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Let’s do the Twist, nicht gerade ein aktueller Song, aber der Slogan ist bei Filmemachern hoch im Kurs. Dabei muss man vor lauter Twists aber manchmal aufpassen, dass die eigentliche Geschichte am Ende auch noch Sinn ergibt. Ist das bei „The Signal“ gelungen?

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(c) Capelight
Regie: William Eubank
Laufzeit: 97 Minuten
ab 21.11.2014 im Handel
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Von Aliens entführt?
Die Hacker Nic (Brenton Thwaites) und Jonah sind eigentlich mit Nics Freundin Haley auf dem Weg nach Kalifornien, doch während der tagelangen Autoreise haben sie stets ihre Notebooks parat. Grund ihr ihr Hacker-Konkurrent Nomad, der ihnen einiges an Ärger eingehandelt hat. Als sie sein Signal in der Nähe zurückverfolgen können, beschließen sie, ihn aufzusuchen. Doch das verlassene Haus in Nevada, wohin sie sein Signal führt, hält eine böse Überraschung bereit.
Als Nic wieder zu sich kommt, ist er in einer Forschungseinrichtung isoliert. Alle, die mit ihm zu tun haben, tragen Schutzanzüge. Er soll mit Aliens in Kontakt gekommen sein und man hält ihn für kontaminiert. Aber Nic kommen bald Zweifel an dieser Version und er versucht, seine Freunde zu finden, und aus der Anlage zu fliehen.

Der Film beginnt wie ein klassischer Teenie-Horrorfilm. Drei Freunde, die entgegen jeder Vernunft mitten in der Nacht in ein scheinbar leerstehendes Haus eindringen und eine böse Überraschung erleben, das ist fürwahr eine recht ausgelutschte Prämisse für einen Film. Aber statt weiter auf Gruselattacken a la Blair Witch Project zu setzen, geht der Film einen anderen Weg, setzt im weiteren vor allem auf Mystery. Was ist Nic und seinen Freunden geschehen? Was haben die Aliens mit ihnen vor? Was wollen die Wissenschaftler unter Führung von Damon (Laurence Fishburne) von ihm?

Das Drehbuch setzt voll auf die Karte „überrasche den Zuschauer“ – und das geht auf die Dauer nach hinten los. Nicht, weil die Überraschungen nicht funktionieren würden, sondern weil die Geschichte in ihrem weiteren Verlauf immer weniger Sinn ergibt und der finale Twist den ganzen bisherigen Verlauf quasi ad absurdum führt. Auch fällt es vor lauter Verwirrung schwer, sich wirklich in die Figuren einzufühlen und je mehr man über die Story nachdenkt, desto größere Plotholes tun sich auf. Letzten Endes sitzt man beim Abspann da und schüttelt den Kopf.

Das ist wirklich bedauerlich, denn von der Machart her kann der Streifen durchaus überzeugen. Das gilt insbesondere für die überwiegend gelungenen Effekte. Obwohl man hier und da durchaus sieht, dass die Ressourcen begrenzt waren, wird doch eine gute SF-Atmosphäre aufgebaut und hin und wieder der eine oder andere Glanzpunkt gesetzt. Mit ein bisschen mehr Thrill und Action statt Twists um der Twists willen, hätte ein guter Film daraus werden können.

Fazit

The Signal will auf Gedeih und Verderb unvorhersehbar sein. Die Summe der Plotholes, die sich dabei auftun, ist aber so eklatant, dass man sich am Ende wünscht, der Film hätte zugunsten einer logischen Handlung auf ein paar Überraschungen verzichtet.

Wertung


Pro

  • interessante Grundidee
  • einige sehenswerte Effekte

Contra

  • etwas dröger Beginn
  • Plotholes ohne Ende
  • ganze Story ergibt schlussendlich keinen Sinn mehr
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 17.Nov.2014 2.280 x gelesen

3 Kommentare bislang.

  1. Dr. AKLtross sagt:

    Hab ihn damals im Kino gesehen und war ebenfalls maßlos enttäuscht über die unlogische Handlung und das absolut unbefriedigende Ende. Der Film hat sein Potential komplett verschenkt.

  2. Denny Vitzthum sagt:

    Ich fand ihn eigentlich ganz gut, kann aber auch die Kritikpunkte voll nachvollziehen. Die Motivation der Aliens bleibt ebenso unklar wie die zahlreichen Logikschwächen auf die ich aus Spoilergründen hier leider kaum eingehen kann. Was zum Bsp. sollte eigentlich die Sache mit der Kuh? Wer nen ordentlichen Mindfuck sehen will, kann sich den Streifen mal antun. wer hingegen eine Schlüssige Handlung und Michael-Bay-Action erwartet, sollte dem Film eher fernbleiben. Wer weiss, vielleicht gilt The Signal in zehn Jahren sogar mal als Kult…

    • Jörg Benne sagt:

      Na ja, das halte ich wohl für sehr unwahrscheinlich, dafür ist auch das technische Niveau zu durchschnittlich und einige Darsteller sind auch zu schlecht.

      Nix gegen einen guten Mindfuck, aber das ist ein mindless Mindfuck ;)

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