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    Und schon wieder ein Film der mit dem Namen von Eli Roth wirbt. Bei der chilenischen Billig-Produktion The Stranger fungierte Roth allerdings nur als Produzent. Fans seiner Filme werden hier dann auch kaum zufriedengestellt.

    thestranger

    (c) Tiberius Film
    Regie: Guillermo Amoedo
    Laufzeit: 89 Minuten
    ab 04.05.2016 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Lebensmüder Vampir
    Ein Fremder kommt in eine chilenische Kleinstadt. Er sucht nach seiner Frau, findet aber nur noch ihr Grab. Als ihn kurz darauf ein paar Jugendliche anpöbeln, zusammenschlagen und schwer verletzen, will der junge Peter ihm helfen – und setzt damit eine Kette blutiger Ereignisse in Gang.

    Zwar wird im gesamten Film das Wort „Vampir“ nicht einmal in den Mund genommen, dass es sich bei dem Fremden um einen solchen handelt, ist aber schon früh klar, wenn in einer Rückblende gezeigt wird, wie seine Frau und er sich trennten, nachdem sie ein Mädchen umgebracht hat. Warum konsequent von Krankheit und Infizierten gesprochen wird, bleibt ein Geheimnis der Macher.

    Wie enttäuscht man von dem Film ist, hängt wohl vor allem von der Erwartungshaltung ab. Mit dem Namen Eli Roth verbindet man in der Regel blutigen Slasher-Horror, den gibt es hier so gut wie gar nicht. Zwar werden hin und wieder schwere Wunden gezeigt, die Taten selber geschehen allerdings meist im Off, wodurch Slasher-Fans ihres Spaßes nahezu gänzlich beraubt werden – zumal die Maske auch nicht immer überzeugt.

    Wer einen Mystery-Thriller erwartet, bekommt auch nicht das, was er erwartet. Wie gesagt ist rasch klar, was es mit dem Fremden auf sich hat. Rechte Spannung mag auch nicht ankommen, vor allem in den ersten 2/3 schleppt der Film sich eher müde dahin, erst im letzten Drittel kommt ein gewisses Tempo auf.

    Die eigentliche Intention war aber wohl eher die eines Vampir-Dramas. Hier zeigt der Film manchmal gute Ansätze, scheitert aber auch an diversen Logikmacken im Drehbuch, armseligen Dialogen und nicht immer überzeugenden Darstellern. Bei einem Slasher-Film hätte man über diese Schwächen hinwegsehen können, für ein Drama sind sie unverzeihlich, da sie die Atmosphäre nachhaltig stören und eher für Kopfschütteln als für echtes Mitfiebern sorgen.

    So kann der Film ähnlich gelagerten Genre-Beiträgen wie „So finster die Nacht“ oder auch „Byzantium“ nicht annähernd das Wasser reichen.

    Fazit

    The Stranger ist eine Genremischung, deren Ambitionen die Möglichkeiten der Macher bei weitem übersteigen. Für einen blutigen Slasher hätte das Drehbuch vielleicht gereicht, für ein Drama sind die Logiklücken aber zu groß, die Dialoge zu platt und die Darsteller zum Teil auch zu schlecht. Insgesamt kein empfehlenswerter Film.

    Wertung


    Pro

    • die Idee hätte Potential...

    Contra

    • ...das die Macher aber nicht ausschöpfen, weil
    • die Handlung Logikprobleme hat
    • die Dialoge platt sind
    • die Schauspieler nicht alle überzeugen
    • der technischen Umsetzung das niedrige Budget anzusehen ist

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 30.Apr.2016 1.616 x gelesen