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Virtuelle Realität ist derzeit en Vogue. Neben dem Vorreiter Oculus Rift scharren weitere Systeme mit den Hufen und es ist damit zu rechnen, dass die Hardware mit ihrem Erscheinen 2016 ein beherrschendes Thema wird. Vielleicht hat das Koch Media dazu bewogen, den sechs Jahre alten TV-Film „Virtuality – Killer im System“ nun doch noch nach Deutschland zu bringen.

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(c) Koch Media
Laufzeit: 88 Minuten
ab 10. Juli 2015 im Handel
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Holodeck trifft Sunshine
Die Phaeton ist auf dem Weg zu einem fremden Sternensystem, um dort neuen Lebensraum für die dem Untergang geweihte Erde zu finden. Die zwölf Besatzungsmitglieder werden zehn Jahre auf dem Schiff zusammen eingepfercht sein. Zur Ablenkung hat jeder ein virtuelles Modul bekommen, mit der er der Enge des Schiffes entfliehen und in selbstentworfenen Szenarien Entspannung finden kann. Diese ist auch deshalb notwendig, weil zur Finanzierung der Mission eine Reality Show ausgestrahlt und das Leben der Astronauten nahezu komplett von Kameras überwacht wird.
Die Phaeton nähert sich dem Neptun, hier ist der Point of no Return und der Commander muss entscheiden, ob die Crew bereit ist, den langen Flug anzutreten. Doch gerade jetzt häufen sich die Probleme: Der Bordarzt erkrankt an Parkinson und noch dazu treibt ein Unbekannter in den virtuellen Modulen sein Unwesen.

Virtuality ist der Pilot-Film zu einer TV-Serie, die nie realisiert wurde. Dementsprechend nimmt der weniger als 90 Minuten lange Film sich viel Zeit, die Crew und ihre Beziehungen vorzustellen und die Handlung kommt eher träge in die Gänge. Spannend wird es eigentlich nur, wenn es in die virtuellen Welten geht, was aber auch nur wenige Male stattfindet. Das Hauptproblem ist aber: Das Ende ist zwar überraschend, aber auch unbefriedigend. Es gibt lose Fäden und die Frage, wer oder was der rätselhafte Killer im System ist und welche Ziele er verfolgt, wird überhaupt nicht beantwortet, weshalb man als Zuschauer reichlich genervt auf die Credits schaut.

Selbst wenn der Film ein rundes Ende hätte, wäre er höchstens Mittelmaß, denn von der Machart her kann Virtuality auch nicht überzeugen. Die virtuellen Welten sehen bewusst recht künstlich aus, aber die Ideen, die hier umgesetzt sind, bleiben eher langweilig. Mir fallen auf Anhieb einige Star Trek TNG-Folgen ein, die mit dem Holodeck deutlich spannendere Geschichten kreierten. Die Tricktechnik ist auch bestenfalls mittelprächtig, die Musik oft unpassend. Da helfen dann auch die gut agierenden Schauspieler (u.a. Nikolaj Coster-Waldau (Game of Thrones)) und der namhafte Regisseur Peter Berg (Collateral, Hancock) nicht, um den Film zu retten.

Fazit

Virtuality ist zwar thematisch gerade en Vogue und als Pilot-Film vielleicht ganz ordentlich geraten, aber da es die darauf aufbauende TV-Serie nicht geben wird, bleibt vieles unaufgeklärt und das Ende so sehr unbefriedigend. Trotz guter Ansätze braucht angesichts der vielen guten SF-Filme der letzten Jahre diesen Film niemand wirklich.

Wertung


Pro

  • interessante Idee um virtuelle Welten

Contra

  • virtuelle Welten eher langweilig
  • viele lose Enden am Schluss
  • Figuren agieren zu sprunghaft
  • tricktechnisch nur unteres Mittelmaß
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 29.Jun.2015 1.431 x gelesen