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    Was würdest du tun, wenn in 12 Stunden die Welt unterginge, es keinerlei Hoffnung auf ein Überleben gäbe? Dich umbringen? Dich zudröhnen? Deine Liebsten um dich scharen? Amok laufen? Dieser Frage geht der australische Low Budget-Endzeitfim „These final Hours“ nach.

    thesefinalhours

    (c) Studiocanal
    Laufzeit: 87 Minuten
    ab 19.02.2015 im Handel
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    Warten auf das Ende
    Ein Meteorit ist in den Nordatlantik eingeschlagen und eine gewaltige Feuerwalze zerstört vom Einschlagspunkt aus alles Leben auf der Welt. Während Europa schnell verschwunden ist, dauert es für die Bewohner Australiens zwölf lange Stunden, bis das Ende kommt.
    James will sich deshalb auf einer großen Party zudröhnen, sodass er vom unabwendbaren Weltuntergang möglichst gar nichts mitbekommt. Doch auf dem Weg dorthin, beobachtet er zwei Männer, die das Mädchen Rose in ihre Gewalt gebracht haben. James muss sich entscheiden, was für ihn wirklich wichtig ist.

    Ein Mann und ein Kind im Angesicht des Weltuntergangs, da muss man spontan an „The Road“ denken. Tatsächlich beleuchten beide Filme den Untergang der Zivilisation und das Ringen um Menschlichkeit im Angesicht der Katastrophe. Doch anders als in The Road gibt es in diesem Film keine Hoffnung, an die man sich klammern kann, kein „Vielleicht“. Hier werden am Ende alle tot sein. Was das angeht, erinnert die Prämisse eher an „Melancholia“, aber das ist dann wirklich auch die einzige Gemeinsamkeit zwischen dem misanthropen und verkopften von Trier-Drama und diesem packenden Thriller.

    Auf seinem Weg trifft James auf verschiedene Antworten auf die Frage, was man mit der verbliebenen Zeit macht. Gleich zu Beginn sehen wir Menschen, die sich umgebracht haben oder treffen andere, die im Angesichts des Unausweichlichen ihren niedrigsten Trieben nachgeben. Wieder andere wenden sich dem Glauben zu und natürlich gibt es noch die Party-Fraktion, die einen großen Rave feiert, säuft, vögelt und sich mit Drogen zudröhnt.
    Regisseur Zak Hilditch gelingt es, diese Aufeinandertreffen so geschickt in die Reise von James einzubauen, dass es nie wie eine Aneinanderreihung von Szenen wirkt. Immer wieder findet er dabei einen Ausgleich zwischen Spannung und Drama, actionreichen und ruhigen Momenten. Gerade letztere sind es aber, die nachwirken, auch weil uns „These final Hours“ manchmal einen Spiegel vorhält und zeigt, dass die wichtigen Werte in unserer Ellbogen- und Spaßgesellschaft, in Vergessenheit zu geraten drohen.

    Dass der Film ein Mini-Budget hatte, merkt man am ehesten an der Besetzung. Hauptdarsteller Natham Phillips kennt man vielleicht aus Wolf Creek, ansonsten ist allenfalls noch Jessica de Gouw aus TV-Serien wie Arrow und Dracula bekannt, doch auch die unbekannten Mimen spielen ihre Rollen größtenteils gut. Dazu kommt ein gelungener Soundtrack. Wer fürchtet, dass das geringe Budget den Weltuntergang versaut, den kann man beruhigen, dieser ist gut in Szene gesetzt.

    Fazit

    These Final Hours ist ein packender Endzeit-Thriller, der aus seinem Mini-Budget das Maximum herausholt und den Zuschauer nicht nur spannend unterhält, sondern auch vor die Frage stellt, wie er sich wohl selbst im Angesicht des Weltuntergangs verhalten würde.

    Wertung


    Pro

    • hohes Tempo
    • trotz feststehendem Ende spannend
    • glaubwürdige Hauptfiguren

    Contra

    • einige Szenen etwas überdreht

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 31.Jan.2015 3.677 x gelesen
    • Markus

      Der Film war auch eines meiner Highlights auf dem Fantasy Film Fests 2014