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    Die Ein-Kind-Politik ist in China schon lange Realität. Das dystopische What happened to Monday überspitzt das ganze, verlegt das Geschehen nach Europa und lässt Noomi Rapace (Prometheus) in gleich sieben Rollen schlüpfen. Sehenswert?

    (c) Splendid Film
    Laufzeit: 120 Minuten
    ab 23.03.2018 im Handel
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    Unerwünschte Mehrlinge
    Als die Ernährung der Weltbevölkerung problematisch wurde, begann man mit dem großflächigen Anbau von genmanipulierten Pflanzen. Das löste das Problem zwar vorerst, hatte aber einen problematischen Nebeneffekt: Die Zahl der Mehrlingsgeburten stieg drastisch und damit auch die Weltbevölkerung. Um dem Problem Herr zu werden, wurde eine Behörde gegründet, die alle Geschwisterkinder im Cryo-Schlaf „verwahrt“.
    Dieses Schicksal wollte die Mutter der Settman-Siebenlinge ihren Kindern ersparen. Sie starb bei der Geburt, der Großvater zog die Kinder auf und hatte eine Idee, wie sie alle unbemerkt leben können. Sie alle teilen sich eine öffentliche Identität und jede darf nur einen Tag in der Woche vor die Tür. Folglich benannte er die sieben nach den Wochentagen, an denen sie nach draußen dürfen.
    Mittlerweile sind die Frauen 30 Jahre alt, haben sich mit ihrem eingeschränkten Lebensstil mehr oder weniger arrangiert und sich ein erfolgreiches Leben mit einem Job in einer Bank aufgebaut. Doch eines Tages kehrt Monday am Abend nicht von der Arbeit zurück. Die anderen müssen herausfinden, was mit ihr geschehen ist.

    Was macht man aus dieser Grundidee? Ein existenzialistisches Drama über unterdrückte Individualität, eine Dystopie für Jugendliche, einen Mystery-Thriller? Mit der Verpflichtung von Tommy Wirkola (Dead Snow) lag die Richtung wohl bald fest: In erster Linie ist What Happened to Monday ein Action-Thriller, der den Überlebenskampf der Siebenlinge in einem repressiven System zeigt, sich aber für deren Charakter und für die dystopische Zukunftsvision nur am Rande interessiert.

    Das sind dann auch gleich die größten Schwächen des Films. Zum einen lassen diverse Logikfehler die Vision unglaubwürdig erscheinen (Trotz Überbevölkerung steht die Wohnung neben der der Frauen leer? Es läuft immer noch der gleiche Werbespot für die Ein-Kind-Politik wie vor 30 Jahren? Wo sollen die Millionen Geschwister aus 30 Jahren Cryo-Verwahrung eigentlich sein?) und werfen einige Fragen hinsichtlich des Vorgehens der Behörde gegen die Schwestern auf. Zum anderen bleiben die Schwestern zu blass, als das man als Zuschauer wirklich eine emotionale Bindung aufbauen könnte. Ja, Noomi Rapace spielt die sieben überzeugend und haucht ihnen durch Körpersprache, Mimik und unterschiedliche Frisuren auch jeweils eigenes Leben ein, doch es fällt (nicht zuletzt wegen der Namen) schwer, die Ereignisse aus der Vergangenheit den Figuren von heute zuzuordnen, sodass sie eher wie Klone wirken, um deren Leben man nicht wirklich bangt.

    Statt auf seine Charakterdarsteller (u.a. auch noch Glenn Close und Willem Dafoe in Nebenrollen) setzt Wirkola viel mehr auf kernige, zum Teil harte Action. Einige rasant geschnittene Nahkämpfe, Feuergefechte und Verfolgungsjagden bestimmen das Geschehen des knapp über zwei Stunden langen Films. Als Actionfilm ist der Streifen dann auch recht unterhaltsam, wenn er auch ruhig etwas straffer hätte inszeniert sein können. Trotzdem muss man am Ende konstatieren, dass man aus der Idee mehr hätte herausholen müssen.

    Fazit

    Wer sich von diesem Film anspruchsvolle SciFi-Kost verspricht, wird eher enttäuscht sein. Nach intensivem Beginn steht vor allem die Action im Vordergrund. Als dystopischer Actionfilm macht What Happened to Monday seine Sache dann auch recht ordentlich, hat allerdings - abgesehen von der siebenfachen Noomi Rapace – auch nichts aus der Masse herausstechendes zu bieten.

    Wertung


    Pro

    • einige kernige Actionszenen
    • überzeugende Noomi Rapace

    Contra

    • Zukunftsvision und Story wegen mancher Logikfehler unglaubwürdig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 16.Feb.2018 1.375 x gelesen