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    Die Zeitschleife ist spätestens seit „Und täglich grüßt das Murmeltier“ immer mal wieder ein gern genommener Aufhänger für einen Film. Wake up and die nutzt das Thema mal für einen Ausflug ins Horror-Genre. Eine interessante Variante?

    wakeupanddie

    (c) Sunflim
    Regie: Miguel Urrutia
    Laufzeit: 80 Minuten
    ab 2.10.2013 im Handel
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    Aufwachen und sterben, Aufwachen und sterben …
    Camila erwacht nackt in einem fremden Haus, neben ihr ein unbekannter Mann. Sie kann sich nicht richtig an den letzten Abend erinnern, ahnt aber, dass sie zu viel getrunken hat und dann mit Dario einen One Night Stand hatte. Zunächst ist ihr das peinlich, doch Dario erweist sich als freundlich – bis er sie beim nächsten Liebesspiel plötzlich erwürgt.
    Doch damit fängt die Geschichte erst an, denn Camila wacht wieder neben ihm auf. Während sie sich an den Mord erinnert, ist Dario ahnungslos. Wie kann sie ihm entkommen?

    Wake up and die ist ein auf Minimalismus getrimmter Film. Zwei Schauspieler tragen die ganze Handlung, die noch dazu komplett innerhalb eines Hauses und darin sogar noch in wenigen Räumen spielt. Auch die Ausstattung ist minimal, das Schlafzimmer ist kaum möbliert, die Matratze liegt auf dem Boden, nichts soll von dem Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren ablenken.

    Das würde auch hervorragend funktionieren, wenn Wake up and die herausragende Schauspieler und ein tolles Drehbuch hätte. Während Andrea Montenegro als Camila durchaus überzeugt, fehlt es dem Dario-Darsteller aber deutlich an Ausstrahlung. Und auch wenn man über die grundsätzliche Unlogik der Zeitschleife mal hinwegsieht, kann auch das Drehbuch nicht wirklich gefallen. Camila versucht zwar über die Trial & Error-Methode einen Fluchtweg zu finden, aber selbst wenn sie erst kurz vor dem Ziel scheitert, geht sie beim nächsten Mal doch einen ganz anderen Weg, was zuweilen schwer nachvollziehbar erscheint.

    Dennoch hat der Film einige interessante Wendungen parat. Nach dem Ende eines Durchlaufs sehen wir die Bilder stark beschleunigt rückwärts, hören aber schon Geräusche und Gespräche aus dem nächsten Durchlauf, was Erwartungen weckt und den Zuschauer bei der Stange hält, wenngleich der immer recht ähnlich ablaufende Anfang auf die Dauer etwas anstrengt. Auch die bruchstückhaften Informationen, die man zu Dario und seinen Serienmordmotiven erhält, sorgen für Neugier. Regisseur Urrutia fängt das Geschehen zudem in guten Bildern ein.
    Ein Totalausfall ist hingegen die musikalische Untermalung. Meist wird dem Zuschauer nur ein seltsames Brummen aufs Ohr gesetzt, das klingt, als sei der Synthesizer kaputt gewesen. Auch viele Geräusche sind dumpf und wirken unrealistisch.

    Wenngleich Camila einige Tode stirbt, sollten Gorefans keine Schlachtplatte erwarten. Die Brutalität läuft eher auf der psychischen Ebene ab, Details werden nur selten gezeigt und eher der Phantasie des Betrachters überlassen. Entgegen der Darstellung auf dem Cover ist der Film sogar ab 16 freigegeben.

    Fazit

    Ein klassischer Fall von „tolle Idee, mittelmäßige Umsetzung.“ Während die Bilder durchaus zu gefallen wissen, fehlt es dem Hauptdarsteller an Ausstrahlung, dazu sind die Handlungen der Frau zuweilen schwer nachvollziehbar und das Ende wirkt recht aufgesetzt. Alles in allem aber dennoch ein kurzweiliger Horror-Trip, aus dem ein besseres Drehbuch und atmosphärische Musik aber noch weit mehr hätten herausholen können.

    Wertung


    Pro

    • gute Idee
    • düstere Optik sorgt für Atmosphäre
    • überzeugende Hauptdarstellerin

    Contra

    • Hauptdarsteller hat kaum Ausstrahlung
    • Verhalten der Frau oft nicht nachvollziehbar
    • Musik klingt eher nach Störgeräusch

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 16.Sep.2013 2.630 x gelesen