• Werbung

  •  
    Anmelden

    Habe ich schon mal einen Film aus Litauen gesehen? Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern. Mit Vanishing Waves kommt nun ein SF-Streifen aus dem kleinen Baltikum-Staat. Was hat er zu bieten?

    vanishingwaves_cover

    (c) Donau Film
    Regie: Kristina Buozyte
    Laufzeit: 120 Minuten
    ab 27.9.2013 auf DVD/Blu-Ray
    Bei Amazon bestellen

    Im Geist einer Koma-Patientin
    Forscher wollen mit einem neuen Neurotransmitter Personen in die Gedankenwelt anderer einschleusen. Zu Testzwecken wählen sie die Koma-Patientin Aurora, da deren Gehirn weniger aktiv ist als bei einem gesunden Menschen. Lukas ist ein junger Wissenschaftler, der sich auf das Experiment einlässt. Schon beim zweiten Besuch begegnet er Aurora in ihrer eigenen Welt – und findet, was er bei seiner realen Freundin schon lange nicht mehr erlebt hat: Verlangen. Er hält die Begegnung vor den Wissenschaftlern geheim, verliert sich immer mehr in Auroras Geist und hofft insgeheim, sie heilen zu können.

    Vanishing Waves wird zwar auf der Rückseite in einem Pressezitat mit Solaris und 2001 verglichen, hat allerdings wenig mit diesen SF-Klassikern (die noch dazu beide im Weltraum spielen) gemein. Hier geht es eher um ein Nahzukunfts-Szenario, das abgesehen von der Neurotransmitter-Technik in der heutigen Zeit spielt. Ich fühlte mich da eher an The Cell erinnert.

    Anders als bei diesem Film ist bei Vanishing Waves allerdings die Geschichte eher Nebensache. Regisseurin Kristina Buozyte nimmt sich 120 Minuten Zeit, um uns mit Lukas auf einen opulenten Trip in Auroras Geist zu schicken. Dabei setzt sie in erster Linie auf Bildsprache und Kameraeffekte und weniger auf CGI-Elemente. Die zugrundeliegende Story ist hingegen dünn. Einerseits versucht Lukas zu ergründen, was Aurora passiert ist, zum anderen hat das Experiment zunehmend Auswirkungen auf sein Privatleben. Beides wird aber nicht intensiv verfolgt und in den Traumsequenzen auch sehr wenig gesprochen. Noch dazu wird Lukas schon nach wenigen Minuten in Auroras Geist geschickt, sodass kaum Zeit bleibt, eine emotionale Bindung zu ihm aufzubauen.

    Der Film lebt sehr stark von seinen Bildern, die allerdings mal mehr, mal weniger eindringlich auf den Zuschauer wirken. Etwas seltsam erscheint z.B. eine Fressorgie, in der sich die beiden Protagonisten schließlich mit Essen bewerfen. Eher bleibt da im Gedächtnis, wie sich Lukas und Aurora in ein Knäuel nackter Körper werfen und von deren Armen und Beinen beinahe verschlungen werden oder auch der seltsame Bau, in dem Aurora im Geiste haust. Unterlegt wird das Ganze mit sphärischen Klängen, die zuweilen etwas aufdringlich wirken. Der Trailer verschafft hier einen guten Eindruck:

    Erwähnen sollte man noch die besondere Ausstattung der Heimkino-Version. Man bekommt neben dem Hauptfilm eine Bonus-DVD mit Soundtrack, Extras und dem ersten Film der Regisseurin.

    Fazit

    Vanishing Waves ist mehr Bilderrausch als erzählender Film. Wer auf eine spannende, tiefgründige Geschichte hofft, wird enttäuscht, Atmosphäre und Bilder stehen im Vordergrund, können aber auch nicht immer überzeugen. Somit bleiben am Ende einige gelungene Szenen im Gedächtnis, der Film als Ganzes aber eher nicht.

    Wertung


    Pro

    • teils berauschende Bilder
    • reichhaltige Bonus-DVD

    Contra

    • sehr dünne Geschichte
    • kaum emotionale Bindung zu den Figuren

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema ,

    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 23.Sep.2013 2.224 x gelesen