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Mangas sind ein Phänomen, schon lange nicht mehr nur in Japan. Auch hierzulande findet man die von rechts nach links zu lesenden Comics immer häufiger und auch die Umsetzungen zu TV-Serien finden – trotz horrender Preise für die DVDs – hierzulande ihre Abnehmer.
Die Manga-Serie „Tokyo Ghoul“ feierte in Buchform auch schon Erfolge, kann die Anime-Umsetzung daran anknüpfen? Und ist sie mit ihrer „ab 16“-Freigabe vielleicht auch was für Nichts-Fans? An solche Gelegenheits-Animefans wendet sich diese Rezension!

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(c) Kaze Anime
Regie: Shuhei Morita
Laufzeit: 75 Minuten
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Verhängnisvolle Organtransplantation
Der schüchterne Ken kann sein Glück kaum fassen, als sich erweist, dass die von ihm angebetete Liz sich für den gleichen Autor interessiert und mit ihm ausgehen will. Das Rendez-Vous nimmt allerdings eine unerwartete Wendung, denn es stellt sich heraus, dass Liz ein Ghoul ist und Ken im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gern hat. Ein einstürzendes Baugerüst sorgt aber dafür, dass beide im Koma landen, ehe Liz ihn ausweiden kann. Die Ärzte entscheiden, dass Ken die Organe von Liz eingepflanzt werden.
Als er aufwacht ist er halb Mensch, halb Ghoul, kann sich einerseits nur noch von Menschenfleisch ernähren, will das aber andererseits keinesfalls tun, um seine Menschlichkeit zu bewahren. Ein paar andere Ghoule wollen ihm helfen, doch eine finstere Agententruppe macht Jagd auf sie.

Auch wenn man statt der allgegenwärtigen Vampire hier mal Ghoule bemüht, die Menschen komplett fressen, statt nur ihr Blut zu trinken, ist die Story im Kern nichts Neues. Mit seinen zum Teil recht blutigen Szenen und dem in den ersten beiden Episoden im Mittelpunkt stehenden moralischen Konflikt von Ken, hebt sie sich aber doch ein wenig aus der Urban Fantasy-Masse ab. Splatter-Fans sollten ihre Erwartungen allerdings nicht zu hoch schrauben, verglichen mit diversen anderen Horror-Animes gehört Tokyo Ghoul eher noch zur harmlosen Sorte, Gewaltspitzen mit abgerissenen Gliedmaßen und herumgekickten Köpfen sind eher selten. Das Ergebnis ist zwiespälig: Die zum Teil grauenhaft hölzernen Dialoge und das zuweilen infantil-hysterische Betragen der Figuren erinnert an diverse TV-Mangas a la Dragonball und Co, der Horror richtet sich dagegen eher an Erwachsene. Nur ältere Manga-Fans werden damit wohl wirklich glücklich.

Nicht glücklich wird man als Gelegenheits-Animefan auch mit der Technik. Hier bekommt man ebenfalls nur mageres TV-Anime-Niveau geboten, weit, weit weg von der zeichnerischen Brillanz eines Studio Ghibli-Films. Das wäre ja zu verschmerzen, wenn da nicht der exorbitante Preis wäre: Für die ganze erste Staffel mit 12 Folgen werden um die 100 Euro fällig. Da muss man wirklich Hardcore-Fan sein, um das angesichts der gebotenen Durchschnittsware noch hinzunehmen.

Fazit

Echte Mangafans sind viel Geld für wenig Spielzeit gewöhnt und werden sich nach dieser Serie die Finger lecken. Wer hingegen nur gelegentlich mal Animes schaut und die Qualität der Ghibli-Filme erwartet, bekommt hier zu einem völlig überhöhten Preis nur Durchschnittsware geboten, die auch inhaltlich nicht wirklich überzeugen kann.

Wertung


Pro

  • interessanter Blick auf die „Monster“

Contra

  • krude Mischung aus Teenie-Hysterie und Gewalt
  • viel zu hoher Preis
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Kategorien: Fantasy, Filme, Horror
von Jörg Benne 30.Apr.2015 1.527 x gelesen