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    Mit „Trainspotting“ stieg der britische Regisseur Danny Boyle in die Starriege auf. Immer wieder machte er aus kleinen Budgets große Filme, gewann für „Slumdog Millionär“ den Oscar und feierte auch zuletzt mit „127 Hours“ Erfolge. Nun bringt er mit „Trance“ wieder einen Thriller.

    trance_cover

    (c) 20th Century Fox
    Regie: Danny Boyle
    Laufzeit: 101 Minuten
    ab 06.12.2013 im Handel
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    Knoten im Hirn
    Simon (James McAvoy) arbeitet in einem großen Auktionshaus – und hat Spielschulden. Als ein berühmtes Bild von Goya in seinem Haus versteigert werden soll, sieht er die Chance gekommen, seine Probleme zu lösen. Gemeinsam mit Frank (Vincent Cassel) und dessen Crew organisiert er einen Überfall. Doch es läuft nicht alles wie geplant. Zu Franks Überraschung spielt Simon den Helden und Frank muss ihn niedergeschlagen – und im Versteck muss Frank feststellen, dass Simon ihm nur den leeren Rahmen untergejubelt hat.
    Das lässt Frank nicht auf sich sitzen und will von Simon wissen, wo er das Bild versteckt. Doch der leidet nach dem Niederschlag unter Amnesie. Frustriert zieht Frank eine Hypnotiseurin (Rosario Dawson) hinzu und es beginnt ein perfides Spiel um Wahrheit und Suggestion.

    Nach einer unterhaltsamen Anfangssequenz ist der Zuschauer (der Trailer und Inhaltsangabe nicht kennt) zunächst genauso überrascht wie Frank, als der den leeren Bilderrahmen auspackt. Der weitere Verlauf dürfte für alte Thriller-Hasen dann mehr oder weniger vorhersehbar sein. Kleine Details bleiben aber lange mysteriös, vor allem die Frage, warum Simon überhaupt das Bild herausgeschnitten hat und vom Plan abgewichen ist, was er sich rückblickend selber gar nicht erklären kann.

    Das entstehende Verwirrspiel mit der Hypnotiseurin forder vom Zuschauer dann eine Menge Aufmerksamkeit, denn Regisseur Boyle mixt oft zwei Erzählstränge miteinander, fügt Bilder ein, die nicht zu dem passen, was die Hypnotiseurin Simon gerade zu sehen eingibt, die aber Hinweise auf die Vergangenheit bieten. Gerade dieses Verwirrspiel ist es dann auch, dass den Film spannend macht. Passend zum Thema Gemälde wird Schicht um Schicht aufgetragen, bis man am Ende das Gesamtwerk sieht. Das ist zwar alles schlüssig aufgelöst, Logikfetischisten werden allerdings doch das eine oder andere zu mäkeln haben.

    Neben dem mehrschichtigen Verwirrspiel ziehen vor allem die Darsteller den Zuschauer in ihren Bann. Vincent Cassel hat einmal mehr eine beeindruckende Präsenz und James McAvoy mimt den manischen Auktionator so überzeugend, dass man als Zuschauer lange nicht weiß, ob man ihn nun sympathisch finden soll, oder nicht. Rosario Dawson kann da nicht ganz mithalten, spielt ihren Part aber doch überzeugend.
    Weniger überzeugend ist die in Teilen sehr unpassende Musik. Außerdem ist die 16er-Freigabe in meinen Augen grenzwertig, denn es gibt ein paar Gewaltspitzen und die Atmosphäre insgesamt ist recht finster.

    Fazit

    Mit Trance bringt Boyle einen fiesen, vielschichtigen Mindfuck-Thriller, der am Ende zwar schlüssig aufgelöst wird, aber doch einige Logikprobleme aufweist. Thriller-Experten werden den einen oder anderen Twist außerdem recht früh vorhersehen und allenfalls über Detailfragen rätseln. Gute Darsteller machen das aber wieder wett und so ist Trance alles in allem ein ordentlicher Verwirr-Thriller.

    Wertung


    Pro

    • interessante, vielschichte Story
    • packendes Leindwandduell zwischen Cassel und McAvoy

    Contra

    • ein paar Logikprobleme
    • einige Twists vorhersehbar
    • schwache, z.T. sogar störende Musik

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme
    von Jörg Benne 10.Dez.2013 1.520 x gelesen