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Mit „Gremlins“ landete Joe Dante 1984 einen Volltreffer. Schon zuvor hatte er sich mit kleinen Horrorfilmen wie „Das Tier“ oder „Piranhas“ einen Namen gemacht. Mittlerweile 68 Jahre alt kehrt der Regisseur zu seinen Wurzeln zurück und bringt mit „Weg mit der Ex“ eine Hommage an die Horrorkomödien der 80er, die zugleich auf der aktuellen Zombie-Welle mitschwimmt.

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(c) Koch Media
Laufzeit: 86 Minuten
ab 23.07.2015 im Handel
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Wunscherfüllung auf die teuflische Art
Max arbeitet in einem Laden für Horror-Bedarf und führt eigentlich ein gemütliches Leben, wenn man mal von seinem sexbesessenen Halbbruder und seiner etwas nervigen Öko-Freundin Evelyn absieht. Der schwört er im Angesicht einer kleinen Teufelsfigur, auf ewig mit ihr zusammen zu sein, was sich als Bumerang erweist. Kurz darauf kommt Evelyn nämlich bei einem Unfall ums Leben – und kehrt wenig später als Zombie zurück, um den Schwur zu erfüllen. Dabei war Max eigentlich ganz froh, sie los zu sein und hat sich mittlerweile in Olivia verguckt. Also muss er seine Zombie-Freundin nun irgendwie loswerden.

Die ersten zwei Minuten stellt der Film seine Zuschauer auf eine harte Probe. Dümmliche Sexwitze, grenzdebile Dialoge und eine Hauptdarstellerin (Ashley Greene), die schon hier zeigt, dass ihr das Schauspieltalent nicht eben in die Wiege gelegt wurde. Zum Glück bekommt der Film danach die Kurve, nicht zuletzt dank des sympathischen Anton Yelchin (Chekov aus Star Trek), der dem Horror-Nerd Max eine liebenswerte Seite gibt. Bald zeigt sich auch, dass der ganze Film eine Hommage an das Horror-Genre ist. In Maxs Laden oder auch zu anderen Gelegenheiten werden immer wieder Szenen aus Schwarz-Weiß-Klassikern wie Dracula oder Tarantula gezeigt. Damit gewinnt der Film zumindest bei Genrefans rasch einige Sympathien zurück.

Im weiteren Verlauf wechseln sich gute Gags (die man aber zumeist schon aus dem Trailer kennt) mit schwachen Kalauern ab. In Sachen Effekte brennt man nicht eben ein Feuerwerk ab, arbeitet aber solide. In Sachen Splatter bleibt der Film allerings recht brav (FSK ab 16) und verschenkt hier die Möglichkeit, Genrefreunde zufriedenzustellen. Das Finale ist dann ein Lehrstück darüber, wie die falsche Musik eine ganze Szene ruinieren kann. Statt Spannung aufzubauen, läuft im Hintergrund Komödienmusik und macht aus dem Endkampf eher eine Slapstick-Einlage. Irgendwie passt das auch zum Gesamteindruck des Films: Sympathisch, nett, aber immer wieder mit Hängern und somit insgesamt auch sehr durchschnittlich.

Fazit

Die Hommage ist zwar gelungen, als eigenständiger Film überzeugt „Weg mit der Ex“ aber nur bedingt. Dazu sind viele Gags zu flach, viele Dialoge zu dämlich, manche Darsteller zu schlecht und der Horror-Anteil zu gering. Genrefans mit einem Retro-Faible können aber mal einen Blick riskieren, sollten sich den Trailer aber lieber nicht vorher ansehen, da er einige der wenigen guten Gags vorwegnimmt.

Wertung


Pro

  • gelungene Hommage an das Horror-Genre
  • sympathische Hauptfigur

Contra

  • viele Gags zünden nicht
  • einige Dialoge grenzwertig dümmlich
  • schwache Hauptdarstellerin
  • in Sachen Splatter zu brav
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 14.Jul.2015 1.875 x gelesen