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    Wenn die Zivilisation zerfällt, zeigt der Mensch sein wahres Gesicht. Auf dieser Prämisse basieren diverse Filme und Romane. So auch der Endzeit-Film The Survivalist, in dem uns Langfilm-Debütant Stephen Fingleton das Leben eines Einsiedlers nach einer nicht näher erklärten Apokalypse zeigt.

    thesurvivalist

    (c) Pierrot Le Fou
    Laufzeit: 104 Minuten
    ab 01.07.2016 im Handel
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    Allein im Wald
    Der Überlebende (seinen Namen erfahren wir nicht) lebt in einer Hütte im Wald. Er baut Gemüse an und stellt Fallen auf, sodass er sich halbwegs ernähren kann. Sein Leben ist einsam und von ständiger Furcht vor Eindringlingen beherrscht, weshalb er keinen Schritt ohne seine Flinte macht.
    Eines Tages tauchen zwei Frauen auf, offenbar Mutter und Tochter. Zuerst lehnt der Mann ihre Bitte nach Essen ab, aber als die Frau ihm Sex mit ihrer Tochter verspricht, willigt er ein, sie bei sich aufzunehmen. Mit der Zusammenarbeit entwickeln sich bald erste Ansätze von Vertrauen – aber die Farm kann drei Menschen nicht ernähren.

    Mad Max versetzt uns in eine Wüstenei, in The Road ist die Welt tot und grau. In diesem Film sieht die Welt hingegen eigentlich ziemlich gesund aus, es grünt überall, Tiere streunen umher – allein die Zivilisation, wie wir sie kennen, scheint nicht mehr zu existieren. In der Anfangssequenz wird vage auf das ausgehende Erdöl als Ursache hingewiesen, aber ansonsten hält der Film sich hinsichtlich Ursache und Zustand der Welt bedeckt.

    Ohnehin ist der Streifen sehr minimalistisch gehalten. Es gibt keine Musik, gesprochen wird nur das Nötigste. Stattdessen spielen Mimik und Gestik der Figuren eine große Rolle. Was das angeht, muss man vor allem Hauptdarsteller Martin McCann ein Lob aussprechen. Er versteht es sehr gut, seine Anspannung und seine Nervosität ohne Worte auszudrücken und seine Paranoia auf den Zuschauer zu übertragen.

    Durch das Misstrauen der drei glaubwürdig agierenden Protagonisten untereinander und das Auftauchen von Fremden, das die Lage noch verschärft, hat der Film zwar eine gewisse Grundspannung, schafft es allerdings nur selten, echte Spannungsspitzen zu setzen. Deshalb hängt der Spannungsbogen über die 100 Minuten stellenweise ziemlich durch.

    So bleibt ein Mix aus Drama und Thriller, der zwar ordentlich unterhält, aber in beiden Fächern nicht vollends zu überzeugen weiß. Für ein existenzialistisches Drama a la The Road fehlt es dem Film an Tiefgang, zumal es schwerfällt, sich mit den durchweg egoistischen Figuren zu identifizieren. Für einen packenden Thriller wie These Final Hours mangelt es wiederum an Tempo – und der auf der Rückseite des Covers zitierte Vergleich mit Mad Max verbietet sich vollends, denn Action spielt gar keine Rolle.

    Fazit

    The Survivalist ist ein ordentlicher Endzeit-Film, der aber weder einem The Road noch These Final Hours das Wasser reichen kann, dafür ist die Handlung einfach zu dünn und der Spannungsbogen hängt zu oft durch. Mit einer strafferen Inszenierung wäre hier mehr als Durchschnitt drin gewesen, denn die Figuren sind glaubhaft und die Darsteller gut.

    Wertung


    Pro

    • gute Darsteller
    • Paranoia überträgt sich auf den Zuschauer

    Contra

    • Story sehr dünn, keine Hintergründe
    • Spannungsbogen hängt manchmal durch

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 23.Jun.2016 1.456 x gelesen