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    Handlungen, in denen sadistisch veranlagte Psychopathen ihre Opfer vor die Wahl stellen, qualvolle Aufgaben durchzustehen, um ein noch schlimmeres Schicksal (meistens den Tod) zu umgehen, gibt es schon einige. Insbesondere die Saw-Reihe brachte jahrelang konstanten Kino-Nachschub mit dieser Prämisse an den Start. Doch es gibt viele Varianten dieses Konzeptes und auch andere Filme machen sich daran, ihre eigene Note hinzuzufügen. So ein Vertreter ist Tödliches Spiel – Would You Rather?

    wouldyourather

    (c) Ascot Elite
    Regie: David Guy Levy
    Laufzeit: 93 Minuten
    ab 25.02.14 im Handel
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    Der Lockruf des Geldes

    „Would You Rather“ ist ein im englischsprachigen Raum beliebtes Partyspiel, bei dem man zwischen zwei Optionen zu wählen hat. Die junge Iris (Brittany Snow) wird gebeten, an einer Variante des Spiels teilzunehmen. Falls sie gewinnt, winkt ihr die Übernahme der Kosten für die Behandlung ihres an Leukämie erkrankten Bruders. Das Angebot dazu bekommt sie von dem vermeintlichen Wohltäter Shepard Lambrick (Jeffrey Combs), der sich jedoch als perverser Sadist entpuppt. Denn seine Spielart von „Would You Rather“ ist für die meisten der Teilnehmer tödlich. Er selbst muss sich die Finger gar nicht schmutzig machen; das erledigen die Teilnehmer schon alleine…

    Folter oder Tod, was darf’s sein?

    Während also in anderen Filmen Leute unfreiwillig vor die Wahl gestellt werden, sich zwischen zwei Optionen zu entscheiden, haben die Teilnehmer hier also bewusst entschieden, mitzumachen. Ob sie sich im Klaren darüber waren, wie ernst die Lage werden würde, ist zwar zu bezweifeln, aber der moralische Rahmen ist nun etwas breiter gefasst. Und das ist ein durchaus nennenswerter Hintergrund, denn in der Folge entwickelt sich der Film über weite Strecken seine Spieldauer zu einem unbarmherzigen Psychospielchen, das unangenehm mit anzusehen ist. Jeffrey Combs, Horrorfans wohl vorrangig aus seiner Paraderolle des Re-Animator ein Begriff, führt mit aristokratisch-arroganter Kälte durch den mehrere Runden andauernden Folterreigen, der vor Sadismus trieft. Dabei gibt es zwar auch etwas Blutvergießen zu sehen, doch diese Taten werden nicht so sehr grafisch zelebriert, als dass man sich des Wortes Splatterfilm bedienen könnte.

    Die Folter findet bei „Would You Rather“ zu einem Großteil auch auf psychischer Ebene statt. Die Protagonisten sind charakterlich unterschiedlich und aus den verschiedensten Gründen in der Runde dabei. Neben Iris, die aus purer Not teilnimmt, gibt es beispielsweise in Linda auch eine alte Dame, die eigentlich niemandem wehtun möchte oder auch Amy, die kaltblütig das Leiden ihrer Mitspieler in Kauf nimmt, um zu gewinnen. Die Sympathien sind prinzipiell also recht schnell verteilt, was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass das Werk dem Zuschauer quasi keinen Raum lässt, um mal durchzuschnaufen. Ständig wird man mit Leid und Schmerz konfrontiert, menschliche Abgründe präsentieren sich sowohl auf Seiten der Spielausrichter als auch bei den Kandidaten. Es wird wohl auch auf die Vorlieben des Zuschauers ankommen, wie er den Film empfindet. Rein objektiv betrachtet macht es der Film in dieser Hinsicht geschickt, schafft er doch eine Atmosphäre, die den einen Teil des Publikums wegen des psychologischen Klimas eher abstoßen dürfte, weil er auch durch die Limitierung auf einen Standort und die fehlende Auflockerung in der Handlung bedrückend wirkt. Für den anderen Teil stellt er hingegen möglicherweise eine interessante Feldstudie dar, die veranschaulicht, wie weit Menschen für Geld und die Sicherung ihres Lebens gehen würden.

    Fazit

    "Tödliches Spiel - Would You Rather" ist ein Kammerspiel, an dem sich die Geister scheiden werden. Gorehounds kommen nur moderat auf ihre Kosten und Horrorfans sind hier an sich auch nicht wirklich an der richtigen Adresse. Wer Interesse an Filmen hat, die psychologische Abgründe von Menschen effektiv und unangenehm unter die Lupe nehmen, für den ist der Film sicher sehr geeignet. Man muss dann aber in Kauf nehmen, dass man gut 70 Minuten lang Menschen beim Leiden zusieht. Die dahintersteckende Prämisse ist objektiv betrachtet durchaus interessant, aber das Zeug zum Partyfilm hat das Werk damit definitiv nicht.

    Wertung


    Pro

    • Für die einen: effektives Psychogramm mit dichter Atmosphäre

    Contra

    • Für die anderen: unangenehmer Reigen aus Leid und menschlichen Abgründen ohne Entlastung

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Roman Beele 4.Feb.2014 1.945 x gelesen