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    Fragt man nach den Ursprüngen des Slasher-Genres, denken die meisten an Halloween, Freitag der 13. oder Nightmare on Elm Street. Der erste Film dieser Gattung war aber „Der Umleger“ aus dem Jahr 1976, der wiederum auf einer wahren Begebenheit basiert. Mit „Warte, bis es dunkel wird“ kommt nun eine Mischung aus Remake, Hommage und Sequel zu diesem Urvater der Slasher-Filme.

    wartebisesdunkelwird

    (c) Tiberius Film
    Laufzeit: 86 Minuten
    ab 03.09.2015 im Handel
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    Mordserie reloaded
    1946 wurde Texarkana von einem maskierten Mörder terrorisiert, der mehrere bestialische Morde verübte. Mittlerweile gehört das Geschehen zur Halloween-Folklore des Städtchens und der alte Film wird alljährlich zu im Autokino gezeigt. Jami besucht die Vorstellung mit ihrem Freund Corey, fühlt sich bei der Aufführung aber nicht ganz wohl. Sie fahren zu einer abgelegenen Stelle – doch dort lauert der Killer auf sie. Corey wird bestialisch ermordet, Jami jedoch verschont. Der neue Killer hat aber gerade erst angefangen.

    Regisseur Alfonso Gomez-Rejon (American Horror Story) liefert hier einen seltsamen Mix aus Remake, Hommage und Sequel ab. Eigentlich handelt es sich um ein Sequel, denn es wird eine eigenständige Handlung erzählt, doch es werden immer wieder Szenen aus dem alten Film eingebaut, sei es im Autokino oder bei Rückblenden. Dazu kommt noch, dass der Killer viele Morde genauso ausführt wie der Ur-Killer damals und auch manche Dialogzeile beinahe 1:1 aus dem Original übernommen wurde.

    Das Ergebnis folgt in weiten Teilen bekannten Slasher-Motiven. So werden beispielsweise die meisten Opfer bei sexuellen Aktivitäten ermordet und es gibt mal wieder ein Final Girl. Anders als im Genre üblich, geht es hier aber sehr stark um das Motiv des Täters. Jami versucht herauszufinden, ob vielleicht ein Nachkomme des damaligen Mörders dahintersteckt. Die Gewalt wird mal plakativ, mal nur oberflächlich gezeigt, die 16er-Freigabe ist nur in einigen Szenen grenzwertig. Splatter-Freunden wird das Gezeigte wohl zu harmlos sein.

    In Sachen Kameraarbeit und Farbspiel hat der Film auch einiges zu bieten, der Schnitt wirkt allerdings manchmal zu abrupt. Das eigentliche Manko ist aber die Geschichte selbst, bei der keine rechte Spannung aufkommen mag. Dazu geschehen die Morde zu rasch, ohne dass die Opfer groß Überlebenschancen hätten. Die Auflösung weiß dann zwar durchaus zu überraschen, kann dafür aber in Sachen Logik nicht voll überzeugen.

    Genre-Fans könnte übrigens die limitierte Steelbook-Version des Films reizen, der „Der Umleger“ erstmals als DVD und Blu-Ray beiliegt.

    Fazit

    „Warte, bis es dunkel wird“ ist zwar künstlerisch ansprechend inszeniert, erzählt aber eine nicht wirklich überzeugende weil eher lahme Geschichte und bleibt in Sachen Splatter sehr brav. Slasher-Fans bekommen nichts zu sehen, was sie nicht schon kennen, können aber trotzdem mal einen Blick riskieren.

    Wertung


    Pro

    • künstlerisch ansprechende Kameraarbeit
    • interessanter Mix aus Hommage und Sequel

    Contra

    • echte Spannung will nicht aufkommen
    • in Sachen Splatter zu brav
    • komplett humorfrei
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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 29.Aug.2015 145 x gelesen