchaus zu fesseln, vorausgesetzt man kann sich auf ihre Wirrness einlassen. Es ist auch schwer zu sagen, was man hier eigentlich serviert bekommt. Der Film vereint Elemente von Horror, Thriller, Film-Noir, Science-Fiction und sogar Superhelden-Comic in sich. Gerade zum Ende hin erinnert einiges an die Herkunftsgeschichte eines Superhelden. Dieser krude Mix dürfte dann auch dafür sorgen, dass es manchen gibt, der mit dem Film so gar nichts anfangen kann. Dabei hat der Streifen hinter seiner Geschichte durchaus auch Stoff zum Nachdenken über Schein und Sein in unserer Gesellschaft zu bieten.

    Für die (von einigen Low Budget-Tricks abgesehen) durchaus ansehnliche Umsetzung des Stoffes wurde eine ganze Riege an TV-Stars verpflichtet, angeführt von Katie Cassidy („Arrow“), die hier ihr Talent zeigt und die multiplen Persönlichkeiten durchaus glaubhaft auf die Leinwand bringt – was ich ihr nach der eher eindimensionalen Darstellung in Arrow gar nicht zugetraut hätte.
    Neben ihr sind u.a. Michelle Trachtenberg (Buffy), Kunal Nayyar (Big Bang Theory) sowie Eliza Dushku (Wrong Turn) und Gina Gershon (Bound) zu sehen.

    Fazit

    The Scribbler ist ein wilder Genre-Mix, der mit seiner außergewöhnlichen und etwas wirren Story sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen wird. Doch die Atmosphäre der Vorlage wurde filmisch gut eingefangen und der Verlauf der Geschichte weiß durchaus zu fesseln, wenngleich das Ende vielleicht einen Schritt zu weit geht.

    Wertung


    Pro

    • außergewöhnliche Geschichte
    • gute Hauptdarstellerin
    • Atmosphäre der Graphic Novel gut eingefangen

    Contra

    • einige Tricks eher schwach
    • Story vielleicht etwas ZU wirr

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror, Science-Fiction
    von Jörg Benne 30.Okt.2014 4.054 x gelesen